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Unternehmen Aktualisiert: 9.2.2026

E.ON SE

E.ON SE ist ein börsennotierter europäischer Energiekonzern mit Hauptsitz in Essen, Deutschland. Das Unternehmen gehört zu den größten Betreibern von...

E.ON SE

E.ON SE ist ein börsennotierter europäischer Energiekonzern mit Hauptsitz in Essen, Deutschland. Das Unternehmen gehört zu den größten Betreibern von Energienetzen und Energiedienstleistern in Europa und versorgt rund 47 Millionen Strom- und Gaskunden in über 30 Ländern. Nach einer umfassenden strategischen Neuausrichtung konzentriert sich E.ON seit 2020 auf die Geschäftsfelder Energienetze, Kundenlösungen und Energieinfrastruktur und versteht sich als Rückgrat der Energiewende in Europa.

Überblick

  • Name: E.ON SE
  • Typ: Börsennotierter Energiekonzern (Europäische Aktiengesellschaft)
  • Gründung: 2000 (durch Fusion von VEBA und VIAG)
  • Hauptsitz: Brüsseler Platz 1, 45131 Essen, Deutschland
  • CEO: Leonhard Birnbaum (Vorstandsvorsitzender)
  • Aufsichtsratsvorsitzender: Erich Clementi
  • Mitarbeiter: ca. 76.566 (2024)
  • Kunden: ca. 47 Millionen Strom- und Gaskunden
  • Umsatz: ca. 93,7 Mrd. € (2023)
  • ISIN: DE000ENAG999
  • Börse: DAX 40 (Frankfurter Wertpapierbörse), Ticker: ENAG99
  • Website: eon.com

Geschäftsfelder und Services

E.ON ist in drei strategischen Geschäftsfeldern tätig:

Energienetze

Das Kerngeschäft von E.ON ist der Betrieb und Ausbau von Energieverteilnetzen. Über regionale Tochtergesellschaften betreibt der Konzern eines der größten Stromverteilnetze Europas:

TochtergesellschaftRegionNetzgebiet
BayernwerkBayernca. 41.200 km²
AvaconNiedersachsen, Sachsen-Anhaltca. 22.700 km²
HanseWerkSchleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommernca. 28.000 km²
E.DISBrandenburg, Mecklenburg-Vorpommernca. 35.500 km²
Westenergie (vormals innogy)Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz

Die angeschlossene Erneuerbaren-Kapazität beträgt 108,7 GW.

Kundenlösungen und Energievertrieb

E.ON versorgt Privat- und Geschäftskunden mit Strom und Gas. Im Jahr 2025 stammten 84,4 % des von E.ON gelieferten Stroms aus erneuerbaren Energien – deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 59,4 %. Für Geschäftskunden bietet E.ON maßgeschneiderte Energielösungen an, darunter:

  • Photovoltaik-Anlagen und Energiespeicher
  • Elektromobilität und Ladeinfrastruktur
  • Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
  • Smart Metering und intelligente Zähler
  • Energieeffizienz- und Dekarbonisierungsberatung
  • Direktvermarktung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Digitalisierung und E.ON One

Die Tochter E.ON Digital Technology (EDT) mit rund 2.200 Mitarbeitern verantwortet die konzernweite digitale Transformation. Über die Plattform E.ON One bietet der Konzern digitale Produkte und Lösungen für die Energiewende an. E.ON hat eine der größten Cloud-Transformationen in der europäischen Energiewirtschaft durchgeführt.

Geschichte und Entwicklung

Wurzeln und Gründung (1929–2000)

Die Ursprünge von E.ON reichen bis 1929 zurück, als der Freistaat Preußen die Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks-Aktiengesellschaft (VEBA) gründete. Bis 1965 blieb VEBA in staatlicher Hand, bevor die Bundesrepublik Deutschland die Aktie an der Börse öffentlich anbot. In den 1980er-Jahren wurde VEBA unter der schwarz-gelben Regierung vollständig privatisiert.

Am 16. Juni 2000 entstand E.ON durch die Fusion von VEBA und VIAG (Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG) – zwei traditionsreichen deutschen Industriekonzernen. Der Name „E.ON” leitet sich vom griechischen Wort „Äon” (Zeitalter) ab und sollte den Aufbruch in ein neues Energiezeitalter symbolisieren.

Expansion und Konsolidierung (2000–2014)

Nach der Gründung wuchs E.ON durch Übernahmen zu einem der weltweit größten privaten Energieversorger heran. Der Konzern war als vertikal integrierter Energieversorger tätig – von der Stromerzeugung über den Transport bis zum Endkundenvertrieb.

Strategische Neuausrichtung und Uniper-Abspaltung (2014–2016)

Im November 2014 verkündete E.ON die Abkehr von fossilen Energien. Das konventionelle Stromerzeugungsgeschäft (Kohle, Gas, Wasserkraft) sowie der Energiehandel wurden in die neu gegründete Uniper SE ausgegliedert. Uniper nahm am 1. Januar 2016 den Betrieb auf und ging im September 2016 an die Frankfurter Börse.

Tauschgeschäft mit RWE und innogy-Übernahme (2018–2020)

Im Jahr 2018 vereinbarten E.ON und RWE den größten Asset-Swap der deutschen Energiebranche:

  • E.ON übernahm die RWE-Tochter innogy SE mit deren Netz- und Vertriebsgeschäft und wurde damit zum größten Stromversorger Deutschlands mit rund 14 Millionen Kunden
  • RWE erhielt im Gegenzug E.ONs Geschäft im Bereich Erneuerbare Energien sowie entsprechende innogy-Aktivitäten (Wind, Solar, Wasserkraft)
  • RWE erhielt zudem eine 15%ige Beteiligung an E.ON sowie eine Zahlung von 1,5 Mrd. €

Die EU-Kommission genehmigte die Transaktion 2019. Der vollständige Abschluss des Tauschgeschäfts erfolgte im Juli 2020. Rund 2.700 Mitarbeiter wechselten von innogy zu RWE.

Fokus auf Energiewende (2020–heute)

Seit dem Abschluss der Neuaufstellung konzentriert sich E.ON als reiner Netz- und Vertriebskonzern – ohne eigene Kraftwerke – auf den Transport und Verkauf von Strom und Gas sowie auf Energiedienstleistungen. Bis 2028 plant der Konzern Rekordinvestitionen von rund 43 Milliarden Euro, davon ca. 35 Mrd. € in den Ausbau der Verteilnetze.

Führungsteam

Vorstand

NamePositionSeit
Leonhard BirnbaumVorstandsvorsitzender (CEO)2021
Nadia JakobiChief Financial Officer (CFO)2024
Marc SpiekerChief Operating Officer Commercial2024
Thomas KönigNetzgeschäft
Victoria OssadnikDigitalisierung und Innovation

Aufsichtsrat

  • Erich Clementi – Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit Mai 2023)

Frühere CEOs: Johannes Teyssen (2010–2021), Wulf Bernotat (2003–2010).

Eigentümerschaft und Aktionärsstruktur

E.ON SE ist ein börsennotiertes DAX-40-Unternehmen mit breit gestreuter Aktionärsstruktur:

AktionärsgruppeAnteil
RWEca. 15 %
Institutionelle Investorenca. 60 %
Streubesitz (Free Float)ca. 85 %
Eigene Aktienca. 1,1 %

Die 15%ige Beteiligung von RWE resultiert aus dem Tauschgeschäft von 2018/2020. Es gibt keine Private-Equity-Beteiligung, daher entfällt eine Exit-Prognose.

Kennzahlen

KennzahlWert
Umsatz (2023)ca. 93,7 Mrd. €
Bereinigtes EBITDA (Ziel 2028)> 11,3 Mrd. €
Investitionsplan 2024–202843 Mrd. €
Ergebnis je Aktie (2024)1,09 €
Dividende je Aktie (2024)0,55 €
ROCE (2024)ca. 9 %
Mitarbeiterca. 76.566
Kundenca. 47 Mio.
Länder> 30

Konkurrenz

Deutschland

E.ON gehört zu den „Big Four” der deutschen Energiewirtschaft:

UnternehmenUmsatz 2023Schwerpunkt
Uniper107,9 Mrd. €Stromerzeugung, Energiehandel
E.ON93,7 Mrd. €Netze, Vertrieb, Energielösungen
EnBW44,4 Mrd. €Integrierter Energieversorger
Vattenfall31,3 Mrd. €Stromerzeugung, Vertrieb
RWE28,6 Mrd. €Erneuerbare Energien, Stromerzeugung

Europa

Auf europäischer Ebene konkurriert E.ON mit Konzernen wie EDF (Frankreich), Enel (Italien), Iberdrola (Spanien) und Ørsted (Dänemark).

Quellen

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