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Person Aktualisiert: 26.1.2026

Michael Stonebraker

Michael Stonebraker (*11. Oktober 1943) ist ein US-amerikanischer Informatiker und einer der einflussreichsten Pioniere im Bereich relationaler...

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Michael Stonebraker

Michael Stonebraker (*11. Oktober 1943) ist ein US-amerikanischer Informatiker und einer der einflussreichsten Pioniere im Bereich relationaler Datenbanksysteme. Er ist Turing-Preisträger 2014, Adjunct Professor am MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) sowie Professor Emeritus an der UC Berkeley. Stonebraker ist bekannt als Erfinder von Ingres und Postgres und hat neun Datenbank-Unternehmen gegründet – darunter Vertica, VoltDB, Tamr und zuletzt DBOS.

Überblick

  • Aktuelle Positionen: Adjunct Professor am MIT CSAIL; Co-Founder und CTO bei DBOS; CTO bei Tamr
  • Frühere Positionen: Professor an der UC Berkeley (29 Jahre); CTO bei Informix; Gründer von Ingres Corporation, Illustra, Vertica, VoltDB, StreamBase Systems, Paradigm4, Hopara
  • Ausbildung: B.S.E. Elektrotechnik, Princeton University (1965); M.S. Engineering, University of Michigan (1966); Ph.D. Computer Information and Control Engineering, University of Michigan (1971)
  • Auszeichnungen: ACM Turing Award 2014, IEEE John von Neumann Medal, SIGMOD Edgar F. Codd Innovations Award, Fellow der ACM, Mitglied der National Academy of Engineering, Fellow der American Academy of Arts and Sciences
  • LinkedIn: Michael Stonebraker - MIT

Karriere

Akademische Laufbahn

  • 1971–2001: Professor im Department of Electrical Engineering and Computer Sciences an der UC Berkeley. Während dieser Zeit entwickelte er die einflussreichen Datenbanksysteme Ingres und Postgres.
  • Seit 2001: Adjunct Professor am MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL). Dort entwickelte er C-Store, H-Store, SciDB, Aurora/Borealis und das Data Tamer System.

Wichtige technische Beiträge

Ingres (1973–1980er): Zusammen mit Eugene Wong entwickelte Stonebraker Ingres (Interactive Graphics and Retrieval System) – eines der ersten praktischen relationalen Datenbanksysteme neben IBMs System R. Ingres demonstrierte die Machbarkeit des relationalen Modells von Edgar F. Codd.

Postgres (1986–1994): Das “post-Ingres”-Projekt adressierte Limitierungen des relationalen Modells. Postgres führte Konzepte wie Regeln zur Konsistenzwahrung, objekt-relationale Datentypen, Replikation und prozedurale Sprachen ein. Aus Postgres entwickelte sich später das Open-Source-Projekt PostgreSQL, das heute zu den meistgenutzten Datenbanken weltweit zählt.

C-Store und Vertica (2005): Stonebraker entwickelte am MIT das spaltenorientierte Datenbanksystem C-Store, das durch vertikale Datenspeicherung deutlich bessere Performance für Data-Warehouse-Abfragen ermöglicht. Daraus entstand 2005 Vertica, das später von HP übernommen wurde.

Unternehmensgründungen

Michael Stonebraker ist der einzige Turing-Preisträger mit einer derart umfangreichen Gründerhistorie:

JahrUnternehmenBeschreibung
1980Ingres CorporationKommerzialisierung des Ingres RDBMS
1992IllustraObjekt-relationale Datenbank
2003StreamBase SystemsStream Processing Engine
2005VerticaSpaltenorientierte Data-Warehouse-Datenbank (akquiriert von HP)
2008VoltDBIn-Memory OLTP-Datenbank
2010Paradigm4SciDB Array-Datenbank für wissenschaftliche Daten
2013TamrData Mastering und Entity Resolution mit ML
2018HoparaDatenvisualisierung
2024DBOSCloud Operating System mit Datenbank-Kern

Aktuelle Aktivitäten

DBOS (seit 2024)

Stonebrakers jüngstes Startup DBOS verfolgt einen radikal neuen Ansatz: Das Betriebssystem wird auf eine verteilte Datenbank aufgesetzt, statt umgekehrt. Das System entstand aus einem dreijährigen Forschungsprojekt zwischen Stanford und MIT. DBOS startete im März 2024 mit 8,5 Millionen US-Dollar Finanzierung. Ein Kernfeature ist “Time Travel” – die Möglichkeit, nach Cyberangriffen in Sekunden zu einem früheren Systemzustand zurückzukehren.

Tamr

Bei Tamr, 2013 gemeinsam mit Andy Palmer gegründet, fungiert Stonebraker als CTO. Das Unternehmen löst das Problem der Datenintegration und Entity Resolution mittels Human-Guided Machine Learning.

Forschung und Publikationen

Im Juni 2024 veröffentlichten Stonebraker und Andy Pavlo (Carnegie Mellon University) den einflussreichen Artikel “What Goes Around Comes Around…And Around…” im SIGMOD Record, eine Analyse der Datenbank-Entwicklung der letzten 20 Jahre. Im Dezember 2025 hielten beide einen Webcast über Trends in der Datenbankwelt für 2026.

Turing Award 2014

Stonebraker erhielt den ACM A.M. Turing Award 2014 – oft als “Nobelpreis der Informatik” bezeichnet – “für fundamentale Beiträge zu den Konzepten und Praktiken, die modernen Datenbanksystemen zugrunde liegen.” Er war der elfte Turing-Preisträger mit MIT-Verbindung. Der Preis war mit 1 Million US-Dollar dotiert, erstmals finanziert von Google.

Quellen


Karriere

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