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HCL Domino

HCL Domino ist eine Enterprise-Kollaborations- und Anwendungsentwicklungsplattform, die als Server-Komponente des HCL Notes/Domino-Ökosystems fungiert.

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HCL Domino

HCL Domino ist eine Enterprise-Kollaborations- und Anwendungsentwicklungsplattform, die als Server-Komponente des HCL Notes/Domino-Ökosystems fungiert. Ursprünglich 1989 als Teil von Lotus Notes entwickelt, gehört die Plattform seit 2019 zu HCL Technologies. Domino kombiniert E-Mail, Messaging, Kalender, Anwendungsentwicklung und Datenbanktechnologie in einer integrierten Plattform und wird weltweit von über 15.000 Unternehmen eingesetzt, die mehr als 10 Millionen Applikationen darauf betreiben.

Überblick

  • Typ: Enterprise-Kollaborations- und Low-Code-Anwendungsentwicklungsplattform
  • Hersteller: HCLSoftware (Division von HCL Technologies)
  • Erstveröffentlichung: Dezember 1989 (als Lotus Notes 1.0)
  • Aktuelle Version: 14.5 (April 2025), Version 2026 in Entwicklung
  • Hauptsitz: Noida, Indien (HCL Technologies) / Santa Clara, USA (HCLSoftware)
  • Website: hcl-software.com/domino
  • Lizenzmodell: Subscription (CCB – Complete Collaboration Business), ca. 100 USD pro Nutzer/Jahr
  • Plattformen: Windows Server, Red Hat Enterprise Linux (RHEL), AIX
  • Kategorie: Collaboration, E-Mail-Server, Low-Code-Entwicklung, Rapid Application Development

Produkte und Komponenten

HCL Domino ist Teil eines umfangreichen Produkt-Ökosystems:

Komponente Beschreibung
HCL Domino Server-Plattform für E-Mail, Anwendungen und Datenbanken
HCL Notes Desktop-Client für E-Mail, Kalender und Anwendungszugriff
HCL Domino+ Nächste Generation: KI-gestützte Kollaboration mit Mail, Chat, Meetings und Apps in einer Plattform
HCL Verse Webbasierter E-Mail-Client
HCL Nomad Browser- und Mobilzugriff auf Domino-Anwendungen
Domino IQ Integrierte KI-Funktionalität mit privaten LLMs (z.B. Llama, Mistral) für E-Mail-Zusammenfassungen, Übersetzungen und Aufgabenextraktion
HCL Sametime Echtzeit-Kommunikation und Meetings
HCL SafeLinx Sicherer Remote-Zugriff auf Domino-Ressourcen

Kernfunktionen

  • E-Mail und Kalender: POP3, IMAP, Microsoft-Outlook-Unterstützung
  • Low-Code-Entwicklung: Visuelle Tools und vorgefertigte Komponenten für schnelle Anwendungsentwicklung
  • Domino Query Language (DQL): Eigene Abfragesprache für Domino-Datenbanken
  • REST-API: HTTP-basierter Datenzugriff
  • Replikation: Verteilte Datenbanksynchronisation mit Offline-Fähigkeit
  • RSA-Verschlüsselung: Sicherheit auf Datenbankebene seit Version 1.0
  • Datensouveränität: On-Premises oder in souveränen Clouds betreibbar

Geschichte und Entwicklung

Ursprünge (1984–1995)

Die Entwicklung begann 1984, als Ray Ozzie die Firma Iris Associates gründete, finanziert von der Lotus Development Corporation. Inspiriert vom PLATO-Notes-System der 1970er Jahre entwickelten Ozzie und sein Team (Tim Halvorsen, Len Kawell, Steven Beckhardt, Alan Eldridge) ein kollaboratives Softwaresystem. Am 7. Dezember 1989 wurde Lotus Notes 1.0 veröffentlicht – mit Innovationen wie RSA-Verschlüsselung, anpassbaren Datenbankanwendungen und Client-Server-Architektur mit Offline-Replikation.

IBM-Ära (1995–2019)

1994 kaufte Lotus die Entwicklerfirma Iris Associates. 1995 übernahm IBM Lotus für 3,5 Milliarden USD, hauptsächlich um Lotus Notes zu erwerben und im Client-Server-Markt Fuß zu fassen. Unter IBM wurde das Produkt mehrfach umbenannt:

Zeitraum Bezeichnung
1989–1995 Lotus Notes
1995–2013 IBM Lotus Notes / Lotus Domino
2013–2019 IBM Notes / IBM Domino
Ab 2019 HCL Notes / HCL Domino

HCL-Ära (ab 2019)

Am 6. Dezember 2018 kündigte IBM den Verkauf mehrerer Softwareprodukte an HCL Technologies für 1,8 Milliarden USD an, darunter Notes und Domino. Die Übernahme wurde im Juli 2019 abgeschlossen. Seitdem investiert HCL verstärkt in die Weiterentwicklung:

Version Veröffentlichung Highlights
11.0 Dezember 2019 Erste HCL-Version, SwiftFile-Integration
12.0 Juni 2021 Cloud-native Deployment, flexible Backup- und Sicherheitsoptionen
14.0 Dezember 2023 Modernisierte Plattform
14.5 April 2025 Enterprise-KI (Domino IQ), BSI-Zertifizierung, No-Code-Entwicklung, Sametime-Integration
2026 In Entwicklung Modernisierte UI, vereinfachte Installation, aktualisierte Templates

HCL hat zudem den Support für ältere Versionen (9.0.x und 10.0.x) bis Juni 2030 verlängert.

Führung

HCL Technologies

  • Shiv Nadar – Gründer von HCL Technologies
  • Roshni Nadar Malhotra – Chairperson (Tochter des Gründers)
  • C. Vijayakumar (CVK) – CEO & Managing Director (seit 2016, verlängert bis 2030)

HCLSoftware (Division)

  • Kalyan Kumar – Chief Product Officer, verantwortlich für alle Produktgruppen
  • Rajiv Shesh – Chief Revenue Officer
  • James Hannay – Executive Vice President & Chief Growth Officer

Eigentümerschaft

HCL Domino gehört zu HCLSoftware, einer Division von HCL Technologies (BSE: 532281, NSE: HCLTECH). HCL Technologies ist ein börsennotiertes indisches IT-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von ca. 55 Milliarden USD.

Die Familie Shiv Nadar kontrolliert über die HCL Corp. rund 61 % der Anteile als Promoter-Gruppe. Da HCL Technologies ein börsennotiertes Unternehmen ist und kein PE-Investor beteiligt ist, entfällt eine Exit-Prognose.

HCLSoftware entstand 2019 als Produkt-Division nach Abschluss der IBM-Software-Akquisitionen. Zum Portfolio gehören neben Domino unter anderem: HCL AppScan, HCL BigFix, HCL Connections, HCL Commerce Cloud, HCL Digital Experience und Unica.

Markt und Wettbewerb

Marktposition

  • Über 15.000 Unternehmen weltweit nutzen HCL Domino
  • Mehr als 10 Millionen Applikationen laufen auf der Plattform
  • Stärkste Verbreitung in den USA (50 %), UK (10 %) und Indien (8 %)
  • Hauptzielgruppe: Großunternehmen mit 1.000+ Mitarbeitern

Wettbewerber

Bereich Konkurrenten
E-Mail & Collaboration Microsoft Exchange / Microsoft 365, Google Workspace, Zimbra Collaboration
Low-Code-Plattform Microsoft Power Apps, ServiceNow, Appian, Mendix, OutSystems
Messaging & Chat Microsoft Teams, Slack, Cisco Webex

Dominos Stärke liegt in der Kombination aus E-Mail-Server und Low-Code-Entwicklungsplattform mit besonderem Fokus auf Datensouveränität und On-Premises-Betrieb – ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber cloud-zentrierten Wettbewerbern.

Quellen