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Unternehmen Aktualisiert: 8.2.2026

EY

EY (ehemals Ernst & Young) ist ein britisch-amerikanisches multinationales Netzwerk für professionelle Dienstleistungen mit Hauptsitz in London,...

EY

EY (ehemals Ernst & Young) ist ein britisch-amerikanisches multinationales Netzwerk für professionelle Dienstleistungen mit Hauptsitz in London, Vereinigtes Königreich. Das Unternehmen gehört zusammen mit Deloitte, KPMG und PwC zu den sogenannten “Big Four” der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. Mit einem Umsatz von 53,2 Milliarden US-Dollar (Geschäftsjahr 2025) und rund 400.000 Mitarbeitern in über 150 Ländern ist EY eines der größten Beratungsunternehmen der Welt.

Überblick

  • Name: EY (Ernst & Young)
  • Typ: Professionelles Dienstleistungsnetzwerk (Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting, Strategie)
  • Gründung: 1989 (Fusion von Ernst & Whinney und Arthur Young & Co.; Vorgängerunternehmen seit 1849)
  • Hauptsitz: London, Vereinigtes Königreich
  • Weitere Zentrale: New York City, USA
  • CEO: Janet Truncale (seit Juli 2024, Global Chair und CEO)
  • Mitarbeiter: ca. 400.000 weltweit
  • Umsatz: 53,2 Mrd. USD (GJ 2025)
  • Rechtsform: Partnerschaftsnetzwerk (Ernst & Young Global Limited)
  • Branche: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung, Technologie
  • Website: ey.com

Services und Geschäftsbereiche

EY gliedert sich in vier integrierte Service Lines:

Assurance (Wirtschaftsprüfung)

  • Finanzielle Abschlussprüfung
  • Financial Accounting Advisory Services (FAAS)
  • Climate Change and Sustainability Services (CCaSS)
  • Forensic & Integrity Services

Tax (Steuerberatung)

  • Transfer Pricing
  • International Tax Services
  • Business Tax Compliance
  • Global Trade und Indirect Tax
  • Tax Technology and Transformation
  • Transaction Tax

Consulting (Unternehmensberatung)

  • Business Consulting
  • Technology Consulting
  • People Advisory Services
  • Cybersecurity (u.a. Partnerschaft mit Databricks)

Strategy and Transactions (EY-Parthenon)

  • Strategieberatung (über die Marke EY-Parthenon)
  • Mergers & Acquisitions
  • Transaction Advisory
  • Restrukturierung

Technologie-Plattformen

EY investiert stark in eigene Technologieprodukte:

PlattformBeschreibung
EY.aiKI-Plattform, 2023 gelauncht mit 1,4 Mrd. USD Investition
EY.ai Agentic PlatformIn Zusammenarbeit mit NVIDIA entwickelt, 150 KI-Agenten für 80.000 EY-Professionals
EYQConversational AI Assistant für Klienten
EY NexusCloud-basierte Plattform für Modernisierung und Kundenengagement
EY Trusted AI PlatformBewertung und Monitoring von KI-Systemen
EY Studio+Portfolio mit 7.000 Design-, Marketing- und Technologie-Spezialisten in 50 Ländern

Geschichte und Entwicklung

Ursprünge (1849–1989)

  • 1849: Gründung der ältesten Vorgängerfirma Harding & Pullein in England
  • 1903: Alwin C. Ernst und sein Bruder Theodore gründen Ernst & Ernst in Cleveland, Ohio
  • 1906: Arthur Young und sein Bruder Stanley gründen Arthur Young & Company
  • 1919: Gründung der SCHITAG Schwäbische Treuhand-AG in Stuttgart (deutscher Vorläufer)
  • 1989: Fusion von Ernst & Whinney und Arthur Young & Co. zu Ernst & Young

Moderne Ära (2000er–heute)

  • 2013: Offizielles Rebranding von “Ernst & Young” zu “EY”
  • 2020–2023: Wirecard-Skandal in Deutschland (siehe unten)
  • 2022–2023: “Project Everest” – gescheiterter Plan zur Aufspaltung in Prüfungs- und Beratungsgesellschaft
  • 2023: Launch der EY.ai-Plattform mit 1,4 Mrd. USD Investition
  • 2024: Janet Truncale wird erste weibliche Global Chair und CEO (Nachfolgerin von Carmine Di Sibio)
  • 2025: Umsatz erreicht 53,2 Mrd. USD; Strategy and Transactions wird unter EY-Parthenon zusammengeführt
  • 2026: Akquisition von couniq (Schweiz) für den öffentlichen Sektor

Project Everest (2022–2023)

Eines der einschneidendsten Ereignisse der jüngeren EY-Geschichte war der gescheiterte Versuch, das Consulting-Geschäft abzuspalten und an die Börse zu bringen. Der als “Project Everest” bekannte Plan sah vor, etwa 15 % des Beratungsgeschäfts für über 10 Milliarden USD zu verkaufen. Das Vorhaben scheiterte im April 2023 am Widerstand der US-Partner, die sich nicht über die Aufteilung des Steuerberatungsgeschäfts einigen konnten. Die Folge: Tausende Entlassungen weltweit und 700 Millionen USD Schulden durch die Projektkosten.

Wirecard-Skandal

EY war über ein Jahrzehnt lang Wirtschaftsprüfer des deutschen Zahlungsdienstleisters Wirecard, der 2020 in einem der größten Betrugsskandale der europäischen Wirtschaftsgeschichte zusammenbrach. Eine 1,9 Milliarden Euro große Bilanzlücke wurde aufgedeckt. EY Deutschland wurde vorgeworfen, bei der Prüfung grob fahrlässig gehandelt zu haben – unter anderem durch die Akzeptanz von Screenshots als Belege für Kontoauszüge. Die Aufsichtsbehörde APAS verhängte ein zweijähriges Verbot für die Prüfung von Unternehmen öffentlichen Interesses in Deutschland sowie eine Geldbuße von 500.000 Euro. Klagen in Höhe von über 2 Milliarden Euro sind anhängig.

Führung

Globale Führung

PositionName
Global Chair & CEOJanet Truncale (seit Juli 2024)
Global Vice Chair, TalentTrent Henry
Global Vice Chair, TaxMarna Ricker
Vorgänger (CEO)Carmine Di Sibio (bis Juni 2024)

Deutschland

PositionName
Country Managing PartnerHenrik Ahlers
Country Managing PartnerJean-Yves Jégourel

EY Deutschland hat seinen Sitz in Stuttgart und ist an 20 Standorten vertreten. Der Umsatz in Deutschland lag zuletzt bei rund 2,1 Milliarden Euro, wobei die Steuerberatung mit 822 Millionen Euro den größten Anteil ausmacht.

Eigentümerschaft

EY ist kein börsennotiertes Unternehmen und wird nicht von externen Investoren oder Private-Equity-Fonds gehalten. Die Firma ist als Partnerschaftsnetzwerk organisiert: Jede Landesgesellschaft gehört ihren jeweiligen Senior-Partnern. Die Dachorganisation Ernst & Young Global Limited (EYG) koordiniert das Netzwerk, ist aber keine Muttergesellschaft im klassischen Sinne. Die Mitgliedsfirmen sind rechtlich unabhängig und an lokale Gesetze angepasst.

Eine Exit-Prognose entfällt, da kein PE-Investor beteiligt ist.

Konkurrenz

EY konkurriert primär mit den anderen drei Unternehmen der “Big Four”:

UnternehmenUmsatz (ca.)Mitarbeiter (ca.)Stärke
Deloitte67 Mrd. USD457.000Größte Big-Four-Firma, stark in Technology Consulting
PwC55 Mrd. USD370.000Führend in Audit, starke Marke
EY53 Mrd. USD400.000KI-Investitionen, EY-Parthenon Strategie
KPMG38 Mrd. USD275.000Kleinste Big Four, gute Arbeitskultur

Darüber hinaus konkurriert EY in einzelnen Segmenten mit:

Quellen

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