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Unternehmen Aktualisiert: 17.1.2026

Open Design Alliance

Open Design Alliance: Die Open Design Alliance (ODA) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Scottsdale, Arizona, die Software Development Kits...

Open Design Alliance

Die Open Design Alliance (ODA) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Scottsdale, Arizona, die Software Development Kits (SDKs) für technische Anwendungen entwickelt. Die Organisation ermöglicht Softwareentwicklern aus den Bereichen CAD, CAM, CAE, AEC, Fertigung, Geoinformation und mechanisches Design den Zugriff auf komplexe Engineering-Datenformate.

Überblick

  • Typ: Non-Profit-Organisation / Technologie-Konsortium
  • Gründung: Februar 1998 (als OpenDWG Alliance)
  • Hauptsitz: 10115 E Bell Rd Ste 107447, Scottsdale, Arizona 85260, USA
  • Präsident/CEO: Neil Peterson
  • Mitarbeiter: ca. 120 Entwickler (weltweit), ca. 69 Mitarbeiter gesamt
  • Mitglieder: Über 1.200 Mitgliedsunternehmen weltweit
  • Jahresumsatz: ca. 5,9 Millionen USD (2025)
  • Website: www.opendesign.com

Produkte und Services

Die ODA entwickelt keine Endanwender-Software, sondern ausschließlich Software Development Kits (SDKs) für Entwickler. Das Produktportfolio umfasst:

Kern-SDKs

ProduktBeschreibung
Drawings SDKZugriff auf .dwg und .dgn Dateiformate über objektorientierte API (früher als Teigha/DWGdirect bekannt)
BimRv SDKLesen, Schreiben und Erstellen von Autodesk Revit .rvt und .rfa Dateien
IFC SDK100% Kompatibilität mit dem buildingSMART IFC-Standard
Teigha VisualizeHochleistungs-Rendering für CAD und technische Grafikanwendungen

Spezialisierte SDKs

  • Map SDK: Zugriff auf Autodesk Map 3D Custom Objects
  • BimNv: Lesen, Visualisieren und Erstellen von Autodesk Navisworks Dateien
  • Mechanical SDK: Verarbeitung von Autodesk Mechanical Dateien
  • STEP SDK: Zugriff auf STEP-Modelldaten
  • Teigha Xtension SDK: Erstellung von Erweiterungsmodulen für .dwg-basierte Host-Anwendungen

Die SDKs unterstützen verschiedene Programmiersprachen und Plattformen, wobei der Fokus auf Interoperabilität für CAD- und BIM-Daten liegt.

Geschichte und Entwicklung

Gründung und Umbenennung

Die Alliance wurde im Februar 1998 als OpenDWG Alliance gegründet. Die erste Code-Veröffentlichung basierte auf den AUTODIRECT-Bibliotheken von Matt Richards (MarComp). Im Jahr 2002 erfolgte eine doppelte Umbenennung: Die OpenDWG-Bibliothek wurde zu DWGdirect und die Organisation selbst zu Open Design Alliance.

Rechtliche Auseinandersetzungen mit Autodesk

Die Geschichte der ODA ist geprägt von mehreren Rechtsstreitigkeiten mit Autodesk:

  • 2006: Autodesk verklagte die ODA wegen angeblicher Markenverletzung. Autodesk beanstandete, dass die DWGdirect-Bibliotheken den Code “TrustedDWG” (mit dem Wort “AutoCAD”) in erstellte DWG-Dateien schrieben.
  • 2007: Der Rechtsstreit wurde beigelegt. Die ODA entfernte den TrustedDWG-Code aus den DirectDWG-Bibliotheken, und Autodesk änderte die Warnmeldungen in AutoCAD 2008.
  • 2010: Weitere Einigung - Die ODA verpflichtete sich, ihre DWG-basierten Markenregistrierungen zu löschen und die Verwendung von DWG-Marken in Produktmarketing und Branding einzustellen.

Der ehemalige Autodesk-CEO Carl Bass bezeichnete die ODA einst als “den Waffenhändler für meine Feinde”.

Neuere Entwicklungen

In den letzten Jahren hat die Organisation ihr Engagement für Web-Technologien und mechanisches Design erweitert. Seit 2016 betreibt die ODA ein 30-köpfiges Entwicklungsteam in Tschernihiw, Ukraine.

Geschäftsmodell

Die ODA operiert als Non-Profit-Technologie-Konsortium mit einem transparenten Geschäftsmodell:

  • 90% der Einnahmen fließen zurück in die Entwicklung
  • Über 1.200 globale Unternehmen teilen sich die Entwicklungskosten
  • Transparente Lizenzgebühren mit veröffentlichten Festpreisen
  • Jährliches Abonnement-Modell für SDK-Lizenzen

Mitgliedschaftstypen

TypBeschreibung
EducationalNur für qualifizierte Universitäten, 1 Jahr Limit
Non-commercialFür interne Automatisierung und F&E, 2 Jahre Limit
CommercialBis zu 100 Kopien verkaufbar, kein Web/SaaS
SustainingUnbegrenzte kommerzielle Nutzung, Web/SaaS erlaubt
FoundingUnbegrenzte kommerzielle Nutzung mit vollständigem Quellcode
CorporateUnbegrenzte kommerzielle Nutzung über mehrere Geschäftseinheiten

Mitglieder und Wettbewerb

Strategische Mitglieder

Zu den Gründungs- und strategischen Mitgliedern der ODA gehören prominente CAD/Design-Software-Unternehmen, die teilweise in Konkurrenz zu Autodesk stehen:

Konkurrenzsituation

Die ODA steht nicht direkt im Wettbewerb zu CAD-Software-Anbietern, da sie keine Endanwender-Produkte verkauft. Stattdessen ermöglicht sie es deren Konkurrenten, interoperable Lösungen zu entwickeln. Die Organisation bedient über 1.200 Mitgliedsunternehmen, darunter Softwareentwickler, Hersteller, Regierungseinrichtungen, AEC-Firmen und große Einzelhändler aus allen Engineering-Disziplinen.

Führung

Die ODA verfügt über unabhängiges Management und einen Vorstand, der sich aus ODA-Gründungsmitgliedern zusammensetzt. Diese Struktur soll sicherstellen, dass die Organisation auf Kurs bleibt.

  • Präsident/CEO: Neil Peterson
  • Entwicklungsteam: ca. 120 erfahrene Ingenieure weltweit

Quellen

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