UGS
UGS Corp. war ein US-amerikanisches Softwareunternehmen mit Hauptsitz in Plano, Texas, das sich auf Product Lifecycle Management (PLM) und...
UGS Corp.
UGS Corp. war ein US-amerikanisches Softwareunternehmen mit Hauptsitz in Plano, Texas, das sich auf Product Lifecycle Management (PLM) und CAD/CAM/CAE-Software spezialisiert hatte. Das Unternehmen zählte zu den weltweit führenden Anbietern im PLM-Bereich und wurde 2007 für 3,5 Milliarden US-Dollar von Siemens übernommen. Heute firmiert das Unternehmen als Siemens Digital Industries Software.
Überblick
- Typ: Software-Unternehmen (PLM/CAD/CAM/CAE)
- Gründung: 1963 (als United Computing)
- Hauptsitz: Plano, Texas, USA
- Mitarbeiter: ca. 7.000 (vor der Übernahme)
- Umsatz: 1,2 Milliarden USD (2006)
- Status: 2007 von Siemens übernommen
- Website: siemens.com/plm
Produkte und Services
UGS verfügte über ein umfassendes Portfolio an PLM- und Engineering-Software:
Flaggschiff-Produkte
| Produkt | Beschreibung |
|---|---|
| NX | High-End CAD/CAM/CAE-Suite für komplexe Produktentwicklung |
| Teamcenter | Integrierte PLM-Plattform für Produktdatenmanagement und Collaboration (über 3 Millionen lizenzierte Nutzer) |
Weitere Produkte
- Solid Edge – CAD-Lösung für mittelständische Fertigungsunternehmen
- Tecnomatix – Digitale Fertigungslösungen (2005 akquiriert)
- NX Nastran – Finite-Elemente-Analyse-Software
- Femap – Finite-Elemente-Modellierung und Postprocessing
- I-deas – CAE-Software (aus der SDRC-Akquisition)
- Parasolid – 3D-Geometrie-Kernel
- D-Cubed – Constraint-Solving-Technologie
- JT – 3D-Datenformat für Produktvisualisierung
- Imageware – Reverse Engineering und Scan-Datenverarbeitung
Geschichte und Entwicklung
Ursprünge (1963–1975)
Die Wurzeln von UGS reichen bis zur Gründung von United Computing im Jahr 1963 in Torrance, Kalifornien, zurück. Das Unternehmen wurde von John Wright gegründet. 1969 wurde mit UNIAPT eines der weltweit ersten kommerziellen CAM-Produkte veröffentlicht. 1973 erwarb United Computing den ADAM-Softwarecode, der zur Grundlage für Unigraphics wurde – das erste Mal 1975 kommerziell vertrieben.
McDonnell Douglas Ära (1976–1991)
1976 wurde United Computing vom Luft- und Raumfahrtunternehmen McDonnell Douglas übernommen. Das Unternehmen wurde zur Unigraphics Group innerhalb der neuen CAD/CAM-Division.
EDS-Periode (1991–2004)
1991 erwarb EDS (Electronic Data Systems) die Unigraphics-Division von McDonnell Douglas. Wichtige Meilensteine:
- 1997: EDS gründete die Tochtergesellschaft Unigraphics Solutions
- 2001: Umbenennung zu UGS Corporation; EDS akquirierte den Konkurrenten SDRC (Structural Dynamics Research Corporation)
- 2002: Zusammenführung von Unigraphics und I-deas zu NX
- 2003: Lizenzierung des MSC Nastran-Quellcodes
Private-Equity-Phase (2004–2007)
Im März 2004 wurde UGS für 2,05 Milliarden USD von drei Private-Equity-Firmen übernommen – damals der größte Private-Equity-Deal im Technologiesektor:
2005 akquirierte UGS das israelische Unternehmen Tecnomatix Technologies zur Erweiterung des digitalen Fertigungsportfolios.
Siemens-Übernahme (2007)
Am 24. Januar 2007 kündigte Siemens AG die Übernahme von UGS für 3,5 Milliarden USD an (einschließlich 1,4 Milliarden USD Schulden). Die Transaktion wurde am 7. Mai 2007 abgeschlossen. UGS wurde zunächst zu Siemens PLM Software und 2019 zu Siemens Digital Industries Software umbenannt.
Team und Führung
Führungsteam (2004–2007)
| Position | Name | Verantwortungsbereich |
|---|---|---|
| Chairman, President & CEO | Tony Affuso | Strategische Führung während der PE-Phase und Siemens-Übernahme |
| Executive VP Products & CTO | Chuck Grindstaff | Produktentwicklung und NX-Technologie |
| Executive VP Global Sales | John Graham | Globaler Vertrieb und Kundenbetreuung |
| Executive VP | David Shirk | Operations |
Nach der Siemens-Übernahme führte Tony Affuso das Unternehmen als CEO von Siemens PLM Software bis 2010 weiter. Sein Nachfolger wurde Chuck Grindstaff, der später Executive Chairman wurde.
Investoren und Eigentümer
Eigentümerhistorie
| Zeitraum | Eigentümer |
|---|---|
| 1963–1976 | United Computing (unabhängig) |
| 1976–1991 | McDonnell Douglas |
| 1991–2004 | EDS (Electronic Data Systems) |
| 2004–2007 | Bain Capital, Silver Lake, Warburg Pincus |
| seit 2007 | Siemens AG |
Die Private-Equity-Investoren erzielten bei der Siemens-Übernahme einen erheblichen Gewinn: Sie hatten 2004 für 2,05 Milliarden USD gekauft und verkauften 2007 für 3,5 Milliarden USD.
Konkurrenz
UGS konkurrierte im High-End-PLM- und CAD-Markt mit mehreren großen Anbietern:
| Unternehmen | Hauptprodukte |
|---|---|
| Dassault Systèmes | CATIA, ENOVIA, SOLIDWORKS, 3DEXPERIENCE |
| PTC | Creo (Pro/ENGINEER), Windchill |
| Autodesk | AutoCAD, Inventor, Fusion 360 |
| ANSYS | Simulation und Analyse |
| Mentor Graphics | EDA und Embedded Systems |
Heute ist Siemens Digital Industries Software (der Nachfolger von UGS) einer der führenden PLM-Anbieter weltweit mit Produkten wie NX, Teamcenter und Solid Edge.
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