The Playbook
Unternehmen Aktualisiert: 9.2.2026

Duty Free Shoppers Ltd

Duty Free Shoppers Ltd, heute bekannt als DFS Group, ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Luxus-Travel-Retail.

Duty Free Shoppers Ltd

Duty Free Shoppers Ltd, heute bekannt als DFS Group, ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Luxus-Travel-Retail. Das 1960 in Hongkong von Charles F. Feeney und Robert Warren Miller gegründete Unternehmen betreibt ein globales Netzwerk von Duty-Free- und Luxusgeschäften an Flughäfen und in Innenstadtlagen. DFS ist mehrheitlich im Besitz des französischen Luxuskonzerns LVMH, der jedoch seit 2025 einen schrittweisen Rückzug aus dem Unternehmen vollzieht.

Überblick

  • Typ: Luxury Travel Retail / Duty-Free-Einzelhandel
  • Gründung: 7. November 1960
  • Gründer: Charles F. Feeney und Robert Warren Miller
  • Hauptsitz: Quarry Bay, Hongkong (seit 2004; zuvor San Francisco)
  • Website: dfs.com
  • Eigentümer: LVMH (Mehrheitsanteil), Robert Warren Miller (~38 %)
  • Mitarbeiter: ca. 5.000 (Stand 2025)
  • Umsatz: ca. 1,49 Mrd. EUR (2025)
  • Interim CEO & Chairman: Ed Brennan (seit November 2024)

Produkte und Services

DFS betreibt ein globales Netzwerk von Luxus-Einzelhandelsgeschäften mit über 750 Marken in fünf Produktkategorien:

KategorieBeispiele
Mode & AccessoiresDesignermode, Lederwaren, Sonnenbrillen
Beauty & DüfteParfüm, Kosmetik, Hautpflege
Uhren & SchmuckLuxusuhren, Juwelen
Wein & SpirituosenPremiumweine, Whisky, Champagner
Lebensmittel & GeschenkeSpezialitäten, Konfekt, Souvenirs

Vertriebsformate

  • Airport-Stores: Duty-Free-Geschäfte an 13 internationalen Flughäfen
  • T Galleria by DFS: 23 innerstädtische Luxus-Kaufhäuser auf vier Kontinenten
  • Spezialkonzepte: Beauty Collective, DISTRICT by DFS, House of Jewels
  • DFS CIRCLE: Globales Luxus-Treueprogramm mit exklusiven Vorteilen und personalisierten Erlebnissen

Geschichte und Entwicklung

Gründung und Anfänge (1958–1965)

Charles Feeney und Robert Miller lernten sich an der Cornell University im Studiengang Hotel Administration kennen. 1958 begannen sie gemeinsam, Parfüm, Tonbandgeräte und Transistorradios an US-Marinepersonal in Europa zu verkaufen. 1960 gründeten sie in Hongkong die Firma „Tourists International”, die später in Duty Free Shoppers umbenannt wurde.

Die ersten DFS-Geschäfte eröffneten 1962 an den internationalen Flughäfen in Hongkong und Honolulu – letzterer war der erste Duty-Free-Shop in den USA. Als die US-Regierung jedoch die Regeln für zollfreien Alkohol änderte und US-Autoherstellern den Verkauf auf Militärbasen erlaubte, geriet DFS in finanzielle Schwierigkeiten und war bis 1965 praktisch insolvent.

Restrukturierung und Aufstieg (1966–1995)

1966 nahmen Feeney und Miller zwei neue Partner auf: den britischen Buchhalter Alan M. Parker und den amerikanischen Anwalt Anthony M. Pilaro erhielten jeweils 10 % Anteile, um das Unternehmen zu restrukturieren. Im selben Jahr hob die japanische Regierung die Reisebeschränkungen für ihre Bürger auf – ein Wendepunkt für DFS. Das Unternehmen positionierte sich als Premium-Einkaufsziel für japanische Touristen und wuchs in den folgenden Jahrzehnten rasant.

In den 1970er und 1980er Jahren expandierte DFS aggressiv in den pazifischen Raum, nach Nordamerika und Asien und wurde zum weltweit größten Travel Retailer.

LVMH-Übernahme und Feeneys Geheimnis (1996–1997)

1984 hatte Feeney im Geheimen seinen gesamten DFS-Anteil von 38,75 % – damals etwa 500 Mio. USD wert – an seine Stiftung Atlantic Philanthropies übertragen. Als Feeney und Parker 1996 ihre Anteile an LVMH verkaufen wollten, widersetzte sich Miller zunächst. Bevor ein erwarteter Rechtsstreit Feeneys Geheimnis offenbart hätte, gab er sich selbst in einem Artikel der New York Times vom 23. Januar 1997 zu erkennen: „He Gave Away $600 Million and No One Knew.”

Der Deal wurde im November 1996 für insgesamt 2,8 Mrd. USD abgeschlossen. Atlantic Philanthropies erhielt daraus 1,63 Mrd. USD. Miller behielt seinen Anteil und ist bis heute Minderheitsgesellschafter neben LVMH.

Expansion unter LVMH (1997–2019)

Unter LVMH fokussierte sich DFS verstärkt auf die Verbindung von Reisen und Luxus. Das Konzept der T Galleria wurde weiterentwickelt, und DFS expandierte auf vier Kontinente mit einem Netzwerk aus Airport- und Downtown-Stores.

COVID-19 und Krise (2020–2024)

Die COVID-19-Pandemie traf DFS besonders hart. Der Umsatz fiel von etwa 4 Mrd. USD vor der Pandemie drastisch ab, und das Unternehmen verlor laut LVMH-CFO „Hunderte Millionen Euro”. DFS war von der Erholung des internationalen Reiseverkehrs abhängig, die nur schleppend verlief. Ungünstige Wechselkurse und schwächere chinesische Konsumausgaben belasteten das Geschäft zusätzlich.

LVMH-Rückzug und Verkauf (2025–2026)

Im Februar 2025 verkaufte DFS seine Anteile an La Samaritaine zurück an LVMH. Anfang 2026 bestätigte LVMH-Chef Bernard Arnault den schrittweisen Rückzug: „We’ve sold most of it. We’ll continue to exit slowly, but surely.” Im Januar 2026 wurde der Verkauf der DFS-Aktivitäten in Greater China (Hongkong und Macau) an China Tourism Group Duty Free vereinbart. Die betroffenen Vermögenswerte mit einem Nettowert von 1,2 Mrd. EUR wurden in der LVMH-Bilanz als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte” umklassifiziert.

Team und Führung

NamePositionSeit
Ed BrennanInterim Chairman & CEONovember 2024
Catherine NeweyManaging Director, DFS Group EuropeJuni 2024
Alex RichardsonExecutive Vice President, Human Resources
Amael BlainSVP, Beauty and Spirits/Wines/Tobacco/Food & Gifts Merchandising

Ed Brennan kehrte im November 2024 als Interims-Chef zurück, nachdem der vorherige CEO Benjamin Vuchot das Unternehmen verlassen hatte.

Gründer

  • Charles F. Feeney (1931–2023): Co-Gründer, übertrug seinen DFS-Anteil 1984 heimlich an Atlantic Philanthropies und spendete im Laufe seines Lebens über 8 Mrd. USD. Er verstarb am 9. Oktober 2023 im Alter von 92 Jahren.
  • Robert Warren Miller (*1933): Co-Gründer, amerikanisch-britischer Milliardär, hält weiterhin ca. 38 % an DFS. Bekannt als Vater der „Miller Sisters” (u.a. Marie-Chantal, Kronprinzessin von Griechenland) und als Segelsportler.

Investoren und Eigentümer

EigentümerAnteilSeitStatus
LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton)Mehrheit (~61 %)1997Schrittweiser Rückzug seit 2025
Robert Warren Miller~38 %1960 (Gründer)Aktiv

LVMH erwarb die Mehrheitsbeteiligung 1996/97 durch den Kauf der Anteile von Charles Feeney (via Atlantic Philanthropies), Alan Parker und Anthony Pilaro für insgesamt 2,8 Mrd. USD. Seit 2025 trennt sich LVMH schrittweise von DFS und hat die Greater-China-Aktivitäten im Januar 2026 an China Tourism Group Duty Free verkauft.

Hinweis: Da DFS kein PE/VC-Investment ist, sondern eine strategische Beteiligung eines Luxuskonzerns, entfällt eine Exit-Prognose im klassischen Sinne. Der Exit von LVMH erfolgt jedoch bereits aktiv seit 2025.

Konkurrenz

UnternehmenHauptsitzBeschreibung
Avolta (ehem. Dufry AG)Basel, SchweizWeltweit größter Travel Retailer mit über 2.300 Stores in 65 Ländern
Lagardère Travel RetailParis, FrankreichTeil der Lagardère-Gruppe, betreibt Stores an Flughäfen und Reise-Hubs weltweit
Lotte Duty FreeSeoul, SüdkoreaSüdkoreanischer Duty-Free-Betreiber mit Präsenz in 7 Ländern
Gebr. HeinemannHamburg, DeutschlandDeutscher Travel Retailer, seit 1879, an Flughäfen und auf Kreuzfahrtschiffen
China Tourism Group Duty Free (CTG)Peking, ChinaGrößter chinesischer Duty-Free-Betreiber, übernahm 2026 DFS Greater China

Quellen

Kommentare

Kommentare werden geladen...

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden stimmen Sie der Veröffentlichung Ihres Namens und Kommentars zu.