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Person Aktualisiert: 8.2.2026

Hiroki Takeuchi

Hiroki Takeuchi ist ein britisch-japanischer Unternehmer und Mitgründer sowie CEO von GoCardless, einem weltweit führenden Fintech-Unternehmen für...

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Hiroki Takeuchi

Hiroki Takeuchi ist ein britisch-japanischer Unternehmer und Mitgründer sowie CEO von GoCardless, einem weltweit führenden Fintech-Unternehmen für wiederkehrende Bankzahlungen mit Sitz in London. Unter seiner Führung wuchs GoCardless zu einem Unternehmen mit einer Bewertung von über 2 Milliarden US-Dollar, das über 100.000 Geschäftskunden bedient und jährlich mehr als 130 Milliarden US-Dollar an Zahlungen abwickelt. Im Dezember 2025 wurde die Übernahme von GoCardless durch den niederländischen Zahlungsdienstleister Mollie für rund 1,05 Milliarden Euro bekannt gegeben.

Überblick

  • Aktuelle Position: CEO und Mitgründer von GoCardless (seit 2011); nach Abschluss der Mollie-Übernahme (voraussichtlich Mitte 2026) in einer Senior-Leadership-Rolle im kombinierten Unternehmen
  • Frühere Positionen: Business Analyst bei McKinsey & Company
  • Ausbildung: MMath (Master of Mathematics) an der University of Oxford
  • Mitgründer von GoCardless: Gemeinsam mit Matt Robinson und Tom Blomfield
  • Y Combinator: Batch S11 (Sommer 2011)
  • LinkedIn: Hiroki Takeuchi

Karriere

Ausbildung an der University of Oxford

Takeuchi studierte Mathematik an der University of Oxford und erwarb dort seinen MMath-Abschluss. Während seines Studiums war er Vizepräsident von Oxford Entrepreneurs und gründete mit „Varsity Pitch” einen Geschäftsideen-Wettbewerb zwischen Oxford und Cambridge. Bereits als Student absolvierte er Praktika bei JP Morgan, dem Startup Boso und dem Y-Combinator-Startup Auctomatic.

McKinsey & Company

Nach seinem Abschluss in Oxford begann Takeuchi als Business Analyst bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Dort lernte er in seiner ersten Woche den späteren GoCardless-Mitgründer Matt Robinson kennen. Takeuchi hatte McKinsey bewusst als Zwischenstation gewählt, da die Beratung ihre Analysten nach zwei Jahren typischerweise weiterziehen ließ.

Gründung von GoCardless (2011)

Im Januar 2011 gründete Takeuchi gemeinsam mit Matt Robinson und Tom Blomfield das Unternehmen GoCardless. Die drei Oxford-Absolventen wollten Lastschriftzahlungen über eine Online-Plattform automatisieren. Innerhalb von nur drei Wochen entwickelten sie ein erstes Produkt und wurden in den Y Combinator (Batch Sommer 2011) aufgenommen, der ihnen 150.000 US-Dollar Startkapital bereitstellte.

Während Takeuchi und Robinson nach Silicon Valley gingen, blieb Blomfield zunächst aufgrund seiner Prüfungen in Oxford zurück. Beide Mitgründer verließen das Unternehmen später – Tom Blomfield Ende 2013, um anschließend die Neobank Monzo zu gründen, und Matt Robinson ebenfalls nach einigen Jahren. Takeuchi blieb als einziger Gründer und CEO an der Spitze von GoCardless.

Schwerer Unfall und Rückkehr (2016)

Am 22. September 2016 erlitt Takeuchi bei einem Fahrradunfall im Londoner Regent’s Park schwere Verletzungen, als er mit einem Auto kollidierte. Er wurde im St Mary’s Hospital in Paddington in einer achtstündigen Operation am Rückenmark operiert. Der Unfall führte zu einer Querschnittslähmung unterhalb der Brust. Trotz dieser schwerwiegenden Verletzung nahm Takeuchi kurz nach der Operation bereits an einem Vorstandscall von GoCardless teil. Nach sieben Wochen intensiver Rehabilitation kehrte er als CEO zurück – ein Beispiel für außergewöhnliche Belastbarkeit, das in der Tech-Branche große Aufmerksamkeit erregte.

Wachstum und Finanzierung von GoCardless

Unter Takeuchis Führung durchlief GoCardless mehrere Finanzierungsrunden und sammelte insgesamt rund 540 Millionen US-Dollar ein. Zu den wichtigsten Investoren zählen Permira, BlackRock, Accel, Bain Capital Ventures und Google Ventures (GV/Alphabet). In der Series-G-Runde im Februar 2022 sammelte GoCardless 312 Millionen US-Dollar ein und wurde mit 2,1 Milliarden US-Dollar bewertet.

GoCardless entwickelte sich zu einem globalen Netzwerk für Bankzahlungen mit Büros in London, Paris, München, New York, San Francisco und Melbourne. Die Plattform ermöglicht es Unternehmen, wiederkehrende Zahlungen per Lastschrift in über 30 Ländern zu verarbeiten.

Weg zur Profitabilität (2024–2025)

Im Geschäftsjahr 2024 (bis Juni 2024) konnte GoCardless seinen Nettoverlust um 55 % auf 35,1 Millionen Pfund reduzieren, bei einem Umsatzwachstum von 41 % auf 132 Millionen Pfund. Takeuchi kündigte an, dass GoCardless innerhalb von 12 bis 18 Monaten erstmals Gesamtjahres-Profitabilität erreichen wolle. Im September 2024 erwarb GoCardless zudem das Unternehmen Nuapay, um sein Zahlungsnetzwerk weiter auszubauen.

Übernahme durch Mollie (Dezember 2025)

Im Dezember 2025 wurde die Übernahme von GoCardless durch den niederländischen Zahlungsdienstleister Mollie für rund 1,05 Milliarden Euro (ca. 1,1–1,2 Milliarden US-Dollar) bekannt gegeben. Mollie, das von Blackstone Growth, EQT Growth und General Atlantic unterstützt wird, plant, GoCardless’ Bank-Zahlungstechnologie in seine eigene Plattform Mollie Connect zu integrieren. Das kombinierte Unternehmen wird über 350.000 Geschäftskunden bedienen.

Takeuchi erklärte dazu: „Wir tun dies nicht, um das Unternehmen zu verlassen – wir tun es, weil wir an die Zukunft der Kombination glauben.” Er wird nach Abschluss der Transaktion (voraussichtlich Mitte 2026, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen) in einer Senior-Leadership-Rolle im kombinierten Unternehmen tätig sein.

Quellen

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