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Unternehmen Aktualisiert: 19.1.2026

Rena Systems

Rena Systems: RENA Technologies GmbH ist ein international tätiger Maschinenbauer mit Sitz in Gütenbach im Schwarzwald (Baden-Württemberg).

RENA Technologies

RENA Technologies GmbH ist ein international tätiger Maschinenbauer mit Sitz in Gütenbach im Schwarzwald (Baden-Württemberg). Das Unternehmen ist Weltmarktführer für Produktionsanlagen zur nasschemischen Oberflächenbehandlung und beliefert Kunden in der Halbleiter-, Solar-, Medizintechnik- und Glasindustrie. Der Firmenname steht als Akronym für „Reinraum-Equipment Nasschemie Automation” – die drei Kernkompetenzen des Unternehmens.

Überblick

MerkmalDetails
TypMaschinenbau, B2B-Industrieausrüster
Gründung14. Januar 1993 (als RENA Sondermaschinen GmbH)
HauptsitzHöhenweg 1, 78148 Gütenbach, Baden-Württemberg
GeschäftsführungPeter Schneidewind (CEO), Jürgen Ningelgen (CFO), Sebastian Kress (COO)
Mitarbeiterca. 1.200 weltweit
Umsatzca. 200 Mio. EUR
EigentümerEquistone Partners Europe (seit 2019)
Websiterena.com

Produkte und Services

RENA Technologies entwickelt und produziert Anlagen für die nasschemische Oberflächenbehandlung. Die Maschinen behandeln Produkte in chemischen Bädern, um deren Oberflächeneigenschaften zu verbessern oder zu verändern. Das Produktportfolio umfasst manuelle, halbautomatische und vollautomatische Systeme sowie individuell angepasste Chemiestationen.

Halbleiterindustrie

  • Maschinen zur nasschemischen Bearbeitung für Reinigung, Ätzen und Metallabscheidung (Electroplating)
  • Anlagen für Front-End-of-Line (FEOL) und Back-End-of-Line (BEOL) Verarbeitung
  • Bearbeitung verschiedener Halbleitermaterialien: Silizium (Si), Siliziumkarbid (SiC), Galliumnitrid (GaN), Galliumarsenid (GaAs) und Indiumphosphid (InP)
  • Wafergrößen bis 300 mm
  • Weltweit über 3.350 installierte Systeme

Solarindustrie

  • Batch- und Inline-Plattformen für die Solarzellenfertigung
  • Prozesse: Reinigen, Texturieren, Ätzen, Kantenisolation und Plating
  • Verarbeitung von monokristallinen und multikristallinen Solar-Wafern
  • Maschinen für TOPCon- und Silizium-Heterojunction-Solarzellen
  • Verbrauchsmaterialien (monoTEX)

Medizintechnik

  • Anlagen zur Oberflächenbehandlung von Zahnimplantaten für optimale Knochenintegration
  • Elektropolierte Stents und optische Substrate
  • Automatisierte Prozesskontrolle und Rückverfolgbarkeit
  • Produktion gemäß GMP- und GAMP-5-Richtlinien

Additive Manufacturing

  • Hirtisation®-Technologie (entwickelt bei der ehemaligen Tochter RENA Austria)
  • Automatisierte, nasschemisch-elektrochemische Oberflächenbehandlung für 3D-gedruckte Metallteile
  • H3000 und H6000 Finishing-Module

Geschichte und Entwicklung

JahrEreignis
1993Gründung als „RENA Sondermaschinen GmbH” in Gütenbach, zunächst für die Halbleiterindustrie
2001Erste Maschinen für die Solarzellenproduktion
2008Umbenennung in „RENA GmbH”, Eröffnung des F&E-Zentrums in Freiburg
2015Übernahme durch Capvis AG aus der Insolvenz, Umbenennung in „RENA Technologies GmbH”
2017Peter Schneidewind wird CEO
2019Akquisition durch Equistone Partners Europe
2019Übernahme von MEI LLC (USA), nun RENA Technologies North America
2020Akquisition von Hirtenberger Engineered Surfaces (HES), nun RENA Technologies Austria
2025Verkauf der österreichischen Tochter (RENA Austria) an LR Pure

Insolvenz und Neustart

Im Jahr 2015 übernahm die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis AG die Geschäftstätigkeit der insolventen RENA GmbH durch einen Asset Deal. Im ersten Geschäftsjahr nach der Neugründung erzielte das Unternehmen bereits einen Umsatz von 97,7 Millionen Euro mit positivem Betriebsergebnis. 65 Prozent der Umsätze wurden in Asien erwirtschaftet.

Standorte

Deutschland:

  • Gütenbach (Hauptsitz und Produktion)
  • Berg bei Nürnberg (Produktion)
  • Mönchweiler (Produktion)
  • Freiburg im Breisgau (F&E-Kompetenzzentrum)

International:

  • Wykroty, Polen (Produktion)
  • Duluth, Georgia, USA (RENA Technologies North America)
  • Shanghai, China
  • Singapur
  • Taiwan

Team und Führung

Geschäftsführung

  • Peter Schneidewind – CEO (seit 2017): Schneidewind studierte an der ETH Zürich und ESADE Barcelona. Vor RENA war er bei Roland Berger und Bosch Power Tools tätig. Unter seiner Führung stieg der Umsatz um mehr als 60%.
  • Jürgen Ningelgen – CFO: Langjähriger RENA-Manager, bereits seit 2017 in der Geschäftsführung
  • Sebastian Kress – COO

Frühere CEOs

  • Jürgen Gutekunst – Gründer und CEO bis 2015
  • Lorenzo Giarré – CEO 2015 (Übergangsphase nach Insolvenz)

Investoren und Eigentümer

Equistone Partners Europe (seit 2019)

Im Februar 2019 erwarb Equistone Partners Europe die Mehrheit an der RENA-Gruppe von der Capvis AG. Unter Equistones Eigentümerschaft verfolgte RENA eine Wachstumsstrategie mit Expansion in neue Segmente und internationalen Akquisitionen:

  • Übernahme von MEI LLC (USA) im Dezember 2019 – strategischer Marktzugang in Nordamerika
  • Übernahme von Hirtenberger Engineered Surfaces (Österreich) im Juli 2020 – Einstieg in Additive Manufacturing

Capvis AG (2015–2019)

Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis AG übernahm RENA im März 2015 aus der Insolvenz und führte das Unternehmen zurück in die Profitabilität.

Konkurrenz

RENA Technologies konkurriert im Markt für nasschemische Oberflächenbehandlung und Halbleiter-Fertigungsanlagen mit folgenden Unternehmen:

UnternehmenSchwerpunkt
SINGULUS Technologies AGVakuum-Dünnschicht-Beschichtung, nasschemische Prozessanlagen für Solarzellen
Applied Materials Inc.Halbleiter-Fertigungsanlagen, Dünnschicht-Beschichtung (USA)
Ramgraber GmbHGalvanisierungsanlagen für Halbleiter und Elektronik
atp GmbHManuelle und halbautomatische Nassprozessanlagen

Quellen

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