Was ist Building Information Modeling (BIM) (BIM)?
Building Information Modeling (BIM) ist eine digitale Methode zur Planung, Errichtung und Bewirtschaftung von Bauwerken auf Basis vernetzter 3D-Modelle. BIM ermöglicht die durchgängige Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten über den gesamten Gebäudelebenszyklus.
Was ist BIM?
Aktualisiert: 14.05.2026
Building Information Modeling (BIM) ist eine kollaborative Arbeitsmethodik, bei der ein digitales 3D-Modell eines Bauwerks als zentrale Informationsquelle für alle Projektbeteiligten dient. BIM umfasst Planung, Bau und Betrieb und wird im DACH-Raum durch das BIM-Mandat des Bundes (ab 2025 für Infrastrukturprojekte) zunehmend verpflichtend.
Definition
BIM geht über klassische 3D-CAD-Modellierung hinaus: Jedes Bauteil im Modell trägt semantische Informationen – Material, Kosten, Wartungsintervalle, Lieferanten. Diese Daten werden über den Lebenszyklus gepflegt und ermöglichen automatisierte Kollisionsprüfungen, Massenermittlungen und Simulationen. Man unterscheidet zwischen closedBIM (proprietäre Formate) und openBIM (herstellerneutral, basierend auf IFC).
Die Dimensionen von BIM reichen von 3D (Geometrie) über 4D (Zeitplanung), 5D (Kosten) bis 6D (Nachhaltigkeit) und 7D (Facility Management).
Begriffsgeschichte und Standardisierung
Der Begriff wurde in den 1990er Jahren geprägt, die Methode gewann ab 2010 durch staatliche BIM-Mandate (UK 2016, Deutschland ab 2020 für Pilotprojekte) an Bedeutung. Die internationale Norm ISO 19650 regelt das Informationsmanagement über den Lebenszyklus. Der offene Datenstandard IFC (Industry Foundation Classes) wird von buildingSMART Deutschland entwickelt und gepflegt.
Typische Komponenten
- BIM-Autorenwerkzeuge (Modellierung)
- Common Data Environment (CDE) – zentrale Projektplattform
- BIM-Koordination und Kollisionsprüfung
- Modellprüfung und Qualitätssicherung
- IFC-Viewer und -Konverter
- 4D-Bauablaufplanung
- 5D-Kostenplanung
Anwendung im B2B-Software-Markt DACH
In Deutschland gilt seit 2020 eine stufenweise BIM-Einführungspflicht für Bundesinfrastrukturprojekte. Österreich und die Schweiz fördern BIM über branchenspezifische Normen (ÖNORM A 6241, SIA 2051). Die Nachfrage nach CDE-Plattformen und BIM-Koordinationswerkzeugen wächst stark, getrieben durch regulatorische Vorgaben und Effizienzgewinne in der Bauplanung.
Relevante Anbieter im DACH-Raum
- thinkproject – CDE- und EDMS-Plattform, Triton Partners-Portfolio
- Dalux – BIM-Viewer und Bauprojektmanagement aus Dänemark
- Catenda – openBIM-CDE-Plattform aus Norwegen
- KUBUS – BIM-Software aus den Niederlanden
- Autodesk Revit – BIM-Autorenwerkzeug
- Autodesk Construction Cloud – Cloud-CDE-Plattform
- Navisworks – BIM-Koordination und Kollisionsprüfung
- BIMcollab – BIM-Issue-Management
Verwandte Begriffe
Quellen
- ISO 19650-1:2018 – Organization and digitization of information about buildings and civil engineering works
- buildingSMART International: IFC Specification
- BMVI: Stufenplan Digitales Planen und Bauen (2015)
- Planen Bauen 4.0 GmbH: BIM-Leitfäden Deutschland