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Unternehmen Aktualisiert: 31.12.2025

Siemens Digital Industries

Siemens Digital Industries ist ein Geschäftsbereich der Siemens AG, der sich auf Automatisierungslösungen und Industriesoftware für die...

Siemens Digital Industries

Siemens Digital Industries ist ein Geschäftsbereich der Siemens AG, der sich auf Automatisierungslösungen und Industriesoftware für die Fertigungsindustrie spezialisiert hat. Die Division bietet ein umfassendes Portfolio an Produkten und Systemlösungen, das durch datenbasierte Dienstleistungen ergänzt wird und Unternehmen bei der digitalen Transformation zum Digital Enterprise unterstützt. Mit rund 70.000 Mitarbeitern weltweit und einem Umsatz von etwa 18,5 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2024) zählt Siemens Digital Industries zu den führenden Anbietern im Bereich Industrieautomatisierung und Product Lifecycle Management (PLM).

Überblick

MerkmalDetails
TypGeschäftsbereich (Division) der Siemens AG
MuttergesellschaftSiemens AG
Gründung2019 (Umbenennung von Siemens PLM Software)
Hauptsitz DeutschlandNürnberg-Moorenbrunn
Hauptsitz SoftwarePlano, Texas, USA
CEOCedrik Neike (seit Oktober 2020)
Mitarbeiterca. 70.000 weltweit
Umsatzca. 18,5 Mrd. € (GJ 2024)
Websitesiemens.com/digital-industries
Website Softwaresw.siemens.com

Produkte und Services

Siemens Digital Industries bietet ein breites Portfolio an Automatisierungslösungen und Industriesoftware:

Automatisierung

  • SIMATIC – Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und Automatisierungssysteme
  • SINAMICS – Frequenzumrichter und Antriebssysteme
  • SINUMERIK – CNC-Steuerungen für Werkzeugmaschinen
  • Motion Control – Systeme für Bewegungssteuerung und Antriebe

Industriesoftware

  • Siemens Xcelerator – Offene digitale Business-Plattform mit Software, Hardware und Services
  • NX – CAD/CAM/CAE-Softwaresuite für Produktentwicklung und Engineering
  • Teamcenter – PLM-System für Product Lifecycle Management und Collaboration
  • Tecnomatix – Suite für Fertigungs- und Fabrikplanung
  • Simcenter – Simulationssoftware (3D, Amesim, STAR-CCM+)
  • Solid Edge – CAD-Software für den Mittelmarkt
  • Opcenter – Manufacturing Execution System (MES) und Manufacturing Operations Management
  • Mendix – Low-Code-Entwicklungsplattform für Enterprise-Apps
  • MindSphere / Insights Hub – Industrial IoT-Plattform

Digitaler Zwilling

Die Integration von PLM, Manufacturing Operations Management (MOM) und Automatisierung ermöglicht die Erstellung umfassender digitaler Zwillinge über den gesamten Produktlebenszyklus – von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Betrieb.

Geschichte und Entwicklung

Ursprünge bei Siemens

Die Siemens AG wurde 1847 von Werner von Siemens und Johann Georg Halske als „Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske” in Berlin gegründet. Wichtige Meilensteine:

  • 1847 – Gründung und Entwicklung des Zeigertelegrafen
  • 1866 – Erfindung der Dynamomaschine
  • 1958 – Einstieg in die Computertechnik mit dem ersten deutschen Transistorrechner
  • 1966 – Entstehung der heutigen Siemens AG durch Fusion dreier Unternehmen

Entwicklung der Software-Division

  • 2007 – Siemens erwirbt UGS Corp. (PLM-Softwareanbieter) für 3,5 Mrd. USD
  • 2019 – Umbenennung von „Siemens PLM Software” zu „Siemens Digital Industries Software”
  • 2018-2020 – Neustrukturierung des Siemens-Konzerns mit Abspaltung von Healthineers (2018) und Siemens Energy (2020)
  • 2020 – Die verbleibende Siemens AG konzentriert sich auf drei Kernbereiche: Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility
  • 2024 – Vereinbarung zur Übernahme von Altair Engineering für ca. 10 Mrd. USD
  • 2025 – Integration von Altair in die Division Digital Industries (erwartet zweite Jahreshälfte)

Weitere Akquisitionen

  • Übernahme von Mentor Graphics (EDA-Software)
  • Integration von Camstar (MES)
  • Erwerb der Antriebstechnik-Sparte von ebm-Papst (2025)

Führung

CEO Digital Industries

Cedrik Neike ist seit Oktober 2020 CEO von Digital Industries und Mitglied des Vorstands der Siemens AG. Er ist verantwortlich für:

  • Digital Industries
  • Siemens Advanta
  • Cybersecurity und IT

Neike hat einen MBA der INSEAD Business School und begann seine Karriere bei Siemens als Product Line Manager. Nach Stationen bei Cisco Systems kehrte er 2017 zu Siemens zurück. Sein Vertrag wurde im August 2024 um fünf Jahre (ab Juni 2025) verlängert.

Weitere Führungskräfte (Siemens AG Vorstand)

  • Roland Busch – Vorstandsvorsitzender Siemens AG
  • Peter Koerte – Chief Technology and Chief Strategy Officer (seit Oktober 2024)
  • Jim Hagemann Snabe – Vorsitzender des Aufsichtsrats

Eigentümer und Investoren

Siemens Digital Industries ist ein vollständig integrierter Geschäftsbereich der börsennotierten Siemens AG (WKN: 723610, ISIN: DE0007236101).

Aktionärsstruktur der Siemens AG

  • Streubesitz: ca. 71%
  • Institutionelle Investoren: u.a. BlackRock, Morgan Stanley, Amundi
  • Mitarbeiter-Aktionäre: ca. 188.000 (62% der Belegschaft)
  • Marktkapitalisierung: ca. 178 Mrd. € (2024)

Beteiligungen der Siemens AG

  • 71,12% an Siemens Healthineers
  • 10,21% an Siemens Energy

Konkurrenz

Siemens Digital Industries steht im Wettbewerb mit verschiedenen Unternehmen je nach Produktsegment:

Automatisierung

WettbewerberHerkunftFokus
Rockwell AutomationUSAIndustrieautomatisierung
ABBSchweizAutomatisierung, Robotik
Schneider ElectricFrankreichAutomatisierung, Energie
HoneywellUSAProzessautomatisierung

Industriesoftware / PLM

WettbewerberHerkunftFokus
Dassault SystèmesFrankreichPLM, 3DEXPERIENCE
PTCUSAPLM, IoT (ThingWorx)
AnsysUSASimulation
AutodeskUSACAD/CAM

Digitale Plattformen

Zunehmend treten auch Tech-Giganten wie Microsoft, Amazon Web Services und Google Cloud als Wettbewerber im Bereich industrielle Cloud-Plattformen und IoT auf. Siemens hat hierzu strategische Partnerschaften geschlossen, u.a. mit NVIDIA für das industrielle Metaverse.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet Siemens Digital Industries:

  • Umsatzentwicklung zwischen -6% und +1%
  • Gewinnmarge von 15% bis 19%
  • Erholung der Automatisierungsmärkte in der zweiten Jahreshälfte
  • Weiteres Wachstum im Softwaregeschäft

Die Übernahme von Altair Engineering soll das Portfolio im Bereich Simulation und KI-gestützte Produktentwicklung signifikant erweitern.

Quellen

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