Gábor Bojár
Gábor Bojár (*27. März 1949 in Budapest) ist ein ungarischer Unternehmer, Physiker und Tech-Pionier. Er ist vor allem bekannt als Gründer von Graphisoft,...
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Gábor Bojár
Gábor Bojár (*27. März 1949 in Budapest) ist ein ungarischer Unternehmer, Physiker und Tech-Pionier. Er ist vor allem bekannt als Gründer von Graphisoft, dem Unternehmen hinter der BIM-Software ArchiCAD. Bojár gilt als einer der erfolgreichsten Software-Unternehmer Mittel- und Osteuropas und wurde vom Wall Street Journal als einer der zehn erfolgreichsten Unternehmer der Region bezeichnet.
Überblick
- Aktuelle Positionen: Vorsitzender des Graphisoft Park SE, Leiter des Aquincum Institute of Technology (AIT Budapest)
- Bekannteste Rolle: Gründer und ehemaliger CEO von Graphisoft (1982–2007), danach Chairman bis 2021
- Ausbildung: Master in Physik, Eötvös Loránd Universität Budapest (1973)
- LinkedIn: Bojár Gábor
Karriere
Frühe Jahre (1973–1981)
Nach seinem Physikstudium an der Eötvös Loránd Universität begann Bojár seine Karriere am Eötvös Loránd Geophysikalischen Institut in Budapest. Dort arbeitete er als Programmierer und leitete später die mathematische Abteilung.
Gründung von Graphisoft (1982)
1982 verließ Bojár das staatliche Institut und gründete gemeinsam mit István Gábor Tari, einem Dozenten an der Budapester Technischen Universität (BME), das Unternehmen Graphisoft. Der Startschuss kam durch einen Auftrag des ungarischen Energieministeriums zur Lösung eines Problems bei der Installation eines sowjetischen Kernkraftwerks. Die beiden Gründer nutzten nachts die Computer des Geophysik-Instituts und wurden für ihre Software mit 30.000 US-Dollar honoriert.
ArchiCAD und BIM-Pionierarbeit (1984–2007)
Aufgrund des Mangels an leistungsstarken Computern entwickelte Bojárs Team 3D-Modellierungssoftware, die auf günstigen Personal Computern laufen konnte. Daraus entstand ArchiCAD, das 1984 auf der Computermesse in Hannover vorgestellt wurde.
ArchiCAD war das erste Desktop-BIM-System (Building Information Modeling) und revolutionierte die computergestützte Architekturplanung. Das Konzept, damals als “Virtual Building” bezeichnet, wurde später zum Industriestandard BIM. Bereits 1984 wurde Steve Jobs auf Graphisoft aufmerksam und unterstützte das Unternehmen mit Apple-Computern.
Unter Bojárs Führung wuchs Graphisoft von einem Zwei-Personen-Startup zu einem globalen Marktführer mit über 300 Mitarbeitern. Der Umsatz stieg von 30.000 US-Dollar (1982) auf geschätzte 30 Millionen US-Dollar (2002). ArchiCAD wird heute von über 300.000 Architekten in nahezu 100 Ländern genutzt.
Börsengang und Verkauf an Nemetschek (1998–2007)
1998 ging Graphisoft an die Frankfurter Börse, 2002 folgte die Notierung an der Budapester Börse. Im Jahr 2007 wurde das Unternehmen von der deutschen Nemetschek AG übernommen. Als Mehrheitsaktionär erhielt Bojár einen erheblichen Erlös aus dem Verkauf (9 Euro pro Aktie für 10,6 Millionen Aktien). Nach der Übernahme blieb er bis 2021 als Chairman bei Graphisoft tätig.
Graphisoft Park SE (seit 1998)
Parallel zum Software-Geschäft gründete Bojár 1998 den Graphisoft Park auf dem Gelände einer ehemaligen Gasfabrik in Óbuda (Budapest). Das Areal entwickelte sich zu einem der wichtigsten Forschungs- und Entwicklungszentren Ungarns mit Mietern wie Microsoft, Apple, SAP und Canon. 2006 wurden Graphisoft und der Immobilienpark in zwei separate börsennotierte Unternehmen aufgeteilt. Bojár ist seitdem Chairman des Graphisoft Park SE.
Aquincum Institute of Technology (seit 2007)
Nach dem Verkauf von Graphisoft investierte Bojár einen Großteil des Erlöses in die Gründung des Aquincum Institute of Technology (AIT) in Budapest. Das AIT ist eine private Hochschule für Informatik, Software Engineering und Unternehmertum, die sich an nordamerikanische Studierende richtet. Der reguläre Lehrbetrieb startete im Frühjahr 2011. Zu den Dozenten gehören neben Bojár selbst auch Ernő Rubik, der Erfinder des Zauberwürfels.
Weitere Engagements
Von 2012 bis 2016 war Bojár Mitglied des Governing Board des European Institute of Innovation and Technology (EIT), gewählt von der Europäischen Kommission. Er trat mehrfach als Redner beim Weltwirtschaftsforum in Davos auf.
Auszeichnungen
- Széchenyi-Preis (1998) – höchste wissenschaftliche Auszeichnung Ungarns
- Wall Street Journal: Einer der zehn erfolgreichsten Unternehmer Mitteleuropas (1998)
- Verdienstkreuz der Republik Ungarn (2002)
- Ernst & Young Entrepreneur of the Year – Ungarn (2007)
- Iván Völgyes Award der AmCham Hungary (2014)
Quellen
- Wikipedia – Gábor Bojár
- LinkedIn – Bojár Gábor
- Graphisoft Geschichte
- AIT Budapest – Overview
- The Planning Report – Gábor Bojár Interview
- Prabook – Gabor Bojar Biography
- [The B1M – The Graphisoft Story](https://www.theb1m.com/video/the-graphisoft-story)
Karriere
- Nemetschek (seit 2007)
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