Sebastian Siemiatkowski
Sebastian Siemiatkowski (geboren am 3. Oktober 1981 in Uppsala, Schweden) ist ein schwedischer Unternehmer mit polnischen Wurzeln.
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Sebastian Siemiatkowski
Sebastian Siemiatkowski (geboren am 3. Oktober 1981 in Uppsala, Schweden) ist ein schwedischer Unternehmer mit polnischen Wurzeln. Er ist Mitgründer und CEO des Fintech-Unternehmens Klarna, einem der weltweit führenden Anbieter für “Buy Now, Pay Later”-Zahlungslösungen. Unter seiner Führung ging Klarna im September 2025 an der New York Stock Exchange an die Börse – der größte IPO des Jahres an der NYSE mit einer Bewertung von 19 Milliarden US-Dollar.
Überblick
- Aktuelle Position: CEO und Mitgründer bei Klarna (seit Februar 2005)
- Frühere Positionen: Factoring-Unternehmen (Inkasso/Forderungsmanagement), Burger King (Studentenjob)
- Ausbildung: Master of Science in Economics and Business, Stockholm School of Economics (2000–2007); Abitur an der Katedralskolan in Uppsala
- Sprachen: Schwedisch, Englisch, Deutsch, Polnisch
- LinkedIn: Sebastian Siemiatkowski
Karriere
Frühe Jahre und Ausbildung
Sebastian Siemiatkowskis Eltern und ältere Schwester immigrierten 1980 aus Polen nach Schweden. Er wurde ein Jahr später in Uppsala geboren und betrachtet sich selbst als Einwanderer der zweiten Generation. Nach dem Abitur an der Katedralskolan schrieb er sich an der Stockholm School of Economics ein, wo er bis 2007 studierte.
Während seiner Studienzeit arbeitete Siemiatkowski bei Burger King und lernte dort seinen späteren Mitgründer Niklas Adalberth kennen. Nach einem Gap Year mit Adalberth lebte er zeitweise von Sozialhilfe, bevor er einen Job bei einem Factoring-Unternehmen fand, das kleinen Firmen bei unbezahlten Rechnungen half.
Gründung von Klarna (2005)
Die Erfahrung im Factoring-Geschäft inspirierte Siemiatkowski im Jahr 2005 zur Gründung von Klarna. Im Alter von 23 Jahren entwickelte er zusammen mit Niklas Adalberth und Victor Jacobsson während einer Auszeit vom Studium die Geschäftsidee. Die drei nahmen am jährlichen Entrepreneurship-Wettbewerb der Stockholm School of Economics teil und starteten anschließend Klarna mit dem Ziel, Online-Zahlungen einfacher zu gestalten und traditionelle Banken sowie Kreditkartenanbieter herauszufordern.
Wachstum und Expansion
Unter Siemiatkowskis Führung entwickelte sich Klarna zu einem der wertvollsten privaten Fintech-Unternehmen Europas. Sequoia Capital investierte erstmals 2010 in das Unternehmen. Im Jahr 2021 führte SoftBank eine Finanzierungsrunde an, die Klarna auf 46 Milliarden US-Dollar bewertete – die höchste Bewertung in der Unternehmensgeschichte.
KI-Strategie und Transformation (2024–2025)
Siemiatkowski setzte ab 2024 verstärkt auf künstliche Intelligenz. Im Februar 2024 gab Klarna bekannt, dass ein KI-Assistent die Kapazität von 700 Kundenservice-Mitarbeitern ersetzen könne. Im Dezember 2024 verhängte er einen Einstellungsstopp mit der Begründung, KI könne “all of the jobs that we humans do” übernehmen. Die Mitarbeiterzahl sank von 7.400 auf etwa 3.000.
Im Mai 2025 revidierte Siemiatkowski diese Strategie jedoch teilweise. Er räumte ein, dass der übermäßige KI-Einsatz zu Qualitätseinbußen geführt habe, und hob den Einstellungsstopp auf, um wieder menschliche Kundenservice-Mitarbeiter einzustellen. Er betonte: “From a brand perspective, a company perspective, I just think it’s so critical that you are clear to your customer that there will always be a human if you want.”
Börsengang (September 2025)
Am 10. September 2025 ging Klarna unter dem Kürzel “KLAR” an der New York Stock Exchange an die Börse. Der IPO brachte 1,37 Milliarden US-Dollar ein, die Aktie wurde zu 40 US-Dollar ausgegeben und stieg am ersten Handelstag um bis zu 43 Prozent. Siemiatkowski verkaufte keine eigenen Aktien, sondern nutzte den Börsengang, um seine Kontrolle über das Unternehmen zu konsolidieren. Er verpfändete Klarna-Aktien im Wert von rund 980 Millionen US-Dollar als Sicherheit für einen Kredit von 112 Millionen US-Dollar bei der SEB AB.
Aktuelle Rolle bei Klarna
Als CEO leitet Siemiatkowski ein Unternehmen, das 2024 einen Umsatz von 2,8 Milliarden US-Dollar erzielte (plus 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und erstmals seit Jahren einen Nettogewinn von 21 Millionen US-Dollar verbuchte – nach einem Verlust von 244 Millionen US-Dollar im Jahr 2023.
Siemiatkowski ist bekannt für seine öffentlichen Äußerungen zur Zukunft der Arbeit und künstlichen Intelligenz. Er prognostiziert einen “massive shift” in der Beschäftigung im Bankwesen und anderen wissensbasierten Branchen durch KI. Gleichzeitig äußerte er sich nachdenklich über die Implikationen für seine eigene Rolle: “My work to me is a super important part of who I am, and realizing it might become unnecessary is gloomy.”
Persönliches
Siemiatkowski ist seit 2014 mit Nina verheiratet, einer Marketing-Managerin, die er an der Stockholm School of Economics kennenlernte. Sie gründete eine digitale Plattform, die Spender mit lokalen gemeinnützigen Organisationen verbindet, und half Klarna bei der Entwicklung seiner Markenidentität.
Sein geschätztes Vermögen betrug 2022 rund 3,2 Milliarden US-Dollar auf dem Höhepunkt der Klarna-Bewertung. Nach dem Rückgang der Bewertung gilt er 2025 nicht mehr als Milliardär.
Quellen
- Sebastian Siemiatkowski – Wikipedia
- Klarna cofounder’s journey to a $16B IPO – Fortune
- Sebastian Siemiatkowski – LinkedIn
- Crunchbase – Sebastian Siemiatkowski
- Klarna lists on the New York Stock Exchange
- Klarna stock jumps 15% in NYSE debut – CNBC
- Klarna Is Hiring Customer Service Agents After AI Couldn’t Cut It – Entrepreneur
- Klarna CEO says AI will drive ‘massive shift’ in employment – PYMNTS
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