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Unternehmen Aktualisiert: 3.1.2026

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) ist das nationale Forschungs- und Technologiezentrum...

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) ist das nationale Forschungs- und Technologiezentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Als eingetragener Verein und Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft betreibt das DLR Grundlagen- und angewandte Forschung in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung. Beim DLR ist zudem die Deutsche Raumfahrtagentur angesiedelt, die im Auftrag der Bundesregierung die deutschen Raumfahrtaktivitäten koordiniert und die deutschen Interessen bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA vertritt.

Überblick

EigenschaftDetails
RechtsformEingetragener Verein (e. V.)
Gründung1969 (als DFVLR)
HauptsitzKöln, Deutschland
Standorte30 Standorte in Deutschland
Institute55 Institute und Einrichtungen
Mitarbeiterca. 11.180 (Stand 2023)
Budgetca. 641 Mio. € institutionelle Förderung (2024)
VorstandsvorsitzendeProf. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla
Websitewww.dlr.de

Forschungsbereiche und Services

Das DLR forscht und entwickelt in sechs zentralen Programmbereichen:

Luftfahrt

Entwicklung von Technologien für eine klimafreundlichere und leisere Luftfahrt, Forschung an Flugzeugkonfigurationen, Antriebssystemen und unbemannten Luftfahrtsystemen.

Raumfahrt

Beteiligung an nationalen und internationalen Weltraummissionen, Entwicklung von Satellitentechnologien, Erdbeobachtung, Navigation und Raumfahrtrobotik. Über 180 Großforschungsanlagen stehen für Tests und Entwicklungen zur Verfügung.

Energie

Forschung an nachhaltigen Energiesystemen, Wasserstofftechnologien, Brennstoffzellen und Solarkraftwerken zur Unterstützung der Energiewende.

Verkehr

Entwicklung von Lösungen für die Mobilität von morgen, einschließlich autonomes Fahren, Verkehrsmanagement und nachhaltige Transportkonzepte.

Sicherheit und Verteidigung

Forschung zu sicherheitsrelevanten Technologien, maritime Sicherheit, Krisenmanagement und Verteidigungstechnologien.

Digitalisierung

Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und digitale Transformation in allen Forschungsbereichen.

DLR Projektträger

Mit rund 1.600 Mitarbeitern betreut der DLR Projektträger Förderprogramme und war 2024 für ein Fördervolumen von rund 1,9 Milliarden Euro verantwortlich, von dem mehr als 13.500 Projekte profitierten.

Geschichte und Entwicklung

Ursprünge (1907-1969)

Die Wurzeln der deutschen Luftfahrtforschung reichen bis 1907 zurück, als Ludwig Prandtl in Göttingen die Modellversuchsanstalt für Aerodynamik gründete. In den folgenden Jahrzehnten entstanden verschiedene Forschungseinrichtungen.

Gründung der DFVLR (1969)

1969 wurde die Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) durch den Zusammenschluss mehrerer Institutionen gegründet:

  • Aerodynamische Versuchsanstalt (AVA)
  • Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL)
  • Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL)
  • Gesellschaft für Weltraumforschung (GfW, ab 1972)

Umbenennung und Fusion (1989-1997)

  • 1989: Umbenennung in Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR)
  • 1997: Fusion mit der Deutschen Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) zum heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Expansion (2017-heute)

Ab 2017 erfolgte eine Gründungswelle mit insgesamt 15 neuen Instituten, die sich Zukunftsthemen wie grüner Energie, neuen Mobilitätsformen, Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing widmen.

Bedeutende Missionen und Projekte

Rosetta und Philae (2004-2016)

Die ESA-Mission Rosetta mit dem DLR-entwickelten Lander Philae erreichte 2014 den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Am 12. November 2014 landete Philae als erstes menschengemachtes Objekt auf einem Kometen – ein historischer Meilenstein der Raumfahrt.

MASCOT (2018)

Der Mobile Asteroid Surface Scout (MASCOT) wurde am DLR entwickelt und flog an Bord der japanischen Hayabusa-2-Sonde zum Asteroiden Ryugu. MASCOT wurde erfolgreich abgesetzt und lieferte wertvolle wissenschaftliche Daten.

MMX-Rover (geplant)

Gemeinsam mit der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelt das DLR einen Rover für die japanische MMX-Mission (Martian Moons eXploration), die die Marsmonde Phobos und Deimos erforschen wird.

ISS-Beteiligung

Deutschland ist der wichtigste europäische Partner der Internationalen Raumstation ISS und finanziert 37 Prozent der europäischen Infrastruktur.

Führung und Organisation

Vorstand

NamePosition
Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-PyzallaVorstandsvorsitzende (seit Oktober 2020)
Klaus HamacherStellvertretender Vorsitzender
Prof. Dr.-Ing. Karsten LemmerVorstand Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen
Dr.-Ing. Walther PelzerVorstand Deutsche Raumfahrtagentur

Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla

Die Vorstandsvorsitzende (geb. 1966) ist Werkstoffwissenschaftlerin und Ingenieurin. Nach Stationen an der TU Wien, dem Max-Planck-Institut für Eisenforschung, dem Helmholtz-Zentrum Berlin und als Präsidentin der TU Braunschweig übernahm sie 2020 die Leitung des DLR. Sie folgte auf Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund.

Gremien

Die Gremien des DLR umfassen die Mitgliederversammlung, den Senat, den Aufsichtsrat, den Ausschuss für Raumfahrt, den Vorstand und den Wissenschaftlich-Technischen Rat.

Finanzierung und Eigentümerstruktur

Das DLR ist ein eingetragener Verein und wird institutionell durch den Bund gefördert:

  • Hauptgeldgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und Bundesministerium der Verteidigung (BMVg)
  • Institutionelle Grundförderung 2024: ca. 641 Millionen Euro
  • Geplante Förderung 2025: ca. 736,5 Millionen Euro
  • ESA-Beiträge: 1,04 Milliarden Euro (2024)
  • Nationales Weltraumprogramm: ca. 313,8 Millionen Euro (2024)

Als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, ist das DLR Teil eines Netzwerks von 18 Helmholtz-Zentren.

Internationale Kooperationen und Partner

Das DLR arbeitet eng mit internationalen Partnern zusammen, wobei Kooperation statt Konkurrenz im Vordergrund steht:

Europäische Partner

  • ESA: Deutschland ist Gründungsmitglied und einer der größten Beitragszahler der Europäischen Weltraumorganisation
  • EUMETSAT: Beteiligung an der Europäischen Organisation zur Nutzung meteorologischer Satelliten
  • CNES: Enge Zusammenarbeit mit der französischen Raumfahrtagentur

Weltweite Partner

  • NASA (USA): Gemeinsame Forschungsprojekte und Missionen
  • JAXA (Japan): Kooperationen bei Asteroidenmissionen (Hayabusa-2, MMX)
  • Weitere: Zusammenarbeit mit Raumfahrtagenturen weltweit

Vergleichbare Organisationen

OrganisationLandFokus
NASAUSARaumfahrtagentur
ESAEuropaEuropäische Weltraumorganisation
CNESFrankreichNationale Raumfahrtagentur
JAXAJapanRaumfahrtagentur
ONERAFrankreichLuft- und Raumfahrtforschung

Standorte

Das DLR ist an 30 Standorten in Deutschland vertreten, darunter:

  • Köln (Hauptsitz)
  • Oberpfaffenhofen (ca. 2.000 Mitarbeiter, 13 Einrichtungen)
  • Braunschweig
  • Göttingen
  • Berlin
  • Bonn (Sitz der Deutschen Raumfahrtagentur)
  • Stuttgart, Lampoldshausen, Ulm (Baden-Württemberg)

Darüber hinaus unterhält das DLR vier Geschäftsstellen im Ausland.

Quellen

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