Open Design Alliance
Open Design Alliance: Die Open Design Alliance (ODA) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Scottsdale, Arizona, die Software Development Kits...
Open Design Alliance
Die Open Design Alliance (ODA) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Scottsdale, Arizona, die Software Development Kits (SDKs) für technische Anwendungen entwickelt. Die Organisation ermöglicht Softwareentwicklern aus den Bereichen CAD, CAM, CAE, AEC, Fertigung, Geoinformation und mechanisches Design den Zugriff auf komplexe Engineering-Datenformate.
Überblick
- Typ: Non-Profit-Organisation / Technologie-Konsortium
- Gründung: Februar 1998 (als OpenDWG Alliance)
- Hauptsitz: 10115 E Bell Rd Ste 107447, Scottsdale, Arizona 85260, USA
- Präsident/CEO: Neil Peterson
- Mitarbeiter: ca. 120 Entwickler (weltweit), ca. 69 Mitarbeiter gesamt
- Mitglieder: Über 1.200 Mitgliedsunternehmen weltweit
- Jahresumsatz: ca. 5,9 Millionen USD (2025)
- Website: www.opendesign.com
Produkte und Services
Die ODA entwickelt keine Endanwender-Software, sondern ausschließlich Software Development Kits (SDKs) für Entwickler. Das Produktportfolio umfasst:
Kern-SDKs
| Produkt | Beschreibung |
|---|---|
| Drawings SDK | Zugriff auf .dwg und .dgn Dateiformate über objektorientierte API (früher als Teigha/DWGdirect bekannt) |
| BimRv SDK | Lesen, Schreiben und Erstellen von Autodesk Revit .rvt und .rfa Dateien |
| IFC SDK | 100% Kompatibilität mit dem buildingSMART IFC-Standard |
| Teigha Visualize | Hochleistungs-Rendering für CAD und technische Grafikanwendungen |
Spezialisierte SDKs
- Map SDK: Zugriff auf Autodesk Map 3D Custom Objects
- BimNv: Lesen, Visualisieren und Erstellen von Autodesk Navisworks Dateien
- Mechanical SDK: Verarbeitung von Autodesk Mechanical Dateien
- STEP SDK: Zugriff auf STEP-Modelldaten
- Teigha Xtension SDK: Erstellung von Erweiterungsmodulen für .dwg-basierte Host-Anwendungen
Die SDKs unterstützen verschiedene Programmiersprachen und Plattformen, wobei der Fokus auf Interoperabilität für CAD- und BIM-Daten liegt.
Geschichte und Entwicklung
Gründung und Umbenennung
Die Alliance wurde im Februar 1998 als OpenDWG Alliance gegründet. Die erste Code-Veröffentlichung basierte auf den AUTODIRECT-Bibliotheken von Matt Richards (MarComp). Im Jahr 2002 erfolgte eine doppelte Umbenennung: Die OpenDWG-Bibliothek wurde zu DWGdirect und die Organisation selbst zu Open Design Alliance.
Rechtliche Auseinandersetzungen mit Autodesk
Die Geschichte der ODA ist geprägt von mehreren Rechtsstreitigkeiten mit Autodesk:
- 2006: Autodesk verklagte die ODA wegen angeblicher Markenverletzung. Autodesk beanstandete, dass die DWGdirect-Bibliotheken den Code “TrustedDWG” (mit dem Wort “AutoCAD”) in erstellte DWG-Dateien schrieben.
- 2007: Der Rechtsstreit wurde beigelegt. Die ODA entfernte den TrustedDWG-Code aus den DirectDWG-Bibliotheken, und Autodesk änderte die Warnmeldungen in AutoCAD 2008.
- 2010: Weitere Einigung - Die ODA verpflichtete sich, ihre DWG-basierten Markenregistrierungen zu löschen und die Verwendung von DWG-Marken in Produktmarketing und Branding einzustellen.
Der ehemalige Autodesk-CEO Carl Bass bezeichnete die ODA einst als “den Waffenhändler für meine Feinde”.
Neuere Entwicklungen
In den letzten Jahren hat die Organisation ihr Engagement für Web-Technologien und mechanisches Design erweitert. Seit 2016 betreibt die ODA ein 30-köpfiges Entwicklungsteam in Tschernihiw, Ukraine.
Geschäftsmodell
Die ODA operiert als Non-Profit-Technologie-Konsortium mit einem transparenten Geschäftsmodell:
- 90% der Einnahmen fließen zurück in die Entwicklung
- Über 1.200 globale Unternehmen teilen sich die Entwicklungskosten
- Transparente Lizenzgebühren mit veröffentlichten Festpreisen
- Jährliches Abonnement-Modell für SDK-Lizenzen
Mitgliedschaftstypen
| Typ | Beschreibung |
|---|---|
| Educational | Nur für qualifizierte Universitäten, 1 Jahr Limit |
| Non-commercial | Für interne Automatisierung und F&E, 2 Jahre Limit |
| Commercial | Bis zu 100 Kopien verkaufbar, kein Web/SaaS |
| Sustaining | Unbegrenzte kommerzielle Nutzung, Web/SaaS erlaubt |
| Founding | Unbegrenzte kommerzielle Nutzung mit vollständigem Quellcode |
| Corporate | Unbegrenzte kommerzielle Nutzung über mehrere Geschäftseinheiten |
Mitglieder und Wettbewerb
Strategische Mitglieder
Zu den Gründungs- und strategischen Mitgliedern der ODA gehören prominente CAD/Design-Software-Unternehmen, die teilweise in Konkurrenz zu Autodesk stehen:
- Microsoft (ehemals Visio)
- Nemetschek Group
- Intergraph
- PTC
- Bentley Systems
- Graphisoft
- SolidWorks (Dassault Systèmes)
Konkurrenzsituation
Die ODA steht nicht direkt im Wettbewerb zu CAD-Software-Anbietern, da sie keine Endanwender-Produkte verkauft. Stattdessen ermöglicht sie es deren Konkurrenten, interoperable Lösungen zu entwickeln. Die Organisation bedient über 1.200 Mitgliedsunternehmen, darunter Softwareentwickler, Hersteller, Regierungseinrichtungen, AEC-Firmen und große Einzelhändler aus allen Engineering-Disziplinen.
Führung
Die ODA verfügt über unabhängiges Management und einen Vorstand, der sich aus ODA-Gründungsmitgliedern zusammensetzt. Diese Struktur soll sicherstellen, dass die Organisation auf Kurs bleibt.
- Präsident/CEO: Neil Peterson
- Entwicklungsteam: ca. 120 erfahrene Ingenieure weltweit
Quellen
- Open Design Alliance - Official Website
- Open Design Alliance - Wikipedia
- Open Design Alliance - LinkedIn
- ODA Business Model
- About ODA
- Autodesk and Open Design Alliance Reach Agreement
- Autodesk, Open Design Alliance Bury the Hatchet - Digital Engineering 24/7
- Open Design Alliance - ZoomInfo
- LOT member profile: Open Design Alliance
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