Heimbas
Heimbas (heute myneva.heimbas) ist eine deutsche Softwarelösung für das Sozialwesen mit Schwerpunkt auf der Altenhilfe.
Heimbas
Heimbas (heute myneva.heimbas) ist eine deutsche Softwarelösung für das Sozialwesen mit Schwerpunkt auf der Altenhilfe. Die Software bietet ein modular aufgebautes Komplettsystem für Verwaltung, Abrechnung, Pflegedokumentation, Dienstplanung und Finanzbuchhaltung in stationären, ambulanten und teilstationären Einrichtungen. Mit über 50 Jahren Marktpräsenz zählt Heimbas zu den etabliertesten Pflegesoftwarelösungen in Deutschland.
Überblick
- Typ: Softwareprodukt (Pflegesoftware / Sozialwesen)
- Ursprünglicher Hersteller: basic - edv GmbH (später HEIMBAS GmbH)
- Gründung: 1973
- Hauptsitz: Essen, Deutschland (Vietingstraße 4, 45279 Essen)
- Heutiger Betreiber: myneva Deutschland GmbH (Teil der myneva Group)
- Website: myneva.eu/heimbas
- Zielgruppe: Stationäre Pflege, ambulante Pflege, betreutes Wohnen, Tagespflege, Essen auf Rädern, Behindertenhilfe, Jugendhilfe
Produkte und Module
myneva.heimbas ist als modulares Komplettsystem aufgebaut. Die wichtigsten Module umfassen:
| Modul | Beschreibung |
|---|---|
| Heimverwaltung | Zentrale Verwaltung stationärer und ambulanter Einrichtungen |
| Dienstplanung | Personalplanung mit integrierter Personalverwaltung |
| Pflegedokumentation | Digitale Dokumentation aller Pflegeprozesse |
| Abrechnung | Stationäre und ambulante Abrechnung |
| Finanzbuchhaltung | Integrierte FiBu, OP-Buchhaltung und Anlagenbuchhaltung |
| Sozialstation | Modul für ambulante Pflegedienste inkl. Tourenplanung |
| Qualitätsmanagement | Reporting und Kennzahlenauswertung |
Ergänzend stehen Web-Apps für Pflegekräfte, Angehörigen-Apps sowie die Integration in die Telematikinfrastruktur (TI) des Gesundheitswesens zur Verfügung. Die Software richtet sich an Einrichtungen jeder Größe — vom kleinen ambulanten Pflegedienst bis zum dezentralen Komplexträger.
Geschichte und Entwicklung
Gründung (1973)
Die Geschichte von Heimbas beginnt 1973, als Gründer Lothar Kehler das Potenzial von EDV-Lösungen für das Sozialwesen erkannte. Das Unternehmen firmierte zunächst unter dem Namen basic - edv Gesellschaft mit beschränkter Haftung für elektronische Datenverarbeitung in Essen. Das entwickelte Softwareprodukt erhielt den Markennamen „HEIMBAS” und wurde schnell zum Kernprodukt des Unternehmens.
Wachstum als Familienunternehmen
Unter Geschäftsführer Armin Kehler wurde das Unternehmen nach dem Produktnamen in HEIMBAS GmbH umbenannt, um die Markenbekanntheit zu stärken. Über die Jahrzehnte entwickelte sich Heimbas zu einem familiengeführten Softwarehaus in dritter Generation und baute seine Marktposition auf über 700 Kunden aus.
Integration in die myneva Group (2017)
2017 wurde Heimbas Teil der neu gegründeten myneva Group, die in Hamburg durch die Fusion der Regas Group, Heimbas und Daarwin entstand. Das Unternehmen firmiert seitdem als myneva Deutschland GmbH. Das Produkt wird unter dem Namen myneva.heimbas weiterentwickelt und in die breitere myneva-Plattform integriert, zu der auch Lösungen wie myneva.care und myneva.analytics gehören.
Weitere Entwicklung unter myneva
Die myneva Group hat seit ihrer Gründung eine aktive Akquisitionsstrategie verfolgt und über zwölf Unternehmen übernommen, darunter DM EDV und Kuidado GmbH. Heute ist myneva in acht europäischen Ländern aktiv (Deutschland, Niederlande, Finnland, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Luxemburg, Belgien) und betreut mit rund 290 Mitarbeitern über 3.900 Kunden.
Team und Führung
Historische Führung (HEIMBAS GmbH)
- Lothar Kehler — Gründer (1973)
- Armin Kehler — Geschäftsführer (zweite/dritte Generation)
Aktuelle Führung (myneva Group)
| Name | Position |
|---|---|
| Dieter Weißhaar | CEO (seit Mitte 2023) |
| Dominique Yves Maurer | Geschäftsführer |
| Werner Höllrigl | Geschäftsführer |
| Christian Ladreiter | CFO |
| Susanne Maas | Chief Human Resources Officer |
CEO Dieter Weißhaar bringt über 25 Jahre Managementerfahrung aus internationalen Technologieunternehmen mit, unter anderem bei IBM, Oracle und T-Systems.
Investoren und Eigentümer
Summa Equity (seit 2021)
Seit dem 1. Juli 2021 hält Summa Equity über den Summa Equity Fund II die Mehrheitsbeteiligung an der myneva Group. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatte myneva rund 2.000 Kunden, 220 Mitarbeiter und erzielte etwa 30 Millionen Euro Jahresumsatz.
Summa Equity ist ein 2016 gegründeter nordischer Impact-Investor mit Fokus auf drei Themen: Ressourceneffizienz, demografischer Wandel und Tech-gestützte Transformation.
Exit-Prognose
- Investor: Summa Equity
- Fonds: Summa Equity Fund II
- Vintage: 2019
- Möglicher Exit-Zeitraum: 2027–2029
- Quelle: Summa Equity Pressemitteilung zur Übernahme
Vorherige Eigentümer
Vor Summa Equity war die myneva Group durch BID Equity finanziert. Die Familie Kehler hat auch nach den Eigentümerwechseln ihre Beteiligung am Unternehmen beibehalten.
Konkurrenz
Heimbas bzw. myneva.heimbas konkurriert im deutschen Markt für Pflegesoftware mit mehreren etablierten Anbietern:
| Anbieter | Produkt | Bemerkung |
|---|---|---|
| Connext Communication GmbH | Vivendi | Marktführer aus Paderborn, ~39 Mio. € Umsatz, organisches Wachstum |
| Medifox Dan | Medifox | Großer Anbieter für ambulante und stationäre Pflege |
| C&S Computer und Software GmbH | iCare | Lösung für die Sozialwirtschaft |
| SNAP Consulting | SNAPcare | Pflegedokumentation und -management |
Während Connext Vivendi auf organisches Wachstum setzt, verfolgt die myneva Group eine aktive Buy-and-Build-Strategie, um ein europaweit führendes Plattform-Ökosystem für das Sozialwesen aufzubauen.