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Unternehmen Aktualisiert: 6.3.2026

LetinAR

LetinAR (koreanisch: 레티널) ist ein südkoreanisches B2B-Startup im Bereich AR-Optik, das optische Module und Wellenleiter-Systeme für...

LetinAR

LetinAR (koreanisch: 레티널) ist ein südkoreanisches B2B-Startup im Bereich AR-Optik, das optische Module und Wellenleiter-Systeme für Augmented-Reality-Brillen entwickelt. Das Unternehmen fungiert als reiner Optikzulieferer für OEM/ODM-Gerätehersteller weltweit und stellt keine fertigen AR-Brillen her. Die Kerntechnologie – das sogenannte PinMR- und PinTILT-Verfahren – basiert auf winzigen Pinhole-Spiegeln, die in Brillengläser eingebettet sind und Licht von einem Mikrodisplay in die Pupillen des Trägers reflektieren.

Überblick

MerkmalInformation
TypFirma (B2B-Hardware/Optik)
GründungOktober 2016
HauptsitzAnyang-si, Gyeonggi-do, Südkorea
Mitarbeiterca. 60+
Patente39 angemeldete Patente
Websiteletinar.com
StatusAktiv

Produkte und Technologie

LetinARs gesamtes Portfolio basiert auf einer selbst entwickelten optischen Architektur, die sich grundlegend von den marktüblichen diffraktiven oder holografischen Wellenleitern unterscheidet.

PinMR (Pin Mirror)

PinMR ist die ursprüngliche Kernerfindung des Unternehmens und nutzt den Pinhole-Effekt: Winzige Pin-Spiegel sind in ein transparentes Kunststoffglas eingebettet und reflektieren das Licht eines Mikrodisplays präzise in die Pupillen des Trägers. Gegenüber diffraktiven Wellenleitern (z. B. von DigiLens oder WaveOptics) bietet PinMR laut Unternehmen:

  • Bis zu 10-fach höhere Lichtausbeute, wodurch kostengünstigere Micro-OLED-Displays (statt hochheller LCOS/DLP-Projektoren) eingesetzt werden können
  • 60 % geringeres Gewicht des optischen Moduls
  • Niedrigere Herstellungskosten durch Kunststoff-Spritzguss
  • Erweiterte Tiefenschärfe: Virtuelle Inhalte sind schon ab 25 cm Distanz ohne Schwindel erkennbar (Wettbewerber: ~1 m)

PinTILT

PinTILT ist die Weiterentwicklung von PinMR und ersetzt einzelne Pin-Spiegel durch geneigte Lamellenstrukturen. Das Unternehmen beschreibt es als „hybride Struktur aus Vorteilen von Wellenleiter- und Birdbath-AR-Optik”. PinTILT reduziert Totalreflexionen erheblich und verbessert so die Helligkeitsgleichmäßigkeit. Es wird in zwei Varianten angeboten:

  • A-Type: Maximiertes Sichtfeld (2–4× FOV gegenüber gleichgroßen Konkurrenzoptiken)
  • B-Type: Alltagsbrillen-Formfaktor mit minimalen Kompromissen

PinTILT ist kompatibel mit OLEDoS-, microLED-, LCOS- und LCD-Displays.

FrontiAR Pro Optical System

Das FrontiAR Pro ist ein vollständiges optisches Modul auf Basis von PinTILT. Es löst Probleme mit der Helligkeitsgleichmäßigkeit früherer PinMR-Systeme und bietet laut LetinAR eine ca. 3-fache Leistungsverbesserung gegenüber der Vorgängergeneration. Das System wurde auf der CES 2024 vorgestellt und wird u. a. in den Produkten der Kunden Jorjin (J8L) und Nimo Planet (Nimo One) eingesetzt.

Geschichte und Entwicklung

LetinAR wurde im Oktober 2016 von zwei Schulfreunden gegründet. Die technologische Grundidee entstand bereits 2009, als CTO Jeong-hun Ha bei der Beobachtung einer partiellen Sonnenfinsternis am 22. Juli 2009 den entscheidenden optischen Einblick gewann, der später zur PinMR-Technologie führte.

JahrMeilenstein
2009Schlüsselentdeckung von CTO Ha beim Beobachten einer Sonnenfinsternis
2016Gründung des Unternehmens in Anyang, Südkorea
2016–2017Seed-Finanzierung (~$700.000) durch NAVER D2 Startup Factory
2018Erstmals auf der CES ausgestellt; Series-A-Runde ($3,6 Mio.)
2019CES 2019: Vorführung erweiterter AR-Brillenprototypen
2020CES 2020: Vorstellung von PinMR 2020
2021Series-A-Erweiterung mit Global Brain / KDDI Open Innovation Fund III
2022Corporate-Minority-Runde ($3,84 Mio.) u. a. mit LG Electronics
2023Finalist beim SPIE PRISM Award (Kategorie Vision Technology)
2024CES 2024: Präsentation von FrontiAR Pro mit Kunden Jorjin und Nimo Planet; Sharp zeigt LetinAR-basierte Brillen auf eigenem Messestand

Führung

PersonRolle
Jae-hyeok KimCEO & Co-Gründer; Hanyang University, Industrial Engineering; stellvertretender Vorsitzender des Optical Convergence Enterprise Council (ab 2023); Mitautor von „Money Moves To-Metaverse” (2022)
Jeong-hun HaCTO & Co-Gründer; Erfinder der PinMR- und PinTILT-Technologien

Investoren und Finanzierung

LetinAR hat insgesamt ca. $16,5 Mio. in mehreren Finanzierungsrunden eingeworben. Unter den Investoren befinden sich strategische Industriekonzerne sowie Venture-Capital-Fonds aus Südkorea, Japan und dem globalen Markt.

RundeZeitraumBetragInvestoren
Seed2016–2017~$700.000NAVER D2 Startup Factory
Series AOktober 2018$3,6 Mio.Kakao Ventures, Naver Corporation, DSC Investment, Korea Asset Investment Securities, Platinum Technology Investment
Series A (Erweiterung)Januar 2021nicht öffentlichGlobal Brain, KDDI Open Innovation Fund III
Corporate MinorityJuli 2022$3,84 Mio.LG Electronics + weitere
Weitere RundendiverseRestbetragKB Investment, KDB Capital

Gesamte Investorenliste: LG Electronics, NAVER D2 Startup Factory, Kakao Ventures, Naver Corporation, Global Brain, KDDI Open Innovation Fund, DSC Investment, KB Investment, KDB Capital, Korea Asset Investment Securities, Platinum Technology Investment

Kein PE-Investor mit bekanntem Fondsnamen – daher keine Exit-Prognose möglich.

Kunden

  • Jorjin – J8L Smart Glasses mit LetinAR FrontiAR Pro Optik
  • Nimo Planet – Nimo One und Nimo Glasses auf Basis von FrontiAR Pro
  • Sharp – Eigene AR-Brille auf LetinAR-Basis, gezeigt auf der CES 2024

Wettbewerb

LetinAR konkurriert im Segment der AR-Optikzulieferer. Die wichtigsten Wettbewerber sind:

UnternehmenLandTechnologie
LumusIsraelReflektive Wellenleiter (Glasbasiert)
DigiLensUSADiffraktive holografische Wellenleiter
WaveOptics (von Snap übernommen)UKDiffraktive Wellenleiter
VuzixUSADiffraktive Wellenleiter
OptinventFrankreichFreiformprismen und Wellenleiter
TruLife OpticsUKHolografische Wellenleiter

LetinARs Hauptdifferenzierungsmerkmal ist die deutlich höhere Lichteffizienz (bis zu 10×) gegenüber diffraktiven Ansätzen sowie die günstigere Herstellbarkeit durch Kunststoff-Spritzguss statt Glasbearbeitung. Der strukturell ähnlichste Wettbewerber ist Lumus (ebenfalls reflektiv), allerdings auf teurem Glasbasis.

Quellen