FMO
FMO (Nederlandse Financierings-Maatschappij voor Ontwikkelingslanden N.V.) ist die niederländische Entwicklungsbank für unternehmerische Entwicklung mit...
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FMO (Nederlandse Financierings-Maatschappij voor Ontwikkelingslanden N.V.) ist die niederländische Entwicklungsbank für unternehmerische Entwicklung mit Hauptsitz in Den Haag. Als bilaterale Entwicklungsfinanzierungsinstitution (DFI) investiert FMO in Privatsektor-Projekte in Entwicklungsländern und Schwellenländern weltweit. Mit einem verwalteten Portfolio von über 15 Milliarden Euro und Investitionen in mehr als 85 Ländern zählt FMO zu den größten bilateralen privaten Entwicklungsbanken der Welt.
Überblick
- Name: FMO (Nederlandse Financierings-Maatschappij voor Ontwikkelingslanden N.V.)
- Typ: Bilaterale Entwicklungsbank / Development Finance Institution (DFI)
- Gründung: 1970
- Hauptsitz: Den Haag, Niederlande
- Regionale Büros: Johannesburg (Südafrika), Nairobi (Kenia), San José (Costa Rica)
- Mitarbeiter: ca. 1.100 (Stand 2024)
- Bilanzsumme: 11,1 Mrd. EUR (Dezember 2024)
- Eigenkapital: 3,45 Mrd. EUR
- Verwaltetes Portfolio: 15,5 Mrd. EUR
- Rating: AAA (Standard & Poor’s und Fitch)
- Website: www.fmo.nl
Produkte und Dienstleistungen
FMO bietet verschiedene Finanzierungsinstrumente für Unternehmen und Finanzinstitutionen in Entwicklungsländern:
| Produkt | Beschreibung |
|---|---|
| Kredite | Langfristige Darlehen für Privatunternehmen und Projekte |
| Eigenkapitalbeteiligungen | Private-Equity-Investitionen in Unternehmen |
| Syndizierungen | Ko-Finanzierungen mit anderen Entwicklungsbanken und Investoren |
| Trade Finance | Handelsfinanzierung |
| Kapazitätsentwicklung | Technische Hilfe und Beratung |
Sektoren
Seit 2017 konzentriert sich FMO strategisch auf drei Kernsektoren mit hoher Entwicklungswirkung:
- Energie: Erneuerbare Energien und nachhaltige Energieprojekte (keine Investitionen in Kohle)
- Finanzinstitutionen: Banken, Mikrofinanzinstitute und Fintechs zur Förderung des Zugangs zu Finanzmitteln
- Agribusiness, Nahrung und Wasser: Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und Wasserversorgung
Regionale Portfolioverteilung (2024)
| Region | Volumen | Anteil |
|---|---|---|
| Afrika | 5,0 Mrd. EUR | 33% |
| Lateinamerika & Karibik | 3,2 Mrd. EUR | 21% |
| Asien | 3,2 Mrd. EUR | 20% |
| Europa & Zentralasien | 2,5 Mrd. EUR | 16% |
| Überregional | 1,6 Mrd. EUR | 10% |
Geschichte und Entwicklung
FMO wurde 1970 von der niederländischen Regierung gemeinsam mit Geschäftsbanken, dem nationalen Arbeitgeberverband, Gewerkschaften und privaten Investoren gegründet, um in Projekte des Privatsektors in Entwicklungsländern zu investieren.
Wichtige Meilensteine:
- 1970: Gründung als öffentlich-private Partnerschaft
- 1992: Beitritt zu EDFI (European Development Finance Institutions)
- 2008: Erlangung des Bankstatus und Aufsicht durch die niederländische Zentralbank (DNB)
- 2017: Strategische Neuausrichtung auf die drei Kernsektoren Energie, Finanzinstitutionen sowie Agribusiness, Nahrung und Wasser
- 2024: Verwaltetes Portfolio erreicht 15,5 Mrd. EUR mit 771 laufenden Investitionen in über 85 Ländern
Führungsteam
Management Board
| Name | Position | Seit |
|---|---|---|
| Michael Jongeneel | Chief Executive Officer (CEO) | September 2021 |
| Huib-Jan de Ruijter | Chief Investment Officer (CIO) | 2021 |
| Franca Vossen | Chief Risk Officer (CRO) | September 2022 |
Michael Jongeneel verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung im Bereich nachhaltige Finanzen und Banking. Vor FMO war er bei McKinsey, Triodos Bank und Bain tätig und hatte mehrere Aufsichtsratsmandate bei Sozialunternehmen und NGOs, darunter Oxfam International.
Huib-Jan de Ruijter begann 2008 als Investment Officer bei FMO und leitete ab 2015 die Abteilung Financial Institutions. Vor FMO war er Executive Director in der Financing Group von Goldman Sachs in London.
Franca Vossen bringt umfangreiche Erfahrung aus Führungspositionen bei LeasePlan, DLL, NN Investment Partners, Fortis Investments und ABN AMRO Asset Management mit.
Eigentümer und Anteilseigner
FMO operiert als Public-Private-Partnership mit folgender Eigentümerstruktur:
| Anteilseigner | Anteil |
|---|---|
| Niederländischer Staat | 51% |
| Niederländische Geschäftsbanken (ABN AMRO, ING, Rabobank) | 42% |
| Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Unternehmen und Privatpersonen | 7% |
Obwohl der Staat die Mehrheit hält, operiert FMO als kommerzielles Unternehmen. Die besondere Beziehung zur niederländischen Regierung ermöglicht es FMO, höhere Risiken einzugehen als kommerzielle Finanzinstitute.
Konkurrenz und Marktumfeld
FMO ist Mitglied von EDFI (European Development Finance Institutions), einem Zusammenschluss von 15 europäischen bilateralen Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen mit einem kombinierten Portfolio von 53 Mrd. EUR.
Europäische Entwicklungsbanken (Peers)
| Institution | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| DEG | Deutschland | Tochter der KfW |
| BII (British International Investment) | Großbritannien | Größte europäische DFI |
| Proparco | Frankreich | Teil der AFD-Gruppe |
| Norfund | Norwegen | Fokus auf erneuerbare Energien |
| Finnfund | Finnland | Spezialisierung auf Entwicklungsländer |
| IFU | Dänemark | Älteste nordische DFI |
| BIO | Belgien | Fokus auf Subsahara-Afrika |
| Cofides | Spanien | Schwerpunkt Lateinamerika |
FMO, Proparco und BII gelten als die drei größten europäischen bilateralen DFIs. Zwischen BII und FMO besteht die höchste Ko-Finanzierungsquote aller DFI-Paare.
Quellen
- FMO Official Website
- FMO - Wikipedia (EN)
- FMO Management Board
- FMO - EDFI Member Profile
- EDFI - European Development Finance Institutions
- FMO - BankTrack
- FMO - DevelopmentAid
- FMO - Green Climate Fund
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