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Esker

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Esker

Esker ist ein französisches Softwareunternehmen, das sich auf die Automatisierung von Geschäftsprozessen im Finanz- und Beschaffungswesen spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet eine cloudbasierte Plattform für die Digitalisierung des gesamten Source-to-Pay- und Order-to-Cash-Zyklus und gehört zu den führenden Anbietern im Bereich Procure-to-Pay- und Rechnungsautomatisierung. Seit März 2025 ist Esker im Besitz der Private-Equity-Gesellschaft Bridgepoint in Partnerschaft mit General Atlantic.

Überblick

  • Typ: Softwareunternehmen (B2B SaaS)
  • Gründung: 1985
  • Gründer: Jean-Michel Bérard, Benoît Borrits
  • Hauptsitz: Lyon, Frankreich
  • CEO: Jean-Michel Bérard
  • Mitarbeiter: ca. 1.000+
  • Umsatz: ca. 203 Mio. EUR (LTM 2024)
  • Eigentümer: Bridgepoint (Lead), General Atlantic, Management
  • Bewertung: ca. 1,62 Mrd. EUR (Übernahme 2024/2025)
  • Ehem. Börsennotierung: Euronext Paris (EPA: ALESK), delisted seit März 2025
  • Website: esker.com

Produkte und Services

Esker bietet eine integrierte Cloud-Plattform zur Automatisierung des gesamten Cash-Conversion-Zyklus. Die Lösungen gliedern sich in zwei Hauptbereiche:

Source-to-Pay (S2P)

Modul Beschreibung
Procurement E-Procurement und Bestellmanagement
Accounts Payable Automatisierte Rechnungsverarbeitung mit KI-gestützter Datenerfassung
Supplier Management Lieferantenverwaltung und -onboarding
Sourcing Strategischer Einkauf und Ausschreibungsmanagement (via Market Dojo)

Order-to-Cash (O2C)

Modul Beschreibung
Order Management Automatisierte Auftragsverarbeitung
Accounts Receivable Forderungsmanagement und Mahnwesen
Collections Management Automatisiertes Inkasso und Zahlungsverfolgung
Cash Application Automatischer Zahlungsabgleich
Credit Management Kreditrisikobewertung und -überwachung
Invoice Delivery Elektronischer Rechnungsversand

Esker Synergy AI

Die hauseigene KI-Plattform Esker Synergy nutzt Machine Learning, generative KI und Retrieval-Augmented Generation (RAG) zur intelligenten Automatisierung. Als Agentic-AI-System kann es eigenständig Ziele setzen, Entscheidungen treffen und Prozessschritte ausführen – etwa bei der Klassifizierung von Bestellungen, der Rechnungsverarbeitung oder der Buchung von Journaleinträgen.

Geschichte und Entwicklung

Gründung und frühe Jahre (1985–1997)

Esker wurde 1985 in Lyon von Jean-Michel Bérard gegründet. Der Name steht für European Software Kernel und verweist auf den ursprünglichen Fokus auf Systemsoftware. Das erste bedeutende Produkt war die Terminal-Emulationssoftware Tun, die PCs mit UNIX-Servern verbinden konnte. Ab 1991 expandierte Esker international mit Niederlassungen in den USA, Großbritannien, Spanien, Deutschland und Italien.

Börsengang und Wachstum (1997–2010)

1997 ging Esker am Nouveau Marché der Pariser Börse an die Öffentlichkeit und nahm dabei 5,6 Mio. EUR ein. Die Mittel ermöglichten strategische Akquisitionen, darunter die Übernahme von Teubner & Associates (USA, 1998). Im Jahr 2001 wurde Esker DeliveryWare eingeführt – das erste Produkt zur Dokumentenprozessautomatisierung und ein Wendepunkt in der Unternehmensstrategie.

Transformation zum Cloud-Anbieter (2010–2024)

Esker vollzog den Wandel vom On-Premise-Softwareanbieter zur Cloud-Plattform. Strategische Akquisitionen stärkten das Portfolio:

  • 2015: Übernahme von TermSync (USA, AR-Automatisierung) und CalvaEDI (Frankreich, EDI)
  • 2017: Übernahme von e-integration GmbH (Düsseldorf, EDI-Services)
  • 2022: Mehrheitsbeteiligung an Market Dojo (UK, eProcurement)

Der Umsatz wuchs stetig: 2023 erzielte Esker 178,6 Mio. EUR Umsatz (+12% ggü. Vorjahr), wobei Cloud-Lösungen mit 147 Mio. EUR bereits 82% des Umsatzes ausmachten.

Übernahme durch Bridgepoint (2024–2025)

Im September 2024 gab Esker eine Übernahmevereinbarung mit Bridgepoint bekannt. Der PE-Investor bot über die Zweckgesellschaft Boréal Bidco SAS einen Preis von 262 EUR je Aktie – eine Prämie von 30,1% auf den unbeeinflussten Kurs. Die Transaktion bewertete Esker mit ca. 1,62 Mrd. EUR. General Atlantic trat als Co-Investor auf, das Management um Gründer Bérard beteiligte sich ebenfalls mit ca. 10,8% der Anteile. Am 3. März 2025 wurde Esker nach einem Squeeze-Out von der Euronext Paris delisted.

Team und Führung

Name Position
Jean-Michel Bérard Gründer & CEO (seit 1999)
Emmanuel Olivier Deputy CEO & Worldwide Chief Revenue Officer
Nicolas Bragard Worldwide Chief Information Officer
Aurélie Guimera Worldwide Director of Human Resources
Ari Widlansky U.S. Managing Director & COO

Jean-Michel Bérard gründete Esker 1985 kurz nach seinem Ingenieurstudium am INSA Lyon und führt das Unternehmen seit über 25 Jahren als CEO.

Investoren und Eigentümer

Seit März 2025 befindet sich Esker in Privatbesitz:

  • Bridgepoint – Lead-Investor und kontrollierender Gesellschafter über Boréal Bidco SAS
  • General Atlantic – Co-Investor
  • Management (Jean-Michel Bérard, Emmanuel Olivier, Jean-Jacques Bérard) – ca. 10,8% Beteiligung

In den offiziellen Pressemitteilungen wurde kein spezifischer Fondsname (z.B. „Bridgepoint Europe VII”) genannt, daher entfällt eine Exit-Prognose.

Konkurrenz

Esker konkurriert mit einer Reihe von Anbietern im Bereich Procure-to-Pay und Order-to-Cash:

Wettbewerber Schwerpunkt
Basware E-Invoicing, Accounts Payable
Coupa Business Spend Management
SAP Ariba Procurement & Supply Chain
Stampli AP-Automatisierung
BILL (ehem. Bill.com) AP/AR-Automatisierung
Kofax Intelligent Automation
Tungsten Network E-Invoicing

Marktpositionierung

Esker wird regelmäßig von Analysten als führend eingestuft:

Quellen


Akquisitionen

  • Market Dojo