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Produkt Aktualisiert: 26.1.2026

Microsoft SQL Server

Microsoft SQL Server ist ein proprietäres relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS), das von Microsoft entwickelt und vertrieben wird.

Microsoft SQL Server

Microsoft SQL Server ist ein proprietäres relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS), das von Microsoft entwickelt und vertrieben wird. Die Software nutzt Transact-SQL (T-SQL), eine erweiterte Variante der standardisierten Datenbanksprache SQL, zur Verwaltung und Abfrage von Daten. SQL Server gehört zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Datenbanksystemen und wird für Anwendungen unterschiedlichster Größe genutzt – von kleinen Einzelplatzanwendungen bis hin zu großen internetbasierten Applikationen mit Millionen von Nutzern.

Überblick

  • Typ: Relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS)
  • Hersteller: Microsoft Corporation
  • Erste Veröffentlichung: 1989
  • Aktuelle Version: SQL Server 2025 (GA Mai 2025)
  • Betriebssysteme: Windows, Linux (seit 2017)
  • Lizenz: Proprietär (kommerziell)
  • Programmiersprachen: C, C++
  • Website: microsoft.com/sql-server

Produkte und Editionen

SQL Server wird in verschiedenen Editionen angeboten, die auf unterschiedliche Anforderungen und Budgets zugeschnitten sind:

EditionBeschreibungZielgruppe
EnterpriseVollständige Funktionalität mit High-Availability, erweiterte Sicherheit, In-Memory-OLTPGroßunternehmen, geschäftskritische Anwendungen
StandardKern-Datenbankfunktionen mit grundlegender Berichterstattung und AnalyseMittelständische Unternehmen
WebKostengünstige Option für WebhostingWebhoster, Web-Anwendungen
DeveloperAlle Enterprise-Funktionen für Entwicklung und TestEntwickler (nicht für Produktion)
ExpressKostenlose Einstiegsversion (begrenzt auf 1 GB RAM, 10 GB Datenbankgröße)Kleine Anwendungen, Lernen

Cloud-Varianten

  • Azure SQL Database: Vollständig verwaltete Platform-as-a-Service (PaaS) Datenbank in Microsoft Azure
  • Azure SQL Managed Instance: Verwaltete Instanz mit nahezu vollständiger Kompatibilität zu On-Premises SQL Server
  • SQL Server on Azure VMs: SQL Server auf virtuellen Maschinen in Azure (IaaS)

Geschichte und Entwicklung

Ursprünge (1988-1989)

Die Entwicklung von SQL Server begann 1988, als Microsoft eine Partnerschaft mit Sybase und Ashton-Tate einging. Ziel war die Entwicklung einer Datenbank für IBM OS/2, die kompatibel mit Ashton-Tates dBASE-Software sein sollte. Die erste Version (SQL Server 1.0) erschien im Mai 1989 als 16-Bit relationale Datenbank für OS/2.

Frühe Versionen (1992-1996)

  • SQL Server 4.2 (1992): Gebündelt mit OS/2, Version 4.21 für Windows NT
  • SQL Server 6.0 (1995): Erste Version mit Replikation, verbesserte Skalierbarkeit, ODBC-Unterstützung
  • SQL Server 6.5 (1996): ANSI-SQL-konform, noch auf Sybase-Code basierend

1993 trennten sich Microsoft und Sybase, und jedes Unternehmen verfolgte fortan eigene Entwicklungswege.

Neustart (1998-2005)

  • SQL Server 7.0 (1998): Komplett neu geschriebene Engine, Query Analyzer, SQL OLAP Services
  • SQL Server 2000: OLAP Analysis Services, Reporting Services, für Windows Server 2000 optimiert
  • SQL Server 2005: Integration mit .NET Framework, SQL CLR, XML-Datentypen, Database Mirroring

Moderne Ära (2008-2019)

  • SQL Server 2008: Transparent Data Encryption, Geodaten-Unterstützung, Backup-Komprimierung
  • SQL Server 2012: Columnstore-Indizes, AlwaysOn Availability Groups
  • SQL Server 2014: In-Memory OLTP (Hekaton)
  • SQL Server 2016: Erste Version nur für 64-Bit, letzte Version mit Service Packs
  • SQL Server 2017: Erstmals Linux-Unterstützung, Python-Integration für Analytics
  • SQL Server 2019: Big Data Clusters, Kubernetes-Unterstützung, intelligente Abfrageverarbeitung

KI-Ära (2022-2025)

  • SQL Server 2022: Azure Synapse Link, verbessertes Disaster Recovery, Ledger-Datenbanken
  • SQL Server 2025 (Mai 2025): Native KI-Integration mit Vektor-Datenbank, DiskANN-Indizierung, Copilot in SQL Server Management Studio, RAG-Unterstützung

Technische Features

Kernfunktionen

  • T-SQL: Erweiterung von ANSI-SQL mit prozeduralen Programmierfeatures
  • Stored Procedures & Triggers: Serverseitige Geschäftslogik
  • Full-Text Search: Volltextsuche in Dokumenten und Textfeldern
  • Replikation: Snapshot, Transaktional, Merge
  • High Availability: AlwaysOn Availability Groups, Failover-Clustering

KI und Analytics (SQL Server 2025)

  • Native Vektorsuche: Semantische Suche über eigene Daten mit DiskANN-Indizierung
  • KI-Modell-Integration: Unterstützung für Azure OpenAI, OpenAI, Ollama direkt in T-SQL
  • Copilot: KI-gestützte T-SQL-Generierung in SSMS 21
  • RAG-Muster: Retrieval-Augmented Generation für Enterprise-KI-Anwendungen

Verwaltungstools

  • SQL Server Management Studio (SSMS): Grafische Verwaltungsoberfläche
  • Azure Data Studio: Plattformübergreifender, leichtgewichtiger Editor
  • SQL Server Integration Services (SSIS): ETL-Tool
  • SQL Server Reporting Services (SSRS): Berichtswesen
  • SQL Server Analysis Services (SSAS): OLAP und Data Mining

Eigentümerschaft

Microsoft SQL Server ist ein vollständig proprietäres Produkt der Microsoft Corporation. Microsoft ist ein börsennotiertes Unternehmen (NASDAQ: MSFT) ohne Private-Equity-Beteiligung. Eine Exit-Prognose ist daher nicht anwendbar.

Konkurrenz

SQL Server konkurriert mit anderen führenden relationalen Datenbanksystemen:

ProduktHerstellerLizenzStärken
Oracle DatabaseOracleProprietärEnterprise-Features, Skalierbarkeit
PostgreSQLCommunityOpen SourceFlexibilität, Erweiterbarkeit, Standards
MySQLOracleOpen Source/ProprietärWebapplikationen, Performance
Amazon AuroraAmazon Web ServicesProprietär (Cloud)Cloud-native, kompatibel mit MySQL/PostgreSQL
Google Cloud SQLGoogleProprietär (Cloud)Managed Service, Auto-Scaling

Marktpositionierung

SQL Server ist besonders stark im Microsoft-Ökosystem integriert und bietet Vorteile bei:

  • Windows-basierten Infrastrukturen
  • .NET-Anwendungsentwicklung
  • Integration mit Azure-Cloud-Services
  • Reporting und Business Intelligence

Quellen

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