The Playbook
PE-Strategie

Insight KW24: Buy-and-Build 2.0 — Die Konsolidierungs-Maschine im europäischen Software-Mid-Market

Von Jochen Maurer

Buy-and-Build Private Equity Vertical SaaS M&A Main Capital Hg Capital Konsolidierung DACH

TMA hat in 15 Monaten vier Add-ons gemacht. Vier. Wer sich die Mühe macht und nachzählt, kommt auf einen Deal alle 3,75 Monate. Das ist kein PE-Investment mehr, das ist ein Fließband. Und es ist exakt das, was Main Capital als Marke verkauft: keine Wette auf eine geniale Plattform, sondern industrielle Konsolidierung als Geschäftsmodell.

Die Zahl, die in den letzten Wochen durch jeden PE-Outlook geistert: €207 Mrd. Add-on-Deal-Volumen in Europa seit 2020 (Quelle: Roland Berger European PE Outlook 2026). Mehr als das gesamte Plattform-Deal-Volumen im gleichen Zeitraum. Wer in europäische Software investiert und nicht über Buy-and-Build denkt, denkt nicht über europäische Software.

Das ist die unbequeme Erkenntnis dieses Insights: Es gibt im Software-Mid-Market keinen “anderen” Weg mehr. Die Frage ist nur noch, welche Schule man fährt — und ab wann das Tempo die Substanz frisst.

Warum überhaupt Buy-and-Build, warum jetzt

Wer die letzten 24 Monate beobachtet hat: SaaS-Multiples sind von 12-15x ARR auf 6-8x runter, gleichzeitig ist organisches Wachstum bei den meisten Mid-Market-Anbietern von 25-30% auf 12-18% gefallen. Was bleibt einem PE-Fund mit 2,5x-3x MOIC-Mandat?

Drei Hebel:

  1. Multiple Arbitrage — kleine Targets kaufen bei 5-7x EBITDA, in eine Plattform bei 12-15x bewerten
  2. Organisches Wachstum — schwierig, im DACH-Mid-Market eher 10-15% als 30%+
  3. Cross-Sell und Konsolidierungs-Synergien — Vertriebsapparat einer Plattform für mehrere Produkte nutzen

Hebel 1 funktioniert nur, wenn die Plattform groß genug ist. Hebel 3 funktioniert nur, wenn die Add-ons sauber integriert werden. Beides läuft auf dasselbe hinaus: Buy-and-Build ist nicht eine Strategie unter mehreren, sondern die Default-Antwort auf das Multiple-Compression-Problem.

Wer diese Logik nicht teilt, hat eine andere Erklärung dafür, warum Hg Capital gerade einen neuen Fund über £15 Mrd. raised und Main Capital offen über €15 Mrd. AUM spricht (Quelle: PE Insights, Mai 2026). Spoiler: Es gibt keine andere Erklärung. Die LPs glauben an Compounding über Add-ons, nicht an SaaS-Multiple-Expansion.

Die Vertical-SaaS-These ist gewonnen

46% aller europäischen SaaS-M&A-Transaktionen waren 2024-2025 Vertical SaaS (Quelle: IMAP Tech M&A Trends 2026). Vor fünf Jahren war diese Quote bei 28%. Der Markt hat entschieden.

Warum? Drei Gründe, die jeder, der einmal eine Tech DD im Mid-Market gemacht hat, kennt:

  • Niedrigere Churn-Rates. Vertical-SaaS-Anbieter sitzen tief in Workflows, die ohne sie nicht funktionieren. Ein Anwalt wird sein DMS nicht alle drei Jahre wechseln. Net Revenue Retention liegt regelmäßig bei 105-115%, gegen 95-105% bei Horizontal-Tools.
  • Höhere ACVs bei geringerer Komplexität. Wer 80% eines Sub-Segments hat, kann Preise heben. Horizontal SaaS ist immer ein Preiskampf.
  • Weniger Konkurrenz durch Hyperscaler. Microsoft baut keinen Kfz-Werkstatt-ERP. AWS baut keine Apotheken-Software. Vertical bleibt in Nischen, die zu klein für die Großen sind — und genau groß genug für €50-300m-Plattformen.

Vergleiche das mit dem, was im Markt-Hub AI Workbench passiert: Horizontal-Plays werden gerade von OpenAI, Anthropic und Microsoft zerrieben. Vgl. dazu AI Workbench: Eye of the Hurricane. Wer als Horizontal-SaaS-Anbieter heute noch existiert, kämpft gegen Modelle, die alle 6 Monate stärker werden. Wer Vertical ist, kämpft gegen seinen Wettbewerber von der nächsten Messe. Welcher Kampf ist gewinnbarer?

Zwei Archetypen: Breite (Main) vs. Tiefe (Hg)

Wer Buy-and-Build im europäischen Software-Markt verstehen will, sollte zwei Häuser nebeneinander legen.

Main Capital — Breite, Tempo, Holding-Logik

MetrikWert
Aktuelle Portfolio-Größe45+ Plattformen
Typische Plattform-Größe€20-100m ARR
Add-on-FrequenzTop-Plattformen: 3-6 Add-ons/Jahr
Geografischer FokusDACH, Benelux, Nordics
Aktuelles Fundraising-Ziel~€15 Mrd. AUM (Quelle: PE Insights, Mai 2026)
Bekannte Exits 20245 (u.a. Textkernel, JobRouter, Optimizers)

Mains These: Diversifizierung im Portfolio, viele kleine bis mittlere Plattformen, jeweils mit eigener Buy-and-Build-Story. Wenn drei Plattformen schwächeln, tragen 42 andere das Ergebnis. Operationelles Eingreifen über ein zentrales Add-on-Sourcing-Team und Standard-PMI-Playbooks.

Hg Capital — Tiefe, Größe, Plattform-Logik

MetrikWert
Aktuelle Portfolio-Größe~50 Investments, davon ~15 Mega-Plattformen
Typische Plattform-Größe€200m-2 Mrd. ARR
Add-on-FrequenzMega-Plattformen: 5-15 Add-ons/Jahr
Geografischer FokusUK, DACH, Nordamerika
Aktuelles Fundraising-Ziel£15 Mrd. (Saturn 4)
Bekannte HoldingsVisma, IRIS Software, Sovos, Howden

Hgs These: Wenige, sehr große Plattformen, die jeweils Marktführer in ihrer Nische sind. Visma als Inbegriff: über 200 Akquisitionen seit der Hg-Übernahme 2006. Jede einzelne Plattform ist groß genug, um eigene M&A-Teams, eigene PMI-Frameworks, eigene Bilanz-Konstrukte zu fahren.

Das interessante Detail: Beide Strategien funktionieren. Beide raisen aktuell Rekord-Funds. Was sie verbindet: industrielle Disziplin im Sourcing, klare PMI-Playbooks, Vertical-Fokus. Was sie unterscheidet: die Frage, ob man dem PMI-Team einer einzelnen Plattform €500m anvertraut (Hg) oder lieber das Risiko auf 45 Plattformen verteilt (Main).

Fallstudien aus dem Playbook: Wie das in der Praxis aussieht

TMA — vier Add-ons in fünfzehn Monaten

TMA (Main Capital, Plattform seit 2023) hat zwischen Mitte 2024 und Frühjahr 2026 vier Add-ons gemacht. Das ist Tempo. Wer mit Operatoren aus der Plattform spricht, hört zwei Dinge: Erstens, die Integrations-Roadmap wird permanent neu priorisiert. Zweitens, der Vertrieb verkauft das Akquisitions-Tempo aktiv als Storyline an die Kunden (“Wir werden zur Komplettlösung”). Beides ist riskant. Beides scheint zu funktionieren — bisher.

Omnidocs — Document Automation Build-up

Omnidocs ist ein klassischer Build-up im Document Automation Space. Drei Akquisitionen in zwei Jahren, alle in angrenzenden Sub-Segmenten (Templates, e-Signatures, Compliance-Workflows). Was an Omnidocs lehrreich ist: Die Integration ist nicht vorgetäuscht. Die Produkte werden tatsächlich technisch zusammengeführt, nicht nur kommerziell gebündelt. Das ist der Unterschied zwischen einem echten Build-up und einer Holding mit gemeinsamem Branding.

CarWise — Automotive ERP

CarWise ist die deutsche Antwort auf die Frage, ob Vertical SaaS auch in unsexy Branchen funktioniert. Antwort: Ja, sogar besser als in sexy Branchen. Kfz-Werkstätten haben hohe Schaltkosten, sind technisch nicht-versiert, kaufen einmal und bleiben dann. Net Revenue Retention im hohen 100er-Bereich. Build-up läuft seit drei Jahren, sechs Add-ons, geografische Expansion über DACH-Grenzen hinaus.

Was diese drei Fallstudien teilen: Vertical-Fokus, mittlere Plattform-Größe (€20-80m ARR), klar definierte Add-on-Logik. Was sie unterscheidet: das Tempo. Und genau hier wird es interessant.

Die PMI-Realität: Ab wann tötet das Tempo den Build-up

Das offene Geheimnis im europäischen Software-PE: Etwa jedes dritte bis vierte Add-on liefert nicht die geplanten Synergien. Anekdotisch — niemand publiziert harte Zahlen. Aber wer mit Operating Partners außerhalb des Bühnen-Modus spricht, hört das immer wieder.

Drei typische Failure-Modes:

1. Tech-Stack-Fragmentierung. Die Plattform hat .NET, das Add-on hat Java. Versprochene technische Integration wird drei Quartale verschoben. Dann sechs. Dann ist sie de facto tot, das Add-on bleibt eine separate Code-Base mit eigenem Team. Synergie-Hypothese fällt zusammen, weil man nicht 30% Engineering-Personal abbauen kann, wenn der Code nie zusammengeführt wird.

2. Sales-Channel-Konflikte. Plattform und Add-on hatten überlappende Kunden. Die kommerzielle Integration wird politisch — wer bekommt welchen Account, welcher Vertriebler verliert seine Quote. Sechs bis neun Monate Stagnation im Top-Line-Wachstum. PMI-Plan kalkuliert mit linearem Cross-Sell, Realität ist Friktion.

3. Founder-Burnout nach Integration. Add-on-Gründer bleibt für 12-24 Monate, dann ist er weg. Mit ihm gehen Kundenbeziehungen, Produkt-Wissen und das interne Netzwerk. Retention-Bonus-Strukturen helfen nur begrenzt — Geld ist nicht der Hauptgrund, warum Gründer bleiben oder gehen.

Wer drei bis vier Add-ons pro Jahr macht, hat im laufenden Jahr typischerweise 6-8 aktive PMI-Streams. Wenn jeder Stream 12-18 Monate dauert, bedeutet das: Die PMI-Kapazität wird zum Engpass, lange bevor das M&A-Budget knapp wird. Genau hier zerbrechen Buy-and-Builds. Nicht am Deal Flow, sondern an der Integrations-Bandbreite.

INSEAD hat dazu ein lesenswertes Framework publiziert (Quelle: “How Private Equity Firms Can Ace Buy-and-Build”, INSEAD Knowledge): Die erfolgreichsten Build-ups haben maximal 2 parallel laufende Vollintegrations-Streams pro 100 FTE Plattform-Größe. Alles darüber ist Schaufenster, keine Integration.

Die Buy-and-Build-Arithmetik im Detail

Warum die Mathematik funktioniert — und wo sie kippt:

KomponenteTypischer Beitrag zu PE-ReturnBemerkung
Multiple Arbitrage30-50%Plattform 12x, Add-ons 5-7x
Organisches Wachstum20-30%Schwierig im Mid-Market
Cross-Sell-Synergien15-25%Setzt echte PMI voraus
Kosten-Synergien10-20%Konsolidierung Backoffice, Hosting
Multiple-Expansion0-15%2024-2025 negativ

Die Multiple Arbitrage ist die schöne, einfache Komponente. Plattform für 12x ARR gekauft, jedes Add-on für 5-7x EBITDA reingeholt — sobald das Add-on in die Plattform integriert ist, gilt das Plattform-Multiple auch für den Add-on-EBITDA. Auf dem Papier 50-100% Wertzuwachs pro Add-on, in Sekundenschnelle.

In der Praxis nur dann, wenn:

  • Das Add-on tatsächlich integriert wird (technisch und kommerziell)
  • Der Exit-Käufer die Plattform als einheitliche Einheit bewertet, nicht als Holding mit Discount
  • Die ausgewiesenen Synergien im Q-of-E auch hart belastbar sind

Wer da schludert, kassiert beim Exit einen Holding-Discount von 15-25% — und die schöne Multiple-Arbitrage-Rechnung wird zur Nullnummer.

Trend 2026: Die Amerikaner kommen

Was den Markt 2026 verändert: US-LPs drängen massiv in europäische Software-Buy-and-Build-Funds. Main Capital hat das offen kommuniziert, Hg auch (Quelle: PE Insights, Mai 2026). Warum?

  • US-Software-Multiples sind höher als europäische, organisches Wachstum aber überall unter Druck. Europa bietet besseres Risk-Adjusted-Pricing für die gleiche Asset-Klasse.
  • Europäischer Mid-Market hat 5-10x mehr Plattform-Targets als der US-Mid-Market. Mehr Sourcing-Fläche, weniger Bieter-Konkurrenz.
  • Die “Buy-and-Build-Engineering”-Kompetenz europäischer Häuser (Main, Hg, Vitruvian, Bridgepoint) ist im US-Markt aktuell Mangelware.

Konsequenz: Mehr Kapital jagt die gleichen Plattformen. Bewertungen für Top-Plattformen ziehen wieder an, bei Mid-Tier-Plattformen bleiben sie unter Druck. Die Bifurkation, die wir schon im SaaS-Markt sehen, kommt jetzt im PE-Markt an.

Wer als Plattform attraktiv ist (klare Vertical-Position, NRR > 105%, drei Jahre profitable Historie), bekommt 2026 wieder 12-15x ARR. Wer Mid-Tier ist, bekommt 6-9x. Der Spread wird größer, nicht kleiner.

Meine Perspektive 🎯

  • Buy-and-Build ist kein Trend, sondern die Default-Architektur des europäischen Software-PE. Wer sich überlegt, ob er “Buy-and-Build macht oder nicht”, hat die Frage falsch gestellt. Die richtige Frage: Welcher Archetyp (Main vs. Hg) passt zur Fund-Größe, zum Team, zur Plattform-Reife? Alles andere ist Schaufenster.
  • Vertical schlägt Horizontal. Punkt. Wer 2026 noch eine Horizontal-SaaS-Plattform aufbauen will, sollte zweimal nachdenken. Die Hyperscaler-Konkurrenz ist erdrückend, die Multiples sind tiefer, Churn ist höher. Wenn überhaupt Horizontal, dann nur als reines AI-Distribution-Play — und das ist ein anderer Insight (siehe AI Workbench).
  • Die PMI-Bandbreite ist der echte Engpass, nicht das M&A-Budget. TMA mit vier Add-ons in 15 Monaten ist beeindruckend — und gefährlich. Wer die Integrations-Realität ignoriert, kassiert beim Exit Holding-Discounts. Wer in eine Plattform investiert, sollte fragen: Wie viele PMI-Streams laufen parallel, und wie viele PMI-Operators sitzen drauf? Wenn das Verhältnis schlechter als 1:2 ist, Vorsicht.
  • Die US-LP-Welle hebt nur Top-Plattformen. Mid-Tier-Plattformen werden 2026 nicht von der US-Nachfrage profitieren, sondern eher unter Konsolidierungsdruck geraten. Wer eine €30m-ARR-Plattform mit unklarer Vertical-Position hat, ist 2026 Akquisitions-Target, nicht Akquisitions-Maschine.
  • Add-on-Tempo ist ein Lagging Indicator für Plattform-Reife. Wer in einem Jahr drei Add-ons macht, hat entweder ein hervorragendes M&A-Team mit hervorragendem PMI-Apparat — oder er hat ein Problem, das er übertüncht. Aus der DD-Praxis: Bei einem 3-Add-ons-Jahr ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eines davon strategisch fragwürdig war, deutlich über 50%.

Framework: Wie man eine Buy-and-Build-Plattform bewertet

Eine Checkliste mit acht Fragen, die jeder Investor — oder Operator, der sich verkaufen lassen will — beantworten können sollte:

  1. Vertical-Position glasklar? Welche Branche, welches Sub-Segment, welcher Marktanteil? Wer “wir sind in mehreren Branchen aktiv” antwortet, ist Holding, nicht Plattform.
  2. NRR > 105%? Wenn nein, ist die Buy-and-Build-Logik fragwürdig. Niedrige NRR + viele Add-ons = Holding mit Brand.
  3. PMI-Kapazität:Add-on-Tempo > 2:1? Mindestens zwei dedizierte PMI-Operators pro aktivem Integrations-Stream.
  4. Tech-Stack-Konsolidierung explizit? Gibt es einen Plan, alle Add-ons technisch zu integrieren, mit Timeline und Budget? Oder bleibt es bei kommerzieller Bündelung?
  5. Cross-Sell-Realität messbar? Wie viele Cross-Sell-Deals wurden in den letzten 12 Monaten gemacht? Wenn die Antwort “wir bauen das gerade auf” ist seit zwei Jahren — Problem.
  6. Founder-Retention-Quote der Add-ons? Wie viele der letzten 5 Add-on-Gründer sind noch an Bord, mit welcher Rolle? Niedrige Retention = Wissensverlust = höhere PMI-Kosten beim nächsten Add-on.
  7. Multiple-Arbitrage real oder buchhalterisch? Lässt sich die Synergie-Realisierung Q-of-E-tauglich darstellen, oder ist das eine Excel-Geschichte?
  8. Holding-Discount-Risiko beim Exit? Wird der Käufer die Plattform als einheitliche Einheit bewerten, oder als Bündel von Sub-Plattformen mit Discount?

Wer auf alle acht Fragen eine harte, datengestützte Antwort hat, hat eine echte Buy-and-Build-Plattform. Wer auf drei oder mehr “wir arbeiten daran” antwortet, hat einen Holding-Konstrukt — und sollte sich auf einen entsprechend tieferen Exit-Multiple einstellen.

Was als nächstes kommt

Drei Bewegungen, die in den kommenden 18 Monaten den europäischen Software-PE-Markt prägen werden:

Erstens: Konsolidierungs-Konsolidierung. Plattformen, die selbst zu klein für die ambitionierten Fund-Größen geworden sind, werden Targets für die Mega-Plattformen. Visma-Stil-Übernahmen von €100-300m-ARR-Plattformen werden häufiger, weil die Mega-Plattformen Add-ons in dieser Größe brauchen, um überhaupt noch substanziellen Wachstumsbeitrag zu liefern.

Zweitens: AI als PMI-Beschleuniger oder PMI-Killer. Wer AI-Tooling für Code-Migration, Dokumentations-Konsolidierung und Customer-Support-Integration ernsthaft einsetzt, kann PMI-Streams 30-40% schneller schließen. Wer es nicht tut, fällt im Add-on-Tempo zurück. Hier wird sich in 12-18 Monaten ein Wettbewerbsvorteil zeigen, der heute noch unsichtbar ist.

Drittens: Vertical AI-Native-Plattformen. Wir sehen erste Build-ups, die nicht legacy-SaaS akquirieren und konsolidieren, sondern AI-Native-Vertical-Tools von Anfang an. Das ist die nächste Generation Buy-and-Build — und es ist offen, ob die etablierten Häuser (Main, Hg) das genauso gut können wie spezialisierte AI-Fonds.

Wer 2026 in europäische Software-PE investiert, sollte sich nicht fragen, ob Buy-and-Build noch funktioniert. Es funktioniert. Die richtige Frage: Welche Archetyp-Variante in welcher Vertical-Nische mit welcher PMI-Disziplin? Wer diese Frage präzise beantwortet, baut Plattformen, die in fünf Jahren bei 12-15x ARR exitieren. Wer sie diffus beantwortet, baut Holding-Konstrukte und kassiert beim Exit den Discount.

Quellen

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