Visa
Visa Inc. ist ein US-amerikanisches multinationales Finanzdienstleistungsunternehmen und betreibt eines der weltweit größten elektronischen...
Visa
Visa Inc. ist ein US-amerikanisches multinationales Finanzdienstleistungsunternehmen und betreibt eines der weltweit größten elektronischen Zahlungsnetzwerke. Das Unternehmen ermöglicht elektronische Geldtransfers zwischen Verbrauchern, Händlern und Finanzinstituten über seine Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten. Visa selbst gibt keine Karten aus, sondern stellt die Infrastruktur und das Netzwerk (VisaNet) bereit, über das Banken und Finanzinstitute ihre Karten ausgeben und Transaktionen abwickeln.
Überblick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Typ | Börsennotiertes Unternehmen (NYSE: V) |
| Gründung | 1958 (als BankAmericard), 1970 als National BankAmericard Inc., 1976 Umbenennung in Visa |
| Hauptsitz | Foster City, Kalifornien, USA |
| CEO | Ryan McInerney (seit Februar 2023) |
| Mitarbeiter | ca. 28.800 |
| Umsatz (2024) | ca. 35,9 Mrd. USD |
| Marktkapitalisierung | ca. 644 Mrd. USD (Stand April 2025) |
| Website | visa.com |
Produkte und Services
Kernprodukte
Visa bietet ein umfassendes Portfolio an Zahlungslösungen:
- Kreditkarten: Visa Classic, Visa Gold, Visa Platinum, Visa Infinite und Visa Signature
- Debitkarten: Visa Electron und Visa Debit
- Prepaid-Karten: Aufladbare Karten für verschiedene Anwendungsfälle
- VisaNet: Das globale Zahlungsnetzwerk, das 2025 rund 257,5 Milliarden Transaktionen im Wert von 14,2 Billionen USD verarbeitete
B2B-Lösungen
Visa bietet spezialisierte Business-to-Business-Dienste:
- Visa B2B Connect: Ein Netzwerk für grenzüberschreitende Bank-zu-Bank-Zahlungen ohne Vermittler, das Transaktionen von mehreren Wochen auf ein bis zwei Tage beschleunigt
- Visa B2B Payables: Suite von Services zur Vereinfachung von Lieferantenzahlungen
- Visa B2B Payment Controls: Lösungen für Government-, Corporate- und Small-Business-Segmente
- B2B Travel Solutions: Zahlungslösungen für Reisebüros und Finanzinstitute
Technologie-Services
- Visa Direct: Echtzeit-Push-Zahlungen
- Visa Token Service: Tokenisierung für sichere digitale Zahlungen
- CyberSource: Zahlungsmanagement-Plattform für E-Commerce
Geschichte und Entwicklung
Gründung und frühe Jahre (1958-1975)
Die Geschichte von Visa beginnt 1958, als die Bank of America das BankAmericard-Kreditkartenprogramm in Fresno, Kalifornien startete. Der Testmarkt wurde bewusst gewählt, um das Konzept in einer überschaubaren Stadt zu erproben.
Transformation zum globalen Netzwerk (1970-2007)
1970 wurde unter der Führung von Dee W. Hock (1929-2022) die National BankAmericard Inc. (NBI) als Bankenkonsortium in Delaware gegründet. 1976 erfolgte die Umbenennung in “Visa” – ein Name, der in allen Sprachen leicht verständlich ist.
Börsengang und moderne Ära (2008-heute)
Am 18. März 2008 ging Visa mit einem der größten Börsengänge der US-Geschichte an die Börse. Das Unternehmen verkaufte 406 Millionen Aktien zu je 44 USD und sammelte damit 17,9 Milliarden USD ein. 2016 erwarb Visa Europe für 21,2 Milliarden Euro, um das europäische Geschäft wieder zu integrieren.
Team und Führung
Vorstand und Geschäftsleitung
| Position | Name | Seit |
|---|---|---|
| Chairman | John F. Lundgren | 2024 |
| CEO & Director | Ryan McInerney | 2023 |
| CFO | Chris Suh | 2023 |
| President of Technology | Rajat Taneja | 2013 |
| Chief Product & Strategy Officer | Jack Forestell | 2023 |
| Chief Marketing Officer | Frank Cooper III | – |
| CEO Europa | Antony Cahill | 2023 |
Ryan McInerney war zuvor von 2013 bis 2023 als Präsident von Visa tätig, bevor er die Nachfolge von Al Kelly als CEO antrat.
Investoren und Eigentümer
Visa ist ein börsennotiertes Unternehmen mit einer breit gestreuten Eigentümerstruktur. Institutionelle Anleger halten rund 88,3% der Aktien (Stand Ende 2024).
Größte institutionelle Aktionäre
| Investor | Anteil |
|---|---|
| The Vanguard Group | 4,14% |
| BlackRock | ca. 3,5% |
| State Street Corp. | ca. 2,5% |
| Fidelity Management & Research | ca. 2% |
| T. Rowe Price Associates | ca. 1,5% |
Im Geschäftsjahr 2024 zahlte Visa eine Dividende von 2,08 USD pro Aktie bei einer Ausschüttungsquote von 23,94%.
Konkurrenz
Visa operiert in einem oligopolistischen Markt für Zahlungsnetzwerke. Die Hauptkonkurrenten unterscheiden sich in ihren Geschäftsmodellen:
Direkte Wettbewerber
| Unternehmen | Akzeptanzstellen | Geschäftsmodell |
|---|---|---|
| Visa | 130+ Millionen | Offenes Netzwerk (Scheme) |
| Mastercard | 100 Millionen | Offenes Netzwerk (Scheme) |
| American Express | 66 Millionen | Geschlossenes Netzwerk (Closed-Loop) |
Unterschiede im Geschäftsmodell
Visa und Mastercard fungieren als reine “Schemes” – sie stellen die Infrastruktur bereit, geben aber selbst keine Karten aus. American Express hingegen betreibt ein geschlossenes System und gibt eigene Karten aus, was höhere Gebühren, aber auch umfassendere Kundendaten ermöglicht.
Neue Wettbewerber
- UnionPay (China): Dominiert den chinesischen Markt
- PayPal: Führend im digitalen Zahlungsverkehr
- Adyen und Stripe: Moderne Payment-Service-Provider für E-Commerce
- Cartes Bancaires (Frankreich): Regionales Zahlungssystem
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