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Niku Corporation

Niku Corporation war ein US-amerikanisches Softwareunternehmen mit Sitz in Redwood City, Kalifornien, das sich auf IT-Management- und Governance-Software...

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Niku Corporation

Niku Corporation war ein US-amerikanisches Softwareunternehmen mit Sitz in Redwood City, Kalifornien, das sich auf IT-Management- und Governance-Software spezialisierte. Das Unternehmen wurde 1998 von dem Ehepaar Farzad und Rhonda Dibachi gegründet und war ein Pionier im Bereich Professional Service Applications (PSA) sowie Enterprise Portfolio Management (EPM). Im Februar 2000 ging Niku an die NASDAQ und wurde im Juli 2005 für rund 350 Millionen US-Dollar von Computer Associates (heute Broadcom) übernommen.

Überblick

  • Typ: Softwareunternehmen (Enterprise Portfolio Management)
  • Gründung: Januar 1998
  • Gründer: Farzad Dibachi, Rhonda Dibachi
  • Hauptsitz: Redwood City, Kalifornien, USA
  • Börsennotierung: NASDAQ (Ticker: NIKU), Februar 2000 – Juli 2005
  • Mitarbeiter: ca. 1.200 (zum Höhepunkt im Jahr 2000), ca. 290 (zum Zeitpunkt der Übernahme 2005)
  • Status: 2005 von Computer Associates übernommen
  • Letzter Umsatz: 66,3 Mio. USD (Geschäftsjahr bis Januar 2005)
  • Letzter Gewinn: 4 Mio. USD (Geschäftsjahr bis Januar 2005)

Produkte und Services

Clarity

Das Flaggschiff-Produkt von Niku war Clarity, eine umfassende IT-Management- und Governance-Softwarelösung. Die Software bestand aus neun Modulen:

Modul Funktion
Project Manager Projektplanung und -steuerung
Financial Manager Projektkosten und Finanzplanung
Portfolio Manager Portfolio-Analyse und -Optimierung
Resource Planner Ressourcenmanagement
Demand Manager Anforderungsmanagement
Process Manager Prozessautomatisierung
Clarity Studio Konfiguration und Anpassung
Schedule Connect Terminplanintegration
Service Connect Service-Integration

Clarity ermöglichte das Management und die Governance von Projekten, Programmen und Portfolios. Die Software basierte auf einer Web-Services-Architektur und bot Funktionalitäten wie “What-if”-Szenarioplanung, Six Sigma-Methodiken und Chargeback-Module.

Open Workbench

Nach der Übernahme von ABT Corporation im Jahr 2000 erwarb Niku auch das ABT Workbench, das später als Open Workbench als Open-Source-Software veröffentlicht wurde. Es handelte sich um eine Win32-Projektplanungsanwendung, die mit Microsoft Project vergleichbar war.

Geschichte und Entwicklung

Gründung und frühe Jahre (1998–2000)

  • Januar 1998: Gründung durch Farzad und Rhonda Dibachi in Redwood City, Kalifornien
  • Dezember 1998: Beginn der Software-Lizenzierung; Übernahme von Proamics Corporation, einem führenden Anbieter von Projektabrechnungssoftware für Professional Services
  • Februar 2000: Börsengang an der NASDAQ, geführt von Goldman Sachs; der Aktienkurs stieg am ersten Handelstag um 183%
  • August 2000: Übernahme von ABT Corporation

Krise und Turnaround (2001–2003)

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase geriet Niku in finanzielle Schwierigkeiten:

  • Q2 2002: Abschreibung von 114,4 Mio. USD auf Goodwill aus den Übernahmen von ABT und Proamics
  • Dezember 2002: Wechsel von der NASDAQ National Market zur NASDAQ SmallCap Market
  • Vector Capital überzeugte Niku, dem Unternehmen beizutreten und half bei der Umstrukturierung, einschließlich der Neuverhandlung von Mietverträgen und einer PIPE-Finanzierung

Unter der Führung von CEO Joshua Pickus gelang ein erfolgreicher Turnaround mit sieben aufeinanderfolgenden Quartalen Umsatzwachstum und der Rückkehr zur Profitabilität.

Übernahme durch CA (2005)

  • Januar 2005: Computer Associates beginnt den Vertrieb und Support von Niku Clarity
  • Juni 2005: Ankündigung der Übernahme durch Computer Associates für 350 Mio. USD (21 USD pro Aktie, 27% Aufschlag)
  • Juli 2005: Abschluss der Übernahme; Integration in CAs Business Services Optimization (BSO) Division

Nach der Übernahme

  • Die Clarity-Software wurde zu CA Project & Portfolio Management umbenannt
  • November 2018: Broadcom übernimmt CA Technologies
  • Das Produkt wurde wieder in Clarity PPM umbenannt und wird heute von Broadcom und Rego Consulting betrieben

Team und Führung

Gründer

Name Rolle Hintergrund
Farzad Dibachi Co-Gründer Serienunternehmer; später Gründer von Diba (verkauft an Sun Microsystems), Noribachi und Inxeption
Rhonda Dibachi Co-Gründerin, CEO, Chairman Ehemals bei Oracle (1989–1996); B.S. Nukleartechnik (Northwestern), MBA (Santa Clara)

Spätere Führung

Name Position Bemerkung
Joshua Pickus President, CEO, Chairman Leitete den Turnaround 2002–2005; wurde nach Übernahme SVP bei CA
Michael Shahbazian CFO –
Mark White CTO –

Investoren und Eigentümer

Niku sammelte insgesamt rund 76–286 Mio. USD ein (je nach Quelle unterschiedliche Berechnungsmethoden).

Wichtige Investoren

Investor Art der Beteiligung
Vector Capital Wurde durch Proamics-Übernahme Aktionär; half beim Turnaround
Venrock Frühphaseninvestor
Focus Ventures Frühphaseninvestor
Walden Venture Capital Frühphaseninvestor
Dell Ventures Investor
J.H. Whitney Capital Partners Investor
Comdisco Ventures Investor

Exit

  • Käufer: Computer Associates International Inc. (heute Broadcom)
  • Kaufpreis: ca. 350 Mio. USD (21 USD pro Aktie)
  • Datum: 29. Juli 2005
  • Multiple: 6,3x gegenüber dem PIPE-Preis von 2,5 Jahren zuvor

Konkurrenz

Niku konkurrierte im stark umkämpften Markt für Project Portfolio Management (PPM) und IT Governance mit folgenden Unternehmen:

Unternehmen Produkt
Mercury Interactive IT Governance Center (nach Kintana-Übernahme 2003)
Planview Planview PPM
Primavera Systems Primavera P6 (heute Oracle)
Microsoft Project Server
Changepoint PPM-Lösung

Mercury Interactive führte 2005 ein aggressives “Rapid Replacement Program” ein, das Niku-Kunden bis zu 75% des Lizenzwertes bot, um zu Mercury zu wechseln – ein Zeichen für die starke Marktposition von Niku.

Quellen