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SNP Schneider-Neureither & Partner

SNP Schneider-Neureither & Partner: Die SNP Schneider-Neureither & Partner SE ist ein Softwarehaus aus Heidelberg, das sich auf die Transformation von...

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SNP Schneider-Neureither & Partner

Die SNP Schneider-Neureither & Partner SE ist ein Softwarehaus aus Heidelberg, das sich auf die Transformation von SAP-Landschaften spezialisiert hat: Datenmigrationen, Carve-outs, Systemzusammenlegungen und S/4HANA-Umstellungen. Kern des Geschäfts ist der selbst geprägte BLUEFIELD-Ansatz, eine selektive Datenmigration zwischen klassischem Greenfield (Neuaufbau) und Brownfield (Systemkonvertierung), umgesetzt über die eigene Softwareplattform Kyano (vormals CrystalBridge). 2024 erzielte SNP 254,8 Mio. € Umsatz mit rund 1.600 Mitarbeitern. Nach fast 25 Jahren an der Börse übernahm der US-Finanzinvestor Carlyle das Unternehmen im April 2025 für 61 € je Aktie und nahm es vom Kurszettel.

Überblick

  • Typ: Softwarehersteller (SAP-Transformation, Datenmigration)
  • Rechtsform: SE (Societas Europaea, seit Dezember 2017)
  • Gründung: 1994 durch Andreas Schneider-Neureither
  • Hauptsitz: Heidelberg, Deutschland
  • CEO: Jens Amail (seit Januar 2023)
  • Mitarbeiter: ca. 1.600 an 35 Standorten in 20 Ländern (2024)
  • Umsatz: 254,8 Mio. € (2024, +25 % ggü. Vorjahr)
  • EBIT: 28,6 Mio. € (2024, Marge 11,2 %)
  • Eigentümer: Carlyle (Public-to-Private, Closing 10. April 2025)
  • Frühere Notierung: Frankfurter Wertpapierbörse, Prime Standard (SHF.DE), IPO am 3. April 2000
  • Website: snpgroup.com

Produkte und Services

SNP verkauft Software und Beratung für die Umstrukturierung SAP-zentrierter IT-Landschaften. Typische Anlässe: S/4HANA-Migrationen, Carve-outs und Post-Merger-Integrationen, Systemkonsolidierungen, Datenarchivierung und Cloud-Umzüge.

Kyano (vormals CrystalBridge)

Die Plattform Kyano bündelt seit 2024 die technischen Fähigkeiten der bisherigen Transformationssuite CrystalBridge mit Partnerfunktionalitäten für softwarebasierte Datenmigration und Datenmanagement. Sie analysiert bestehende SAP-Systeme automatisiert, simuliert Transformationsszenarien und führt die eigentliche Datenmigration regelbasiert aus. Das reduziert manuelle Mapping-Arbeit, die bei klassischen Migrationsprojekten den Großteil des Aufwands ausmacht.

BLUEFIELD-Ansatz

BLUEFIELD ist die von SNP geprägte und markenrechtlich geschützte Methodik der „selective data transition”: Statt ein SAP-System komplett neu aufzubauen (Greenfield) oder eins zu eins zu konvertieren (Brownfield) werden Konfiguration und historische Daten selektiv in das Zielsystem übernommen. Kunden können dabei in einem Schritt Prozesse bereinigen, Altdaten zurücklassen und trotzdem relevante Historie mitnehmen. Der Ansatz hat sich als Branchenbegriff etabliert; SAP selbst adressiert dasselbe Feld mit ihren „Selective Data Transition”-Services.

Services

Neben Lizenzen erbringt SNP Beratungs- und Projektleistungen, zunehmend aber über ein Partnermodell: Systemintegratoren und Hyperscaler setzen SNP-Software in eigenen Migrationsprojekten ein. Das partnergetriebene Geschäft war ein wesentlicher Treiber des Umsatzsprungs 2024.

Geschichte und Entwicklung

JahrEreignis
1994Gründung durch Andreas Schneider-Neureither in Heidelberg
2000Börsengang am 3. April, zunächst am Neuen Markt
2017Umwandlung in eine SE
2020Tod des Gründers und CEO Andreas Schneider-Neureither (1964–2020) im November
2021Übernahme der Datavard AG (SAP-Datenmanagement, Heidelberg)
2023Jens Amail übernimmt als CEO
2024Rekordjahr: 254,8 Mio. € Umsatz, EBIT +157 %; im Dezember Ankündigung des Carlyle-Übernahmeangebots
2025Closing der Carlyle-Übernahme am 10. April, anschließend Rückzug von der Börse

Der plötzliche Tod des Gründers Ende 2020 traf ein Unternehmen mitten im Umbau vom projektlastigen Beratungshaus zum Softwareanbieter. Nach einer Übergangsphase mit wechselnder Vorstandsbesetzung brachte Jens Amail ab 2023 Kontinuität: 2023 und 2024 waren jeweils Rekordjahre, die EBIT-Marge stieg 2024 um 5,7 Prozentpunkte auf 11,2 %. Rückenwind liefert die S/4HANA-Migrationswelle — SAP beendet die Mainstream-Wartung für die Altprodukte ECC 6.0 zum Ende 2027, was bei tausenden Bestandskunden Transformationsprojekte erzwingt.

Team und Führung

CEO ist seit Januar 2023 Jens Amail. Er folgte auf eine Phase mit mehreren Führungswechseln nach dem Tod des Gründers. Größter Einzelaktionär war bis zur Carlyle-Übernahme Wolfgang Marguerre, Gründer des Pharmaunternehmens Octapharma, der 65,19 % der Anteile hielt und diese per Aktienkaufvertrag an Carlyle verkaufte.

Investoren und Eigentümer

Seit April 2025 gehört SNP dem Finanzinvestor Carlyle. Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot über 61 € je Aktie (Prämie von 13,4 % auf den Xetra-Schlusskurs vom 20. Dezember 2024) wurde am 23. Dezember 2024 angekündigt. Carlyle hatte sich vorab über den Aktienkaufvertrag mit Marguerre (65,19 %) und unwiderrufliche Andienungsvereinbarungen weiterer Aktionäre (11,06 %) bereits 76,25 % des Grundkapitals gesichert; das Transaktionsvolumen lag bei rund 440 Mio. €. Das Closing erfolgte am 10. April 2025, danach folgte das Delisting.

Exit-Prognose

Da CEP V bereits 2019 geschlossen wurde und SNP erst 2025 ins Portfolio kam, liegt das Investment spät im Fondszyklus. Eine Haltedauer bis an das Ende der regulären Fondslaufzeit oder ein Übertrag in ein Continuation Vehicle sind denkbare Szenarien.

Konkurrenz

Der Markt für SAP-Transformationssoftware ist eng zugeschnitten, die Wettbewerber kommen aus drei Richtungen:

  • Spezialisierte Software- und Beratungshäuser: Syniti (USA, Datenmigration, seit 2023 bei Capgemini), smartShift (Code-Transformation), cbs Corporate Business Systems (Heidelberg, Materna-Gruppe) und Natuvion (seit 2022 mehrheitlich bei NTT Data) arbeiten am selben Problem — teils mit eigener Software, teils beratungsgetrieben.
  • SAP selbst: Mit den Data Management & Landscape Transformation Services (DMLT) und dem RISE-with-SAP-Programm besetzt SAP Teile des Transformationsgeschäfts im eigenen Haus.
  • Globale Systemintegratoren: Accenture, Deloitte, IBM und Capgemini führen die großen S/4HANA-Programme und entscheiden oft, welche Migrationswerkzeuge zum Einsatz kommen. Für SNP sind sie gleichzeitig Vertriebskanal und Wettbewerb, je nach Projekt.

Ein Überblick über den ERP-Gesamtmarkt, dessen Modernisierung SNPs Geschäft antreibt, findet sich unter Horizontal-ERP DACH.

Quellen


Akquisitionen