DLR
DLR: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt.
DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Als größte Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren betreibt das DLR angewandte und Grundlagenforschung in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Sicherheit, Verteidigung sowie Digitalisierung. Beim DLR ist zudem die Deutsche Raumfahrtagentur angesiedelt, die für die Planung und Umsetzung des deutschen Raumfahrtprogramms im Auftrag der Bundesregierung zuständig ist.
Überblick
- Rechtsform: Eingetragener Verein (e.V.)
- Gründung: 1969 (als DFVLR durch Zusammenschluss mehrerer Vorgängerorganisationen)
- Hauptsitz: Köln, Linder Höhe
- Standorte: 30 Standorte in Deutschland, 4 internationale Büros (Brüssel, Paris, Tokio, Washington D.C.)
- Mitarbeiter: ca. 11.800
- Institute: über 50
- Großforschungsanlagen: 192
- Budget (2024): 1,701 Mrd. Euro für Forschung und Betrieb
- Website: www.dlr.de
Forschungsbereiche und Services
Das DLR gliedert seine Forschungsaktivitäten in mehrere Kernbereiche:
Luftfahrt
- Klimaneutrale Antriebstechnik
- Elektrisches Fliegen
- Virtuelles Produkt (digitale Produktentwicklung)
- Flugsicherheit und Verkehrsmanagement
Raumfahrt
- Erdbeobachtung und Fernerkundung
- Satellitenentwicklung und -betrieb
- Robotik für Weltraummissionen
- Triebwerkstests (Standort Lampoldshausen)
- Astronautentraining
Energie
- Solarthermische Erzeugung von Brennstoffen
- CO2-arme Industrieprozesse
- Photovoltaik und nachhaltige Energiesysteme
Verkehr
- Autonomes Fahren
- Verkehrsmanagement und -sicherheit
- Maritime Sicherheit
Digitalisierung
- Künstliche Intelligenz
- Sichere KI-Systeme
- Quantentechnologien
Software und IT-Services
Das DLR entwickelt zahlreiche Softwarelösungen, die größtenteils als Open Source bereitgestellt werden:
| Software | Beschreibung |
|---|---|
| CosmoScout VR | Open-Source-Simulation des Sonnensystems |
| RCE | Workflow-gesteuerte Integrationsumgebung für Ingenieursysteme |
| t8code | Softwarebibliothek für dynamische adaptive Gitter |
Das Institut für Softwaretechnologie und das Institut für Softwaremethoden zur Produkt-Virtualisierung entwickeln zudem spezialisierte Lösungen für die digitale Produktentwicklung in der Luftfahrt.
Geschichte und Entwicklung
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1907 | Gründung der Modellversuchsanstalt durch Ludwig Prandtl in Göttingen (ältester Vorläufer) |
| 1912 | Gründung der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) in Berlin |
| 1969 | Zusammenschluss von DVL, AVA, DFL und weiteren Instituten zur Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) |
| 1989 | Umbenennung in Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) |
| 1997 | Fusion mit der Deutschen Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) zum heutigen DLR |
| 2024 | Eröffnung der LUNA Analog Facility in Köln |
LUNA Analog Facility
Am 25. September 2024 wurde die LUNA Analog Facility in Köln als Gemeinschaftsprojekt von DLR und ESA eröffnet. Die weltweit einzigartige Trainingsanlage mit 700 Quadratmetern Fläche simuliert die Verhältnisse auf der Mondoberfläche und dient der Vorbereitung astronautischer und robotischer Mond-Missionen.
Führung und Organisation
Vorstand (Stand 2024/2025)
| Name | Position |
|---|---|
| Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla | Vorstandsvorsitzende (wiederberufen bis 2030) |
| Klaus Hamacher | Stellvertretender Vorstandsvorsitzender |
| Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer | Vorstand Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen |
| Dr.-Ing. Walther Pelzer | Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR |
Gremien
- Mitgliederversammlung
- Senat
- Aufsichtsrat
- Ausschuss für Raumfahrt
- Wissenschaftlich-Technischer Rat
Finanzierung und Eigentümer
Das DLR ist ein eingetragener Verein und wird öffentlich finanziert:
- 90% der institutionellen Forschung durch Bundesmittel
- 10% durch die Bundesländer mit DLR-Standorten
- 47,1% des Gesamtetats sind wettbewerblich erworbene Drittmittel
Das Gesamtbudget der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR betrug 2024 rund 1,578 Milliarden Euro, davon ca. 1,249 Milliarden Euro für den deutschen Beitrag zur ESA.
Vergleichbare Organisationen
| Organisation | Land | Beschreibung |
|---|---|---|
| ESA | Europa | Europäische Weltraumorganisation (22 Mitgliedstaaten) |
| CNES | Frankreich | Centre National d’Études Spatiales (französische Raumfahrtagentur) |
| ONERA | Frankreich | Nationales Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt |
| NASA | USA | National Aeronautics and Space Administration |
| JAXA | Japan | Japan Aerospace Exploration Agency |
Das DLR arbeitet eng mit der ESA, NASA und CNES zusammen. Ein bekanntes Kooperationsprojekt war das fliegende Infrarotteleskop SOFIA (2014–2022), das gemeinsam mit der NASA betrieben wurde.
Nachhaltigkeit
Das DLR verfolgt eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden. Eine Potenzialanalyse hat ein konservatives Potenzial von ca. 12 MWp an Photovoltaikanlagen auf Dachflächen an 15 DLR-Standorten ermittelt.
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