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Unternehmen Aktualisiert: 25.1.2026

Landesbank Baden-Württemberg

Landesbank Baden-Württemberg: Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist eine deutsche Universalbank mit Hauptsitz in Stuttgart und die größte staatlich...

Landesbank Baden-Württemberg

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist eine deutsche Universalbank mit Hauptsitz in Stuttgart und die größte staatlich getragene Landesbank Deutschlands. Mit einer Bilanzsumme von rund 356 Milliarden Euro und etwa 10.000 Mitarbeitern zählt sie zu den größten Banken des Landes. Die LBBW fungiert als Zentralinstitut der Sparkassen in Baden-Württemberg, Sachsen und Rheinland-Pfalz und bietet ein umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot einer modernen Universalbank.

Überblick

  • Name: Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
  • Rechtsform: Anstalt des öffentlichen Rechts
  • Gründung: 1. Januar 1999 (durch Fusion)
  • Historische Wurzeln: 1818 (Württembergische Spar-Casse)
  • Hauptsitze: Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Mainz
  • Bilanzsumme: ca. 356 Mrd. Euro (2024)
  • Mitarbeiter: ca. 10.000
  • Standorte national: über 100 (unter der Marke BW-Bank)
  • Standorte international: 16 Standorte in 15 Ländern
  • Website: www.lbbw.de

Produkte und Services

Kerngeschäftsbereiche

BereichBeschreibung
UnternehmensfinanzierungMaßgeschneiderte Finanzierungslösungen für KMU und Großunternehmen
Corporate FinanceM&A-Beratung, Kapitalmarktlösungen, modulare Dienstleistungen
Cash ManagementKonten, Zahlungsverkehr, Clearing-Services
ImmobilienfinanzierungGewerbliche Immobilienfinanzierung (unter der Marke Berlin Hyp)
KapitalmarktgeschäftHandel, Treasury, institutionelle Kunden
PrivatkundengeschäftÜber die BW-Bank: Vermögensverwaltung, Retail Banking
Asset ManagementAktien, Renten, Absolute Return, Rohstoffe, ESG-Lösungen

Spezialisierte Leistungen

  • Green Finance: Nachhaltige Finanzierungsprodukte und ESG-Beratung
  • Internationales Geschäft: Exportfinanzierung, Absicherung von Handelsrisiken, Projektfinanzierung
  • Sparkassen-Services: Zentralbankfunktion für Sparkassen in drei Bundesländern

Internationale Präsenz

Die LBBW unterhält ein globales Netzwerk mit:

  • Niederlassungen in New York, London, Singapur, Shanghai und Seoul
  • 12 Repräsentanzen weltweit
  • German Centres in Peking, Singapur, Mexiko-Stadt und Delhi/Gurgaon

Geschichte und Entwicklung

Gründung und Fusion (1999)

Am 1. Januar 1999 wurde die LBBW durch die Fusion dreier Institute gegründet:

  • SüdwestLB (entstanden 1988 aus Landesbank Stuttgart und Badischer Kommunaler Landesbank)
  • Landesgirokasse Stuttgart (LG)
  • Marktgeschäft der L-Bank

Die historischen Wurzeln reichen bis 1818 zurück, als Königin Katharina von Württemberg die „Württembergische Spar-Casse” als „Institut zum Besten der ärmeren Volksklasse” gründete.

Expansion (2005-2008)

  • 2005: Integration der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank) als rechtlich unselbstständige Anstalt
  • 2007: Übernahme der Sachsen LB für 250 Mio. Euro
  • 2008: Integration der Landesbank Rheinland-Pfalz als Rheinland-Pfalz Bank

Finanzkrise (2008-2009)

Die Finanzkrise traf die LBBW schwer:

  • 2008: Verlust von rund 2,1 Milliarden Euro
  • Belastungen durch Island-Engagement (ca. 350 Mio. €) und Lehman-Zusammenbruch (ca. 250 Mio. €)
  • Zwei Drittel der Verluste stammten aus den übernommenen Instituten SachsenLB und Landesbank Rheinland-Pfalz
  • 2009: Die Bank war im Bestand bedroht und operierte zeitweise unter dem aufsichtlichen Mindestkapital

Rettungspaket (Juni 2009):

  • Kapitalerhöhung um 5 Milliarden Euro durch die Träger
  • Garantie von 12,7 Milliarden Euro zur Risikoabschirmung
  • Gesamtkosten für die öffentliche Hand: über 3 Milliarden Euro

Konsolidierung und Wachstum (2010-heute)

Nach der Krise wurde die Bank restrukturiert und fokussierte sich auf ihr Kerngeschäft. Die Strategie war erfolgreich:

  • 2022: Übernahme der Berlin Hyp (gewerblicher Immobilienfinanzierer)
  • 2023: Konzernergebnis von 1,374 Mrd. Euro vor Steuern
  • 2024: Konzernergebnis von 1,232 Mrd. Euro vor Steuern (zweitbestes Ergebnis der Unternehmensgeschichte)
  • 2025: Bündelung des gewerblichen Immobiliengeschäfts unter der Marke Berlin Hyp

Führung

Vorstand (Stand 2025)

NameRessort
Rainer NeskeVorstandsvorsitzender (bis mind. Juni 2031)
Joachim ErdleUnternehmenskunden (seit Januar 2024)
Andreas GötzPrivatkundengeschäft
Sascha KlausImmobilien (neu seit 2025, zuvor Berlin Hyp-Chef)

Wichtige Personalien

  • Karl Manfred Lochner: Ehemaliger Unternehmenskundenvorstand (bis Ende 2023, 12 Jahre im Amt)
  • Thorsten Schönenberger: Ehemaliger Immobilienvorstand (8 Jahre im Amt)
  • Oliver Neckel: Bereichsvorstand Wealth Management und Private Banking der BW-Bank

Eigentümer und Trägerstruktur

Als Anstalt des öffentlichen Rechts hat die LBBW keine Aktien. Die Anteilseigner werden als Träger bezeichnet:

TrägerAnteil
Sparkassenverband Baden-Württemberg40,5%
Land Baden-Württembergca. 25%
Stadt Stuttgartca. 19%
Landesbeteiligungen Baden-Württemberg GmbH15,5%

Hinweis zur Exit-Prognose: Die LBBW ist keine Private-Equity-Beteiligung. Als öffentlich-rechtliche Bank mit staatlichen und kommunalen Trägern besteht keine Exit-Perspektive im Sinne eines PE-Investments.

Tochtergesellschaften und Marken

  • BW-Bank: Privatkundenbank für Baden-Württemberg (unselbstständige Anstalt)
  • Berlin Hyp: Gewerbliche Immobilienfinanzierung (seit August 2025 als unselbstständige Anstalt integriert)
  • Rheinland-Pfalz Bank: Regionale Präsenz in Rheinland-Pfalz
  • LBBW Asset Management: Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden
  • LBBW Immobilien: Immobilienentwicklung und -management
  • LBBW Venture Capital: Beteiligungen an Wachstumsunternehmen

Konkurrenz und Wettbewerb

Andere Landesbanken

InstitutStandortBundesländer
BayernLBMünchenBayern
HelabaFrankfurt/ErfurtHessen, Thüringen, Brandenburg, NRW
Nord/LBHannoverNiedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern
SaarLBSaarbrückenSaarland

Marktposition

  • Die LBBW ist die größte deutsche Landesbank nach Bilanzsumme
  • Gemeinsam verfügen die fünf Landesbank-Konzerne über eine zusammengefasste Bilanzsumme von 973 Milliarden Euro
  • Im Wettbewerb mit anderen Landesbanken sowie Großbanken wie Commerzbank und DZ Bank

Quellen

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