B2B Software Deals KW 06/2026: GRC-Konsolidierung und Thinkproject-Exit am Horizont
Von Jochen Maurer
B2B Software Deals in DACH und Benelux: 3. - 9. Februar 2026
GRC und Regulatory Reporting dominieren die Woche. Maguar Capital aus München wagt den ersten Schritt nach Spanien und investiert in GlobalSuite Solutions, einen führenden GRC-Software-Anbieter. Mit geplanter DACH-Expansion ist dieser Deal hochrelevant für den deutschsprachigen Markt.
Parallel baut RiskConcile unter Main Capital Partners-Eigentum die pan-europäische Position im Regulatory Reporting aus. Die Übernahme von Substance over Form aus London stärkt die Kompetenz bei Private und Alternative Assets - ein Segment mit wachsender regulatorischer Komplexität.
Im Hintergrund sorgt die AI-Transformation für Unruhe im Software-Sektor. Bloomberg berichtet, dass PE-Investoren ihre Software-Thesen überdenken müssen, während Anthropic mit neuen AI-Tools traditionelle SaaS-Geschäftsmodelle unter Druck setzt.
Deal 1: Maguar Capital investiert in GlobalSuite Solutions
| Element | Details |
|---|---|
| Ankündigung | 3. Februar 2026 |
| Deal-Typ | PE Platform Investment |
| Käufer | Maguar Capital (München, Deutschland) |
| Ziel | GlobalSuite Solutions — GRC-Software-Plattform |
| Standort | Madrid, Spanien (starke Präsenz in Iberia und Lateinamerika) |
| Verkäufer | Gründer Antonio Quevedo Muñoz (bleibt CEO und signifikant investiert) |
| Deal-Wert | Nicht bekannt |
GlobalSuite Solutions wurde 2007 von Antonio Quevedo Muñoz gegründet und bietet eine umfassende GRC-Software-Suite (Governance, Risk & Compliance) für regulierte Branchen. Die Plattform deckt Informationssicherheit, Business Continuity, Risikomanagement, Compliance, ESG, Audit, Datenschutz und Third-Party Risk Management ab. Der Kundenstamm umfasst primär Banking, Versicherungen, Healthcare und Telekommunikation in Spanien, Portugal und Lateinamerika.
Strategische Einschätzung
Produkt-Strategie: Für Maguar Capital ist dies der erste Deal in Spanien - ein strategischer Schritt zur geografischen Diversifizierung. Maguar ist bekannt für Investments in kleine und mittlere B2B-Software-Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Die Buy-Thesis: GRC-Software ist ein Compliance-getriebener Wachstumsmarkt mit hoher Kundenbindung. Regulierungsdruck (NIS2, DORA, EU AI Act, ESG-Reporting) treibt die Nachfrage.
Die geplante DACH-Expansion ist besonders interessant: GlobalSuite Solutions soll mit Maguar-Unterstützung in den deutschsprachigen Markt eintreten. Das ergänzt Maguar’s bestehendes Portfolio und schafft potenzielle Cross-Selling-Opportunities.
Tech-Stack & Integration: GRC-Plattformen sind typischerweise stark konfigurierbar:
- Single Source of Truth: Zentralisierte Datenplattform für alle GRC-relevanten Informationen
- Framework-Mapping: Automatisches Mapping zwischen verschiedenen Compliance-Frameworks (ISO 27001, SOC2, DSGVO, etc.)
- Workflow Automation: Audit-Trails, Freigabeprozesse, Eskalationsmechanismen
- Integration Layer: APIs zu bestehenden IT-Systemen (SIEM, IAM, ITSM)
Die technische Herausforderung bei der DACH-Expansion: Lokalisierung für deutsche Compliance-Anforderungen (BSI Grundschutz, KRITIS, branchenspezifische Regulierungen) erfordert signifikante Produktanpassungen.
AI-Implikation: GRC ist ein AI-Sweet-Spot mit hohem Automatisierungspotenzial:
- Automated Risk Assessment: ML-basierte Risikoidentifikation und -bewertung
- Control Testing Automation: AI-gestützte Prüfung von Kontrolleffektivität
- Policy Generation: LLM-basierte Erstellung von Compliance-Dokumenten
- Anomaly Detection: Echtzeit-Erkennung von Compliance-Verstößen
Der GRC-Markt erreicht bis 2027 geschätzte $64 Mrd. - AI-Features werden zum Differenzierungsmerkmal.
Meine Perspektive 🎯
Home Turf - GRC-Software kenne ich aus mehreren DDs. Der Deal ist strategisch clever:
- Regulierungswelle als Rückenwind: NIS2, DORA, EU AI Act - die Compliance-Anforderungen explodieren. Wer jetzt eine integrierte Plattform hat, profitiert
- Gründer bleibt aktiv: Antonio Quevedo Muñoz bleibt signifikant investiert und führt als CEO weiter - das reduziert Execution-Risiken erheblich
- DACH als Wachstumshebel: Der deutsche Compliance-Markt ist groß, aber fragmentiert. Ein spanischer Player mit Maguar-Backing hat gute Chancen
Die kritischen Fragen:
- Wettbewerbsintensität in DACH: ServiceNow GRC, OneTrust, SAP GRC - die Konkurrenz ist stark. Wie differenziert sich GlobalSuite?
- Lokalisierungsaufwand: Deutsche Compliance-Frameworks sind komplex. Wie lange dauert die Produktanpassung?
- Language Barrier: Software-Verkauf in Deutschland erfordert deutsche Sales- und Support-Teams
Weiterführende Links:
Deal 2: RiskConcile übernimmt Substance over Form (Main Capital-backed)
| Element | Details |
|---|---|
| Ankündigung | 3. Februar 2026 |
| Deal-Typ | PE-backed Add-on Akquisition |
| Käufer | RiskConcile (Belgien), backed by Main Capital Partners |
| Ziel | Substance over Form (SOF) — Regulatory Reporting für Private & Alternative Assets |
| Standort | London, UK |
| Verkäufer | Gründer/Management |
| Deal-Wert | Nicht bekannt (~13 Mitarbeiter, 140+ institutionelle Kunden) |
Substance over Form (SOF) wurde in London gegründet und ist spezialisiert auf Regulatory Reporting für Private und Alternative Assets. Die Plattform unterstützt Reporting nach Solvency II, CRR 3/Pillar 2, VAG/AnlV, SFDR/CSRD/ESRS und EU Taxonomy. Mit ~13 Mitarbeitern bedient SOF über 140 institutionelle Kunden - primär GPs, LPs und deren Service-Provider im Alternative-Assets-Bereich.
Dies ist RiskConciles dritte Akquisition seit dem Main Capital Partners-Investment im Juni 2024 (nach Fitz Partners im September 2025). Jegor Tokarevich, Gründer und CEO von SOF, wird Co-CEO von RiskConcile neben Jan De Spiegeleer.
Strategische Einschätzung
Produkt-Strategie: Main Capital baut über RiskConcile eine pan-europäische Regulatory-Reporting-Plattform für die Asset-Management-Industrie. Die Buy-Thesis: Regulatorische Komplexität im Fondsbereich steigt kontinuierlich. Wer alle Reporting-Anforderungen aus einer Hand bedienen kann, hat einen strukturellen Vorteil.
Mit SOF erweitert RiskConcile das Portfolio um illiquide Asset-Klassen:
- RiskConcile Core: Liquid Assets (UCITS, Investmentfonds)
- Substance over Form: Private Equity, Real Estate, Infrastructure, Private Debt
Die Kombination schafft eine Full-Spectrum-Lösung für Multi-Asset-Manager.
Tech-Stack & Integration: Regulatory Reporting für Alternative Assets hat spezifische Herausforderungen:
- Data Aggregation: Private Assets haben weniger standardisierte Datenquellen als Public Markets
- Look-Through Reporting: Durchschau auf Underlying Assets bei Fund-of-Funds-Strukturen
- Multi-Jurisdictional Compliance: Unterschiedliche Reporting-Anforderungen pro Land (BaFin, FCA, AMF)
- Template Management: Regulatorische Formulare ändern sich regelmäßig
Die Integration erfordert Schema-Harmonisierung zwischen RiskConcile’s Liquid-Asset-Modell und SOF’s Alternative-Asset-Strukturen.
AI-Implikation: Regulatory Reporting ist reif für AI-Automatisierung:
- Data Extraction: ML-basierte Extraktion aus unstrukturierten Dokumenten (Fund Reports, NAV Statements)
- Validation Rules: AI-gestützte Plausibilitätsprüfungen vor Submission
- Regulatory Change Management: Automatische Identifikation relevanter Regulierungsänderungen
- Natural Language Queries: Compliance-Officers fragen Reports per Chatbot ab
Meine Perspektive 🎯
Neues Terrain - Regulatory Reporting für Alternative Assets ist außerhalb meiner Kernexpertise, aber die Deal-Logik ist klassisch Main Capital:
- Buy-and-Build Excellence: Dritte Akquisition in 18 Monaten - Main Capital exekutiert die Konsolidierungsstrategie konsequent
- UK-Expansion: Mit SOF kommt starke UK-Präsenz - wichtig, da London trotz Brexit das Zentrum für Alternative Assets bleibt
- Regulatory Tailwinds: SFDR, CSRD, EU Taxonomy - die ESG-Reporting-Pflichten treiben Nachfrage massiv
Die Fragen:
- Brexit-Impact: Wie funktioniert UK-EU Regulatory Reporting nach der Brexit-Divergenz?
- Competitive Landscape: Wie positioniert sich RiskConcile gegen Bloomberg AIM, StateStreet Alpha?
- Scalability: 13 Mitarbeiter für 140+ Kunden - wie skaliert das ohne signifikante Team-Investitionen?
Weiterführende Links:
- RiskConcile Group Website
- Substance over Form (über LinkedIn)
- Main Capital Partners Website
- Funds Europe Bericht
Marktkontext: AI-Disruption im Software-Sektor
KW06/2026 steht im Zeichen einer breiteren Marktkorrektur bei Software-Aktien. Auslöser: Anthropic’s Ankündigung neuer AI-Tools, die traditionelle SaaS-Funktionalitäten ersetzen können.
Bloomberg berichtet: Private Equity’s Giant Software Bet Has Been Upended by AI. Die These: PE-Investoren, die seit Jahren auf “sticky, boring-but-beautiful” Software (ERP, HR, Payroll) setzen, müssen ihre Annahmen überdenken. AI-Agenten könnten Teile dieser Software-Kategorien disintermediieren.
Was bedeutet das für die Deals dieser Woche?
GRC (GlobalSuite) ist relativ AI-resilient:
- Compliance erfordert Audit-Trails und Nachvollziehbarkeit
- Regulatorische Frameworks ändern sich häufig - das erfordert spezialisiertes Domain-Wissen
- “AI as Feature” statt “AI as Replacement”
Regulatory Reporting (RiskConcile) ist ebenfalls defensiv positioniert:
- Regulatorische Formulare sind standardisiert - AI kann hier automatisieren, aber nicht ersetzen
- Institutional Trust: Finanzregulatoren akzeptieren nicht jede AI-Lösung
- Data Quality Requirements: Alternative Assets erfordern menschliche Validierung
PE Software Investment Thesis 2026
Die Deals zeigen: PE-Investoren fokussieren auf Compliance-getriebene Software mit:
- Regulatory Moats: Je komplexer die Regulierung, desto höher die Eintrittsbarrieren
- Data Network Effects: Wer mehr Kunden hat, hat bessere Benchmark-Daten
- AI-Complementary Features: AI als Effizienz-Tool, nicht als Kernprodukt
Deal 3: EQT erwägt Thinkproject-Verkauf (€1,5 Mrd.)
| Element | Details |
|---|---|
| Bekanntgabe | 3. Februar 2026 (Bloomberg) |
| Deal-Typ | Potenzieller PE Exit / Secondary Buyout |
| Verkäufer | EQT (Stockholm) |
| Ziel | Thinkproject — Construction Intelligence SaaS |
| Standort | München, Deutschland (18 Offices in 11 Ländern) |
| Mögliche Bewertung | Bis zu €1,5 Mrd. (~$1,8 Mrd.) |
| Advisor | Arma Partners |
| Status | Käuferinteresse wird sondiert, keine Transaktion bestätigt |
Thinkproject wurde 2000 in München gegründet (damals eine Tochter der Deutschen Telekom und den Söhnen des Walter Bau Imperiums) und hat sich zum europäischen Marktführer für Construction Intelligence entwickelt. Die Plattform ermöglicht Bauherren, Contractors und Betreibern die digitale Verwaltung von Kosten, Verträgen, Assets und Workflows über den gesamten Built-Asset-Lifecycle. Mit über 3.000 Kunden weltweit - darunter Deutsche Bahn, Hochtief und zahlreiche Infrastruktur-Großprojekte - ist Thinkproject tief in kritische Bauprozesse eingebettet.
Ownership-Historie
- 2017: TA Associates erwirbt strategische Beteiligung
- 2020: EQT übernimmt Mehrheit von TA (Bewertung geschätzt ~€500-700 Mio.)
- 2020-2026: Expansion in Infrastructure, Utilities, Industrial End Markets
- 2026: EQT sondiert Exit-Optionen bei €1,5 Mrd. Bewertung
Das entspricht einer ~2-3x Value Creation in 5-6 Jahren - solide PE-Performance, aber kein Home Run.
Produkt-Portfolio: Common Data Environment (CDE) im Zentrum
Thinkproject’s Kernprodukte adressieren verschiedene Segmente des Baumarkts:
| Produkt | Beschreibung | Zielmarkt |
|---|---|---|
| CDE INFRASTRUCTURE (EPLASS) | Workflow-basierte Kollaborationsplattform für Großprojekte mit integrierten Review-Prozessen | Öffentliche Auftraggeber, Infrastruktur (Straße, Schiene) |
| CDE CONSTRUCTION (CONCLUDE) | ISO 19650-zertifiziert, BIM Level 2-konform (TÜV SÜD attestiert) | Kommerzielle und Wohnbauprojekte |
| Connected Data Ecosystem | Single Source of Truth für Built-Asset-Daten mit Handover-Lösung | Asset Owner, Facility Management |
| Thinkproject AI (NEU 2026) | Intelligente Assistenten und AI-Agents für Productivity-Steigerung | Alle Segmente |
Tech-Stack & Integration
Die Thinkproject-Architektur ist ein klassisches Enterprise-SaaS-Modell mit spezifischen ConTech-Herausforderungen:
- Multi-Tenant vs. Project-Isolated: Große Infrastrukturprojekte erfordern oft dedizierte Instanzen (Compliance, Geheimhaltung)
- Offline-Capability: Baustellen haben oft schlechte Konnektivität - Mobile-First mit Sync-Mechanismen
- Document-Heavy Workflows: CAD/BIM-Dateien sind groß - Storage und Rendering sind kritisch
- Long-Tail Integration: Hunderte von Drittanbieter-Tools (CAD, ERP, Projektmanagement) müssen angebunden werden
- Regulatory Compliance: ISO 19650, nationale Bauvorschriften, öffentliche Vergaberichtlinien
Die AI-Ankündigung ist strategisch wichtig: Construction ist ein AI-Laggard - wer hier früh liefert, differenziert sich.
AI-Implikation für Construction Intelligence
Der Bausektor ist reif für AI-Disruption, aber die Adoption ist langsam:
Bereits Standard: OCR für Dokumentenverarbeitung, regelbasierte Workflow-Automation, einige BIM Usecases
Emerging (Differenzierungspotenzial):
- Predictive Analytics: Verzögerungsprognosen basierend auf historischen Projektdaten
- Automated Compliance Checking: AI prüft Pläne gegen Bauvorschriften
- Intelligent Document Classification: Automatische Kategorisierung von Projektdokumenten
- Natural Language Queries: “Zeige alle offenen RFIs für Gewerk Elektro”
Thinkproject’s AI-Chance: Mit 3.000+ Kunden hat Thinkproject einen einzigartigen Datenschatz an Projektdaten. Diese Daten für AI-Training zu nutzen, könnte ein echter Moat sein - wenn die Kunden es erlauben (Data Governance ist hier kritisch).
Meine Perspektive: Thinkproject 🎯
Home Turf - Thinkproject kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich habe dort gearbeitet und den Markt für Construction Intelligence aus erster Hand erlebt. Der potenzielle Exit ist hochinteressant.
Was Thinkproject stark macht:
- Marktführerschaft in Europa: Im fragmentierten CDE-Markt ist Thinkproject der klare pan-europäische Champion. Aconex (Oracle) und Procore sind US-lastig, Thinkproject dominiert DACH, UK und Nordics
- Sticky Customer Base: CDE-Wechsel mitten im Projekt ist praktisch unmöglich. Die Retention-Rates sind extrem hoch
- Regulatory Tailwind: BIM-Mandate in UK, Deutschland und Skandinavien treiben die Digitalisierung. Wer nicht auf einer CDE-Plattform ist, kann an öffentlichen Projekten nicht teilnehmen
- Infrastructure-Boom: EU Green Deal, Energiewende, Verkehrswende - die Investitionen in Infrastruktur explodieren
Die kritischen Fragen, die ich in einer DD stellen würde:
- Customer Concentration: Wie abhängig ist Thinkproject von Großkunden wie Deutsche Bahn oder den Energieversorgern? Ein Kundenverlust bei Top-10 wäre schmerzhaft
- Product-Portfolio-Komplexität: EPLASS, CONCLUDE, und weitere Produkte - wie integriert ist das wirklich? Oder sind es de facto separate Plattformen mit gemeinsamer Brand?
- Competition from Big Tech: Autodesk Construction Cloud, Procore - investieren massiv. Kann Thinkproject als europäischer Champion mithalten?
- AI-Readiness: Die AI-Ankündigung klingt gut, aber wie weit ist die Implementierung wirklich? Vaporware oder echte Features?
- Talent: Gute Construction-Tech-Engineers sind rar. Wie ist die Retention nach inzwischen 8 Jahren PE-Ownership?
Mögliche Käufer:
- Strategisch: Autodesk (würde europäische Präsenz massiv stärken), Nemetschek (deutsche ConTech-Konsolidierung), Trimble (Portfolio-Expansion)
- Secondary PE: Hg (hat mit Procore-Investment Erfahrung in ConTech), Permira, Vista Equity
- Infra-Funds: Brookfield, Macquarie - zunehmend in Infra-Tech investierend
Mein Take: €1,5 Mrd. ist ein fairer, aber kein euphorischer Preis. Bei geschätzten €100-150 Mio. ARR entspricht das ~10-15x ARR - marktüblich für SaaS, aber kein Premium. Für einen strategischen Käufer mit Synergien könnte es trotzdem attraktiv sein.
Ich würde genau hinschauen, wie die AI-Story entwickelt wird. Wenn Thinkproject überzeugende AI-Features liefern kann, ist Upside da. Wenn es bei Ankündigungen bleibt, wird der Exit schwieriger.
Weiterführende Links:
Fazit
KW06/2026 zeigt zwei parallele Trends im europäischen B2B-Software-Markt:
1. Compliance-Software als Safe Haven: Maguar Capital und Main Capital Partners setzen auf regulatorisch getriebene Segmente - GRC und Regulatory Reporting. In einer Welt, in der AI traditionelle SaaS-Kategorien bedroht, bieten diese Bereiche relative Sicherheit durch hohe Eintrittsbarrieren und regulatorische Komplexität.
2. Construction Tech vor großem Exit: Der potenzielle Thinkproject-Verkauf durch EQT bei €1,5 Mrd. wäre einer der größten europäischen ConTech-Exits. Der Deal würde zeigen, dass PE-Investoren auch in vertikalen SaaS-Märkten attraktive Returns erzielen können.
Die geografische Expansion bleibt Thema: Maguar geht erstmals nach Spanien, RiskConcile stärkt UK-Präsenz, und für Thinkproject könnten US-Strategics wie Autodesk als Käufer interessant sein.
Die AI-Debatte prägt alle drei Deals: GlobalSuite positioniert sich als AI-enhanced GRC, RiskConcile automatisiert Regulatory Reporting, und Thinkproject hat gerade AI-Features angekündigt. Wer AI als Feature integriert statt als Bedrohung fürchtet, wird 2026 die besseren Exits sehen.
Autor: Jochen Maurer | Stand: 6. Februar 2026