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Unternehmen Aktualisiert: 9.2.2026

Harrah's Entertainment

Harrah's Entertainment war ein US-amerikanischer Casino- und Hotelkonzern mit Hauptsitz in Paradise, Nevada.

Harrah’s Entertainment

Harrah’s Entertainment war ein US-amerikanischer Casino- und Hotelkonzern mit Hauptsitz in Paradise, Nevada. Das Unternehmen ging aus einer kleinen Bingo-Halle hervor, die Bill Harrah 1937 in Reno eröffnete, und wuchs zum weltweit größten Casino-Betreiber heran. Nach der Übernahme durch die Private-Equity-Firmen Apollo Global Management und TPG Capital im Jahr 2008 im Rahmen eines der größten Leveraged Buyouts der Geschichte wurde das Unternehmen 2010 in Caesars Entertainment Corporation umbenannt. 2020 wurde es von Eldorado Resorts übernommen, das sich ebenfalls in Caesars Entertainment umbenannte.

Überblick

  • Typ: Casino- und Hotelkonzern
  • Gründung: 1937 (als Bingo-Halle in Reno, Nevada)
  • Gründer: William F. „Bill” Harrah
  • Hauptsitz: Paradise, Nevada, USA
  • Branche: Glücksspiel, Gastgewerbe, Unterhaltung
  • Umsatz: ca. 8,6 Mrd. USD (2013)
  • Mitarbeiter: über 100.000 (zum Zeitpunkt der Umbenennung)
  • Properties: über 50 Casinos und 7 Golfplätze
  • Börse: NASDAQ (Symbol: CZR, ab 2012)
  • Website: caesars.com
  • Status: 2010 umbenannt in Caesars Entertainment Corporation

Produkte und Services

Casino-Betrieb

Harrah’s Entertainment betrieb über 50 Casino-Hotels unter mehreren Marken, darunter Harrah’s, Caesars, Horseshoe und Bally’s. Die Standorte erstreckten sich über die gesamten USA, mit Schwerpunkten in Las Vegas, Atlantic City, Reno/Lake Tahoe sowie regionalen Märkten in Indiana, Mississippi, Louisiana und Missouri.

Total Rewards Loyalty-Programm

Das 1997 als „Total Gold” eingeführte und später zu „Total Rewards” weiterentwickelte Kundenbindungsprogramm war eine der bedeutendsten Innovationen des Unternehmens. Es war das erste landesweite, standortübergreifende Treueprogramm der Casino-Branche und nutzte Echtzeit-Datenanalyse, um Spielverhalten zu erfassen und personalisierte Angebote zu erstellen. Durch das Programm stiegen die Cross-Market-Umsätze von 113 Mio. USD auf 250 Mio. USD, und das Unternehmen sparte jährlich 20 Mio. USD an Marketingkosten.

World Series of Poker (WSOP)

Durch die Übernahme von Horseshoe Gaming im Jahr 2004 erwarb Harrah’s die Rechte an der legendären World Series of Poker, die zu einer der wertvollsten Marken im Pokerbereich wurde. Die WSOP wurde von Caesars Entertainment 2024 für 500 Mio. USD an die NSUS Group (GGPoker) verkauft.

Weitere Angebote

  • Hotel- und Resort-Betrieb
  • Gastronomie und Entertainment
  • Konferenz- und Veranstaltungsräume
  • Golfplätze (7 Standorte)

Geschichte und Entwicklung

Gründung und frühe Jahre (1937–1970)

Am 29. Oktober 1937 eröffnete William F. Harrah eine kleine Bingo-Halle in Reno, Nevada. Nach einer kurzen Schließung im Dezember 1937 wurde das Geschäft als „Harrah’s Plaza Tango” wiedereröffnet. Am 20. Juni 1946 eröffnete Harrah sein erstes vollwertiges Casino, „Harrah’s Club”, an der 210 N. Virginia Street in Reno. In den 1950er Jahren expandierte Harrah an den Lake Tahoe und verdoppelte 1956 durch den Kauf des benachbarten Frontier Club seine Fläche in Reno.

Börsengang und Holiday Inn-Ära (1971–1989)

1971 ging das Unternehmen als Harrah’s Inc. an die Börse. Nach dem Tod von Bill Harrah 1978 wurde die Firma von Holiday Inns, Inc. übernommen.

The Promus Companies und Umbenennung (1990–2004)

1990 wurde die Gesellschaft als The Promus Companies neu strukturiert, um den Verkauf der Holiday-Inn-Hotelmarke an Bass PLC abzuwickeln. Promus hielt neben Harrah’s auch Embassy Suites, Homewood Suites und Hampton Inn. 1995 wurde das Nicht-Gaming-Hotelgeschäft als Promus Hotel Corp. ausgegliedert, und die Muttergesellschaft mit 16 Casinos wurde in Harrah’s Entertainment umbenannt.

Caesars-Übernahme und Wachstum (2005–2007)

2005 vollzog Harrah’s die größte Einzelexpansion seiner Geschichte: die Übernahme von Caesars Entertainment, Inc. für 10,4 Mrd. USD. Dadurch entstand der weltweit größte Casino-Konzern. Ebenfalls 2004 wurde Horseshoe Gaming für 1,45 Mrd. USD übernommen, inklusive der WSOP-Marke.

Leveraged Buyout durch Apollo und TPG (2008)

Im Dezember 2006 vereinbarten Apollo Global Management und TPG Capital die Übernahme von Harrah’s Entertainment für 27,8 Mrd. USD – einer der größten Leveraged Buyouts der Geschichte. Die Aktionäre erhielten 90 USD je Aktie, ein Aufschlag von 36 % auf den Kurs vom September 2006. Die Transaktion wurde am 28. Januar 2008 abgeschlossen und war durch 6 Mrd. USD Eigenkapital und 22 Mrd. USD Fremdkapital finanziert. Das Unternehmen war nach der Übernahme mit 25,1 Mrd. USD verschuldet.

Umbenennung in Caesars Entertainment (2010)

Am 23. November 2010 wurde Harrah’s Entertainment offiziell in Caesars Entertainment Corporation umbenannt, um die international bekanntere Marke Caesars in den Vordergrund zu stellen.

Börsengang und Insolvenz (2012–2017)

Am 8. Februar 2012 erfolgte der IPO an der NASDAQ unter dem Symbol „CZR”. Im Januar 2015 meldete die größte Tochtergesellschaft, Caesars Entertainment Operating Company (CEOC), mit 18 Mrd. USD Schulden Insolvenz nach Chapter 11 an. Nach einer komplexen Restrukturierung, bei der Junior-Gläubiger etwa 66 Cent je Dollar erhielten und Apollo/TPG rund 1 Mrd. USD an Eigenkapital abgaben, ging das Unternehmen im Oktober 2017 aus der Insolvenz hervor.

Übernahme durch Eldorado Resorts (2020)

Am 20. Juli 2020 übernahm Eldorado Resorts Caesars Entertainment für 17,3 Mrd. USD. Das fusionierte Unternehmen wurde zum größten Casino-Betreiber der USA mit über 55 Standorten weltweit und benannte sich in Caesars Entertainment, Inc. um.

Team und Führung

NamePositionZeitraum
William F. „Bill” HarrahGründer und CEO1937–1978
Phil SatreCEO1994–2003
Gary LovemanCEO2003–2015
Charles AtwoodCFO
Tim WilmottCOO
Mark FrissoraCEO (Nachfolger Loveman)2015–2019
Tom ReegCEO (Caesars/Eldorado)ab 2020

Gary Loveman war die prägende Führungsfigur der Harrah’s-Ära. Der ehemalige Harvard-Business-School-Professor kam 1998 als COO zu Harrah’s und wurde 2003 CEO. Er entwickelte das Total Rewards-Programm und expandierte das Unternehmen von 15 auf über 54 Standorte. Er trat 2015 im Rahmen der Insolvenzrestrukturierung zurück.

Investoren und Eigentümer

Eigentümerstruktur-Übersicht

PhaseEigentümerZeitraumTransaktionswert
BörsennotiertStreubesitz1971–1978IPO
Holiday InnsHoliday Inns, Inc.1978–1990Übernahme
BörsennotiertStreubesitz (als Promus/Harrah’s)1990–2008
Private EquityApollo Global Management & TPG Capital2008–202027,8 Mrd. USD
BörsennotiertStreubesitz (als Caesars)2012–2020IPO
ÜbernahmeEldorado Resortsab 202017,3 Mrd. USD

Apollo Global Management & TPG Capital

Die Übernahme durch Apollo Global Management und TPG Capital im Januar 2008 war mit 27,8 Mrd. USD einer der größten Leveraged Buyouts der Geschichte. Die hohe Schuldenlast von über 25 Mrd. USD, kombiniert mit der Finanzkrise 2008, führte letztlich zur Insolvenz der operativen Einheit im Jahr 2015. Im Rahmen der Restrukturierung gaben Apollo und TPG rund 1 Mrd. USD an Eigenkapital ab. Die Investition gilt als eines der prominentesten Beispiele für die Risiken übermäßig fremdfinanzierter Übernahmen.

Hinweis: Für diese Transaktion sind keine expliziten Fondsnamen (z. B. „Apollo Fund VII” oder „TPG Partners VI”) in offiziellen Pressemitteilungen genannt worden. Daher wird keine Exit-Prognose erstellt.

Konkurrenz

UnternehmenBeschreibung
MGM Resorts InternationalZweitgrößter Casino-Betreiber der USA, betreibt u. a. Bellagio, MGM Grand und Mandalay Bay
Las Vegas SandsBetreiber von Luxus-Integrated-Resorts in Las Vegas, Macau und Singapur (The Venetian, Marina Bay Sands)
Wynn ResortsBetreiber von Premium-Casino-Resorts in Las Vegas und Macau
Boyd GamingRegionaler US-Casino-Betreiber mit starker Präsenz im Westen der USA
Penn National GamingGroßer regionaler Casino-Betreiber mit über 40 Standorten in den USA

Harrah’s Entertainment/Caesars Entertainment war ab 2005 der weltweit größte Casino-Betreiber nach Anzahl der Standorte. Gegenüber der Konkurrenz setzte das Unternehmen stärker auf Datenanalyse und Kundenbindung (Total Rewards) als auf architektonische Opulenz.

Quellen

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