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Netgo-Group

Netgo-Group: Die netgo group GmbH ist ein 2007 in Borken gegründeter IT-Dienstleister, der seit 2019 mehrheitlich vom niederländischen...

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Netgo-Group

Die netgo group GmbH ist ein 2007 in Borken gegründeter IT-Dienstleister, der seit 2019 mehrheitlich vom niederländischen Private-Equity-Investor Waterland Private Equity gehalten wird. Unter dem Sponsor läuft eine klassische Buy-and-Build-Strategie im fragmentierten DACH-Markt für IT-Systemhäuser, Managed Services und Steuerkanzlei-IT. Über mehr als ein Dutzend Add-ons ist die Gruppe auf rund 1.400 Mitarbeitende, über 25 Standorte und etwa 400 Mio. EUR Umsatz (2025) gewachsen.

Überblick

  • Typ: IT-Dienstleister / Systemhaus-Gruppe (PE-Plattform)
  • Gründung: 2007 (Patrick Kruse, Benedikt Kisner)
  • Hauptsitz: Borken (Westfalen); Sitz der Holding netgo group GmbH in Berlin
  • Mitarbeitende: ca. 1.400 (2025)
  • Umsatz: ca. 400 Mio. EUR (2025), ca. 380 Mio. EUR (2024)
  • Standorte: über 25 in Deutschland
  • Eigentümer: Waterland Private Equity (Mehrheit, seit 2019), Gründer als Minderheitsgesellschafter
  • Website: netgo-group.com

Produkte und Services

netgo positioniert sich als Full-Service-IT-Partner für den deutschen Mittelstand und ist kein Software-Hersteller, sondern Reseller, Integrator und Managed-Service-Provider. Das Leistungsspektrum gliedert sich in mehrere Geschäftsfelder:

  • netgo IT-Services: Managed Services, Cloud, Modern Workplace, Netzwerk, Security, Backup, IT-Infrastruktur.
  • netgo tax: DATEV-Umfeld für Steuerkanzleien und mittelständische Kunden. Hier sind unter anderem die Akquisitionen nitsche, Glöckler & Lauer, msystems und conNect gebündelt.
  • netgo software / ECM: Enterprise Content Management und Dokumentenmanagement, primär aus der 2022 erworbenen CONTENiT GmbH.
  • Branchenlösungen: Spezialisierte Pakete für Handwerk, Gesundheitswesen und öffentlichen Sektor.

Damit ist die Gruppe relevant für mehrere DACH-Wikis im Playbook, insbesondere HR-Software DACH (über Partner-Tools im Mittelstand) und das Umfeld der Bau-ERP Software DACH und Großhandel-ERP DACH, wo netgo als Implementierungspartner für Standardsoftware auftritt.

Geschichte und Entwicklung

JahrEreignis
2007Gründung in Borken durch Patrick Kruse und Benedikt Kisner
2009Hauptsitz in Borken (Westfalen)
2019Waterland übernimmt Mehrheit, Gründer behalten ca. 40 %
2020Übernahme der CEMA AG (Mannheim) als erstes großes Add-on
2021Benedikt Kisner verlässt operative Führung, bleibt Gesellschafter; Oliver Mauss wird Group-CEO, Alexander Blum CFO
2022Übernahme CONTENiT (ECM/DMS); Aufbau netgo tax
2023Drei Akquisitionen innerhalb eines Monats (u. a. commehr, workbees)
202413. Add-on: msystems IT-Solutions (DATEV-Spezialist)
2025Carve-out von Mehrwerk; Zukauf conNect Organisation und Netzwerk; Jacques Diaz verlässt CEO-Position

Die Geschichte ist eine textbuchartige Buy-and-Build-Story: ein westfälisches Systemhaus mit solidem Cashflow, das nach dem PE-Einstieg in fünf bis sechs Jahren regional und thematisch verbreitert wird – Cloud, DATEV-IT, ECM, Security.

Team und Führung

Die operative Spitze hat in den letzten Jahren mehrfach gewechselt – nicht ungewöhnlich für eine Plattform in der zweiten PE-Haltephase:

  • Patrick Kruse – Mitgründer, zog sich aus der Geschäftsführung zurück, weiterhin als Berater für strategische Fragen aktiv.
  • Benedikt Kisner – Mitgründer, bis Ende 2021 Group-CEO, danach nur noch Gesellschafter.
  • Oliver Mauss – Group-CEO ab 2021, mit Cloud-Hintergrund.
  • Jacques Diaz – Group-CEO bis 2025, verließ das Unternehmen laut CRN-Bericht.
  • Alexander Blum – CFO.
  • André Hüttemann – Geschäftsführung netgo GmbH (operative Einheit).

Investoren und Eigentümer

  • Mehrheitsgesellschafter: Waterland Private Equity (seit 2019)
  • Minderheit: Gründer Patrick Kruse und Benedikt Kisner (ursprünglich ca. 40 %)
  • Akquisitionsfinanzierung 2019: Unitranche-Finanzierung durch Idinvest Partners

Der Fondsname, aus dem Waterland 2019 in netgo investiert hat, wurde in den öffentlich zugänglichen Pressemitteilungen nicht namentlich genannt. Eine belastbare Exit-Prognose nach der Vintage+10-Regel ist daher nicht seriös ableitbar. Üblich ist bei Waterland-Plattformen dieser Größenordnung eine Haltedauer von fünf bis sieben Jahren, was rechnerisch in das Fenster 2024–2027 fällt – aber ohne expliziten Fondsbezug bleibt das Spekulation.

Konkurrenz

netgo bewegt sich im stark fragmentierten deutschen Systemhausmarkt. Direkte Wettbewerber – teils deutlich größer, teils ähnlich positioniert:

  • Bechtle – börsennotierter Marktführer aus Neckarsulm.
  • Cancom – Münchner Systemhaus, ebenfalls börsennotiert.
  • Computacenter – britisch-deutsche Gruppe mit starkem Standbein in Kerpen.
  • SoftwareOne – Schweizer Lizenz- und Cloud-Spezialist.
  • Medialine AG – Sponsor-backed Systemhaus (Maxburg).
  • K-Businesscom (KBC) – österreichische Gruppe.
  • MR Datentechnik – familiengeführtes Systemhaus aus Nürnberg.

Im PE-Buy-and-Build-Vergleich ähnelt netgo am stärksten Medialine: westfälisch-mittelständisch geprägte Plattform, regelmäßiges Add-on-Tempo, Fokus auf Mittelstand statt Großkunden.

Quellen