IBM DB2
IBM DB2 ist ein relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS), das seit 1983 von IBM entwickelt und vertrieben wird.
IBM DB2
IBM DB2 ist ein relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS), das seit 1983 von IBM entwickelt und vertrieben wird. Als eines der ältesten und etabliertesten Enterprise-Datenbanksysteme verarbeitet DB2 geschäftskritische Workloads für Unternehmen weltweit, insbesondere im Finanzsektor, wo etwa 80% der weltweit führenden Banken DB2 einsetzen. Die Datenbank basiert auf dem relationalen Modell von Dr. Edgar F. Codd und unterstützt heute sowohl transaktionale als auch analytische Workloads mit KI-gestützten Optimierungsfunktionen.
Überblick
- Typ: Relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS)
- Hersteller: IBM
- Erstveröffentlichung: 1983
- Hauptsitz: Armonk, New York, USA
- Website: ibm.com/db2
- Aktuelle Version: DB2 12.1.3 (November 2025)
- Marktanteil: ca. 5% im RDBMS-Markt
- Lizenzmodell: Proprietär, verschiedene Editionen verfügbar
- Plattformen: z/OS, Linux, UNIX, Windows, Cloud (IBM Cloud, AWS, Azure)
Produkte und Editionen
DB2-Produktfamilie
| Produkt | Beschreibung | Zielgruppe |
|---|---|---|
| DB2 for z/OS | Mainframe-Version für IBM Z-Systeme | Großunternehmen, Banken |
| DB2 LUW | Version für Linux, UNIX und Windows | Enterprise-Kunden |
| DB2 on Cloud | Vollständig verwaltete Cloud-Datenbank | Cloud-native Anwendungen |
| DB2 Warehouse | Analytische Datenbank für Data Warehousing | Business Intelligence |
| DB2 for i | Version für IBM i (ehemals AS/400) | Mittelstand |
Preismodell
| Edition | Preis | Merkmale |
|---|---|---|
| Free | $0/Monat | Einstieg, begrenzte Ressourcen |
| Standard | ab $99/Monat | Produktionsworkloads bis 16 vCPUs |
| Enterprise | ab $969/Monat | Dedizierte Ressourcen, erweiterte Funktionen |
Aktuelle Funktionen (Version 12.1)
- AI-gestützte Query-Optimierung: Automatisches Performance-Tuning basierend auf historischen Abfragemustern
- Vector-Datentyp: Speicherung und Verwaltung vektorisierter Daten für KI-Anwendungen (RAG, Empfehlungssysteme)
- Federated Queries: Unterstützung für Snowflake, Oracle, MariaDB, MongoDB, SAP
- Cloud Object Storage: Optimierte Performance für großskalige Umgebungen
- Columnar Tables: Schema-Evolution, verbesserte UPDATE- und JOIN-Operationen
Geschichte und Entwicklung
Ursprünge (1970er-1983)
Die Geschichte von DB2 beginnt mit Dr. Edgar F. Codds bahnbrechendem Paper “A Relational Model of Data for Large Shared Data Banks” aus dem Jahr 1970. IBMs System R-Projekt in den 1970er Jahren validierte das relationale Konzept und legte den Grundstein für DB2.
Wichtige Meilensteine
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1983 | DB2 für MVS Version 1 erscheint |
| 1993 | DB2 LUW (Linux, UNIX, Windows) wird eingeführt |
| 1996 | DB2 Universal Database (UDB) Version 5 mit Web-Optimierung |
| 2001 | IBM erwirbt Informix und integriert Technologie in DB2 |
| 2017 | Umbenennung von “DB2” zu “Db2” |
| 2024 | DB2 12.1 mit über 200 neuen Features und AI-Optimizer |
| 2025 | DB2 12.1.2 mit Vector-Datentyp für KI-Anwendungen |
Plattform-Expansion
DB2 war ursprünglich exklusiv für IBM-Mainframes verfügbar. In den 1990er Jahren wurde die Datenbank auf OS/2, UNIX, Windows Server und später Linux portiert. Die Cloud-Unterstützung umfasst heute IBM Cloud, AWS und seit 2025 auch Microsoft Azure.
Team und Führung
Die Entwicklung und Strategie von DB2 fällt unter IBMs Software-Division:
| Position | Name |
|---|---|
| CEO IBM | Arvind Krishna |
| SVP Software & Chief Commercial Officer | Rob Thomas |
| IBM Fellow & VP Development | Namik Hrle |
Namik Hrle ist als IBM Fellow für die Zukunftsvision von IBM Z und z/OS als Enterprise-Datenplattform verantwortlich und leitet das IBM-Entwicklungslabor in Deutschland.
Eigentümerschaft
IBM DB2 ist ein vollständig im Besitz von IBM befindliches Produkt. IBM (NYSE: IBM) ist ein börsennotiertes Unternehmen ohne Private-Equity-Beteiligung. Eine Exit-Prognose ist daher nicht anwendbar.
Kunden und Einsatzbereiche
Branchen-Verteilung
- Finanzdienstleistungen: ca. 80% der Top-10-Banken weltweit
- Informationstechnologie: 24% der Kunden
- Software: 11% der Kunden
- Einzelhandel: Große Handelsketten
- Öffentlicher Sektor: Regierungsbehörden
Namhafte Kunden
- American Express
- Bank of America
- BMW
- Citibank
- Deutsche Bank
- FedEx
- Ford Motors
- HSBC
- REWE Group
- Shell
- Toyota
- Walmart
Typische Einsatzfälle
- Kernbankensysteme (ATM-Netzwerke, Online-Banking, Kreditkartenverarbeitung)
- Data Warehousing und Business Intelligence
- Transaktionsverarbeitung mit hohen Anforderungen an Datenkonsistenz
- ERP- und CRM-Systeme
Konkurrenz
Marktposition
| Datenbank | Marktanteil |
|---|---|
| MySQL | 40,85% |
| PostgreSQL | 17,50% |
| Oracle Database | 9,81% |
| IBM DB2 | 4,96% |
| Microsoft SQL Server | - |
Vergleich mit Wettbewerbern
| Kriterium | DB2 | Oracle | SQL Server | PostgreSQL |
|---|---|---|---|---|
| Lizenz | Proprietär | Proprietär | Proprietär | Open Source |
| Mainframe-Support | ✓ | ✓ | ✗ | ✗ |
| Cloud-native | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Kostenstruktur | Komplex | Hoch | Moderat | Kostenlos |
| XML-Support | Stark | Moderat | Moderat | Moderat |
Stärken von DB2
- Tiefe Integration mit IBM-Mainframe-Systemen
- Hohe Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit für kritische Workloads
- Starker Support für gemischte transaktionale und analytische Workloads
- Bewährte Track Record im Finanzsektor
Schwächen von DB2
- Komplexe Lizenzstruktur
- Hohe Gesamtbetriebskosten (TCO)
- Spezialisierte Kenntnisse für Administration erforderlich
- Geringere Community und Ökosystem im Vergleich zu Oracle oder PostgreSQL
Auszeichnungen und Anerkennung
- Leader im 2024 Gartner® Magic Quadrant™ für Cloud Database Management Systems
- Customers’ Choice in Gartner Peer Insights™ für CDBMS (Mai 2024)
- Leader im G2 Fall Report 2024 für Data Warehousing
- Top Rated auf TrustRadius für relationale Datenbanken
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