Was ist Enterprise Resource Planning (ERP) (ERP)?
Enterprise Resource Planning (ERP) bezeichnet integrierte Unternehmenssoftware zur Planung, Steuerung und Kontrolle aller betrieblichen Ressourcen und Geschäftsprozesse – von Finanzbuchhaltung über Produktion bis Vertrieb – in einem zentralen System.
Was ist ERP?
Aktualisiert: 14.05.2026
Enterprise Resource Planning (ERP) bezeichnet integrierte betriebswirtschaftliche Standardsoftware, die sämtliche Geschäftsprozesse eines Unternehmens in einem zentralen System zusammenführt. ERP-Systeme decken typischerweise Finanzbuchhaltung, Materialwirtschaft, Produktion, Vertrieb und Personalwesen ab und sind besonders im DACH-Mittelstand weit verbreitet.
Definition
ERP-Software integriert die Kerngeschäftsprozesse eines Unternehmens in einer einheitlichen Datenbasis. Im Unterschied zu Einzellösungen vermeidet ein ERP-System redundante Datenhaltung und ermöglicht abteilungsübergreifende Transparenz in Echtzeit. Typische Module umfassen Finanzbuchhaltung (FiBu), Controlling, Materialwirtschaft, Produktionsplanung (PPS), Lagerverwaltung, Einkauf, Vertrieb, CRM und Personalwesen (HRM).
Der Begriff wurde 1990 von Gartner geprägt als Weiterentwicklung von MRP II (Manufacturing Resource Planning). Während MRP II auf Fertigungsunternehmen fokussiert war, erweiterte ERP den Scope auf alle Branchen und Unternehmensfunktionen.
Begriffsgeschichte und Standardisierung
Die Entwicklung verlief in mehreren Stufen: MRP (1960er) → MRP II (1980er) → ERP (1990er) → Cloud-ERP / Two-Tier-ERP (2010er). Im DACH-Raum haben sich neben den globalen Anbietern zahlreiche mittelständische ERP-Hersteller etabliert, die branchenspezifische Lösungen anbieten – etwa für Fertigung, Handel, Bau oder Handwerk. Relevante Standards sind GAAP/IFRS für Rechnungslegung, GoBD für die revisionssichere Archivierung und DSGVO für den Datenschutz.
Typische Komponenten
- Finanzbuchhaltung und Controlling
- Materialwirtschaft und Einkauf
- Produktionsplanung und -steuerung (PPS)
- Lagerverwaltung und Logistik
- Vertrieb und CRM
- Personalwesen (HRM)
- Business Intelligence und Reporting
- Dokumentenmanagement (oft als Zusatzmodul)
Anwendung im B2B-Software-Markt DACH
Der DACH-ERP-Markt ist besonders fragmentiert: Neben globalen Anbietern existieren hunderte spezialisierte Branchenlösungen für den Mittelstand. Typische Buyer-Personas sind IT-Leiter, CFOs und Geschäftsführer in Unternehmen mit 50–2.000 Mitarbeitern. Regulatorische Treiber sind die GoBD-Konformität, E-Rechnungspflicht (ab 2025) und DSGVO-Anforderungen.
Cloud-ERP und Two-Tier-Strategien (ein globales System kombiniert mit lokalen Branchenlösungen) gewinnen an Bedeutung, während On-Premise-Installationen im industriellen Mittelstand weiterhin verbreitet sind.
Relevante Anbieter im DACH-Raum
- abas – ERP für mittelständische Fertigungsunternehmen (Forterro-Gruppe)
- Fortee – Cloud-ERP für diskrete Fertigung
- PSIpenta – ERP und MES für diskrete Fertigung (PSI Software SE)
- ABACUS – Schweizer ERP-Suite für KMU
- CloudSuite – Branchenspezifische Cloud-ERP-Familie (Infor)
- Datatex NOW Suite – ERP für die Textil- und Bekleidungsindustrie
Verwandte Begriffe
Quellen
- Gartner (1990): ERP Definition und Marktklassifikation
- Bitkom: ERP-Einsatz im Mittelstand, Leitfaden 2024
- BMF-Schreiben GoBD (28.11.2019)