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Unternehmen Aktualisiert: 15.5.2026

Secomea

Secomea ist ein dänischer Anbieter von Lösungen für sicheren Fernzugriff auf Industrieanlagen. Das Unternehmen aus Søborg bei Kopenhagen adressiert...

Secomea

Secomea ist ein dänischer Anbieter von Lösungen für sicheren Fernzugriff auf Industrieanlagen. Das Unternehmen aus Søborg bei Kopenhagen adressiert Maschinen- und Anlagenbauer, OEMs sowie Industriebetriebe, die ihre weltweit installierte Maschinenbasis aus der Ferne warten, überwachen und konfigurieren müssen. Kernprodukt ist die SiteManager-Familie — eine Kombination aus Hardware-Gateways, Cloud-Backend und Remote-Client, die als geschlossenes System für Industrial Remote Access verkauft wird.

Überblick

  • Typ: Industrial Remote Access / Industrial IoT (B2B-Software + Hardware)
  • Gründung: 2008
  • Hauptsitz: Søborg (Kopenhagen), Dänemark
  • Mitarbeiter: rund 80
  • Website: secomea.com
  • Eigentümer: Volaris Group (Constellation Software)
  • Zielbranchen: Maschinenbau, Fertigungsindustrie, Gebäudeautomation, Wasser/Abwasser

Produkte und Services

Das Produktportfolio ist seit Jahren konsistent und auf einen klaren Use Case ausgelegt: sicherer Fernzugriff auf SPS, HMI, Roboter und andere Industrie-Endgeräte, ohne dass der OT-Bereich gegenüber dem Internet geöffnet werden muss.

KomponenteFunktion
SiteManagerHardware-Gateway (oder virtuell), das im Maschinen-/Anlagen-Netz sitzt und ausgehende Verbindungen zum GateManager aufbaut
GateManagerZentrales Server-Backend, Authentifizierung, Benutzer- und Zugriffsverwaltung, Audit-Logging
LinkManagerSoftware-Client auf dem Endgerät des Service-Technikers, baut Tunnel zum Zielgerät auf
TrustGateIndustrial Firewall als Ergänzung zum SiteManager
Data EdgeDatenerfassung und -weiterleitung aus Maschinen in Cloud-Backends

Der GateManager wird wahlweise als SaaS (gehostet von Secomea) oder als On-Premise-Variante (vor allem für Energieversorger und kritische Infrastruktur) ausgeliefert. Die Lösung ist nach IEC 62443-4-1 und ISO 27001 zertifiziert — ein Verkaufsargument, das im deutschen Maschinenbau seit der NIS-2-Diskussion deutlich an Gewicht gewonnen hat.

Geschichte und Entwicklung

Secomea wurde 2008 als Spin-off aus dem dänischen Sicherheitsanbieter Birdstep Technology gegründet. Die ersten Jahre waren stark vom Direktverkauf in Dänemark und Skandinavien geprägt; ab etwa 2012 folgte die Internationalisierung über ein Partner- und Distributorenmodell, unter anderem mit Niederlassungen in Deutschland (Niederkassel/Bonn), den USA, China und Japan.

Operativ ist Secomea seit Jahren profitabel. 2017 übernahm die dänische Beteiligungsgesellschaft VIA Equity die Mehrheit und finanzierte unter anderem den Ausbau des deutschen und nordamerikanischen Geschäfts. Im Oktober 2022 verkaufte VIA Equity Secomea an die Volaris Group, eine Tochter der börsennotierten Constellation Software aus Kanada. Damit endete der klassische PE-Zyklus; Secomea ist seither Teil eines Strategen, der vertikale Software-Assets dauerhaft hält (“buy and hold forever”).

Team und Führung

  • CEO: Kent Rotbøl (seit 2020)
  • CFO: Søren Saxe
  • CTO: Allan Frank (Mitgründer, langjährig)
  • VP Sales EMEA: zuständig für DACH-Region aus Niederkassel

Das Gründerteam um Allan Frank ist nach wie vor stark im Unternehmen verankert — typisch für dänische Mittelstandssoftware und einer der Gründe, warum Volaris als Eigentümer gut passt: Kontinuität statt Earn-out-Druck.

Investoren und Eigentümer

Aktueller Eigentümer: Volaris Group (Tochter der Constellation Software Inc., börsennotiert an der TSX). Volaris akquiriert vertikale Software-Unternehmen mit dem Ziel, sie langfristig im Portfolio zu behalten. Eine Exit-Prognose ist hier nicht sinnvoll: Constellation/Volaris verkauft akquirierte Assets praktisch nie weiter.

Voreigentümer (2017–2022): VIA Equity (heute Verdane Idun), eine dänische Wachstumsbeteiligungsgesellschaft. Der Verkauf an Volaris erfolgte aus dem Fonds VIA Equity Fund III. Haltedauer rund fünf Jahre — ein für VIA typisches Muster bei nordischen Tech-Assets.

Konkurrenz

Der Markt für Industrial Remote Access ist fragmentiert, mit klar erkennbaren Lagern: spezialisierte Reine-Anbieter wie Secomea, Cybus-ähnliche Datenplattformen mit Remote-Funktion und große Industrieautomatisierer mit eigenen Lösungen.

Direkte Wettbewerber im DACH-Markt:

  • eWON / HMS Networks (Schweden/Belgien) — der lauteste Konkurrent im Maschinenbau, vergleichbares Hardware-plus-Cloud-Modell
  • TeamViewer Tensor / IoT — adressiert ähnliche Use Cases von der IT-Seite kommend
  • MB connect line / Red Lion — deutsche Wurzeln, im deutschen Maschinenbau verbreitet
  • Phoenix Contact mGuard — eher Sicherheits-Hardware, aber mit Cloud-Ergänzung
  • Siemens SINEMA Remote Connect — Hauslösung aus dem Siemens-Universum, oft das Default bei Siemens-lastigen OEMs
  • Beijer Electronics / Westermo — nordische Konkurrenz, ähnliches Marktsegment

Für den deutschsprachigen Maschinen- und Anlagenbau-ERP DACH ist Secomea kein ERP-Player, aber ein typischer Connectivity-Partner: ERP- oder MES-Hersteller integrieren sich gerne über die SiteManager-Schnittstellen, statt eigene Remote-Konnektivität zu bauen.

Quellen