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Vier KIs, vier Suchmaschinen: Warum Platz 1 bei Google nicht mehr reicht

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GEO KI-Sichtbarkeit Generative Engine Optimization AI Search SEO

Stell dieselbe Frage vier Antwortmaschinen — und du befragst vier verschiedene Suchmaschinen. ChatGPT zieht seine Treffer aus dem Bing-Index. Gemini und die Google AI Overviews greifen auf den Google-Index. Claude sucht über die Brave Search API. Perplexity nutzt einen eigenen Crawler und Index. Die Konsequenz hört kaum jemand gern: Platz 1 bei Google sagt nichts mehr darüber, ob ChatGPT oder Claude dich kennt.

Wie eine KI das Web durchsucht

Der Mechanismus ist bei allen ähnlich. Die KI formuliert aus deiner Frage eine oder mehrere Suchanfragen, schickt sie an einen Such-Index, bekommt eine Trefferliste, liest die obersten Seiten und schreibt daraus eine Antwort mit Quellen. Das Modell selbst hat keinen Web-Index — es leiht sich einen.

Wer welchen leiht, ist öffentlich dokumentiert. ChatGPT-Search startete im November 2024 auf Bings Index und baut seitdem einen eigenen Crawler (OAI-SearchBot) aus; ob Bing schon vollständig ersetzt ist, hat OpenAI nicht bestätigt. Gemini grounded laut Google-Doku „mit Google Search”. Claudes Websuche läuft über Brave — Anthropic nennt das in den Tool-Docs nicht, es steht in der Subprozessoren-Liste und wurde von Entwicklern nachgewiesen. Perplexity hat sich von der anfänglichen Bing-Anbindung gelöst und crawlt selbst.

Praktisch heißt das: Vier Engines, vier Crawler, vier Indizes. Wenn der Brave-Index dich nicht kennt, bist du bei Claude unsichtbar — egal, wie gut du bei Google rankst. Welche Engine dich kennt, lässt sich pro Engine prüfen.

Wem die KI glaubt

Die spannendere Frage ist, wie diese Maschinen aus der Trefferliste auswählen, wen sie zitieren. Die alte SEO-Antwort hieß: Backlinks. Diese Logik verliert an Gewicht.

Ahrefs hat 2025 über 75.000 Marken ausgewertet. Den stärksten Zusammenhang mit Sichtbarkeit in Googles AI Overviews zeigten Marken-Erwähnungen im Web: Korrelation 0,664, deutlich vor rohen Backlinks mit 0,218. Markennennungen schlagen Links etwa drei zu eins. Dazu kommt: Antwortmaschinen zitieren großteils andere URLs als Googles organische Top-10 — die Überschneidung liegt je nach Studie nur bei 7 bis 13 Prozent. Eine gute Google-Position ist also nicht mal innerhalb von Google eine Garantie, in der KI-Antwort zu landen.

Was stattdessen zieht: häufige Erwähnung über viele Seiten hinweg, eigene Daten und Statistiken, eine zitierfähige Struktur (die Antwort steht in den ersten Sätzen, nicht im dritten Absatz) und Aktualität.

Was die Forschung sagt

Die Princeton-Arbeit „GEO: Generative Engine Optimization” (KDD 2024) hat das im Labor durchgespielt: Über rund 10.000 Anfragen steigert das gezielte Anreichern von Inhalten die Sichtbarkeit in generativen Antworten um bis zu 40 Prozent. Am stärksten wirken zitierfähige Quotes, eingebaute Statistiken und ausgewiesene Quellen. Was nicht wirkt — und auf Perplexity sogar schadet: Keyword-Stuffing. Die klassische Keyword-Dichte, jahrelang das Brot-und-Butter-Werkzeug der SEO, läuft in Antwortmaschinen ins Leere.

Labor und Feld zeigen in dieselbe Richtung. Sichtbar wird, wer oft genannt wird, eigene Zahlen liefert und sich knapp zitieren lässt. Der dickste Link-Graph hilft dabei am wenigsten.

Was das für DACH-B2B heißt

Drei Dinge. Erstens: Lass dich über deine Kategorie hinweg erwähnen — Fachpresse, Vergleiche, Verzeichnisse, Partnerseiten. Die KI zitiert, was im Netz über dich steht, über deine eigene Seite hinaus. Zweitens: Veröffentliche Eigenes — Benchmarks, Zahlen, klare Definitionen, die ein Modell als Quelle übernehmen kann. Drittens: Mach dich für jeden Crawler lesbar und miss getrennt. Bing, Google und Brave führen dich unterschiedlich.

Genau dafür ist der GEO Scanner gebaut: Er fragt ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude einzeln, liefert einen GEO-Score in unter einer Minute und sagt pro Engine, wo du nicht genannt wirst und was zu tun ist. Die eigene Domain lässt sich kostenlos prüfen. Hintergrund zur Methodik steht in der GEO-Übersicht, die Begriffe im Glossar.