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Unternehmen Aktualisiert: 4.1.2026

CEA Leti

CEA Leti: CEA-Leti (Laboratoire d'électronique des technologies de l'information) ist eines der weltweit führenden Forschungsinstitute für angewandte...

CEA-Leti

CEA-Leti (Laboratoire d’électronique des technologies de l’information) ist eines der weltweit führenden Forschungsinstitute für angewandte Mikroelektronik und Nanotechnologie. Das 1967 gegründete Institut mit Sitz in Grenoble, Frankreich, gehört zur französischen Kommission für alternative Energien und Atomenergie (CEA) und zählt zu den fünf größten Halbleiter-Forschungsorganisationen weltweit. CEA-Leti verbindet Grundlagenforschung mit industrieller Innovation und hat seit seiner Gründung über 78 Startups hervorgebracht, darunter Weltmarktführer wie STMicroelectronics und Soitec.

Überblick

EigenschaftDetails
TypÖffentliches Forschungsinstitut
Gründung1967
HauptsitzGrenoble, Frankreich
Weitere StandorteSilicon Valley (USA), Brüssel (Belgien), Tokio (Japan)
CEOSébastien Dauvé (seit Juli 2021)
Mitarbeiterca. 2.000
MutterorganisationCEA (Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives)
RechtsformTeil einer öffentlichen Industrie- und Handelsanstalt (EPIC)
Websitewww.leti-cea.com
Patentportfolioüber 3.200 Patente
Reinraumfläche11.000 m²
Gegründete Startups78+

Forschungsbereiche und Services

CEA-Leti bietet angewandte Forschung und industrielle Innovation in mehreren Schlüsselbereichen:

Kernforschungsgebiete

  • Mikroelektronik und Halbleitertechnologie: Entwicklung fortschrittlicher Prozesse wie FD-SOI (Fully Depleted Silicon on Insulator) für energieeffiziente Chips
  • MEMS (Mikro-Elektro-Mechanische Systeme): Beschleunigungssensoren, Drucksensoren, Gewichtssensoren und Feuchtigkeitssensoren
  • Photonik: Silizium-Photonik und Infrarot-Technologie
  • Quantencomputing: Grundlagenarbeit für industrietaugliche Quantencomputer auf Basis von Silizium-Spin-Qubits
  • Cybersicherheit: Sichere Halbleiterlösungen
  • Medizintechnik: Nicht-invasive Glukose- und Biomarker-Überwachung
  • Internet of Things (IoT): Niedrigenergie-Plattformen für vernetzte Geräte

Infrastruktur und Einrichtungen

Das Institut verfügt über erstklassige Forschungsinfrastruktur:

  • 200 mm und 300 mm Wafer-Fertigungslinien
  • 8.000 m² hochmoderne Reinräume mit 24/7-Betrieb
  • Laboratorien für Nanoskalen-Charakterisierung
  • Chemie- und Biologielabore
  • Photonik-Forschungseinrichtungen
  • Design- und Upstream-Forschungskapazitäten

Technologietransfer-Programme

CEA-Leti bietet verschiedene Kooperationsmodelle für die Industrie:

  • Magellan-Programm: Inkubationsprogramm für CEA-Mitarbeiter mit Geschäftsideen
  • Startup-Programm: Unterstützung externer Startups bei der Kommerzialisierung von CEA-Leti-Technologien
  • Industriepartnerschaften: Gemeinsame Forschungslabore und Kooperationsprojekte mit Großunternehmen

Geschichte und Entwicklung

Gründungsphase (1967)

CEA-Leti wurde 1967 gegründet, um den Bedarf an elektronischen Bauteilen der französischen Atomkommission (CEA) zu decken. Das Institut wurde reorganisiert, um die Zusammenarbeit mit dem Industriesektor zu fördern.

Frühe Spin-offs (1970er-1990er)

JahrEreignis
1972Gründung von EFCIS, das später zu STMicroelectronics wird
1985Präsident François Mitterrand weiht 2.000 m² Reinräume ein
1991Zusammenschluss mit dem französischen Telekommunikationsforschungszentrum zur Grenoble Submicron Silicon Initiative (GRESSI)
1992Ausgründung von Soitec zur Kommerzialisierung von Silicon-on-Insulator-Technologie

Expansion und Minatec (2000er)

2006 gründete CEA-Leti in Zusammenarbeit mit lokalen und staatlichen Behörden sowie dem Grenoble INP den Forschungs- und Entwicklungscampus Minatec. Der Campus umfasst:

  • 20 Hektar Fläche
  • 3.000 Forscher
  • 1.200 Studierende
  • 600 Experten für Technologietransfer
  • 13.000 m² Reinraumfläche

Aktuelle Entwicklungen

  • European Chips Act: CEA-Leti ist Teil der NanoIC-Pilotliniengruppe mit einer Gesamtinvestition von 2,68 Milliarden US-Dollar
  • Quantencomputing: Entwicklung industrietauglicher Quantencomputer-Technologie
  • Startups: In den letzten vier Jahren haben CEA-Leti-Startups 472 Millionen Euro Risikokapital eingeworben

Team und Führung

Aktueller CEO: Sébastien Dauvé

Sébastien Dauvé übernahm am 1. Juli 2021 die Position des CEO von seinem Vorgänger Emmanuel Sabonnadière.

Ausbildung:

  • Absolvent der École Polytechnique
  • Abschluss am ISAE-SUPAERO (Französisches Institut für Luft- und Raumfahrt)

Karriere:

  • Begann seine Laufbahn beim französischen Rüstungselektronikzentrum (Entwicklung von Synthetic-Aperture-Radar)
  • 2003: Eintritt bei CEA-Leti als Industrial Transfer Manager
  • 2007: Laborleiter, später Leiter der F&E-Abteilung für Sensoren (IoT und E-Mobilität)
  • 2016: Direktor der CEA-Leti Systems Division
  • 2021: CEO von CEA-Leti

Organisationsstruktur

Das Institut beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Halbleiterprozessen (Abscheidung, Ätzen, Planarisierung, Photolithographie, Bonding und fortschrittliche Materialien) und die andere Hälfte in Architektur und Anwendungen.

Zusätzlich bildet CEA-Leti aus:

  • 162+ Doktoranden (38% internationale Studierende)
  • 36 PostDocs
  • 200 Kollaborateure von Forschungs- und Industriepartnern

Eigentümerstruktur und Finanzierung

Mutterorganisation CEA

CEA-Leti ist Teil des CEA (Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives), einer 1945 von Charles de Gaulle gegründeten französischen Forschungsorganisation. Das CEA:

  • Steht unter gemeinsamer Aufsicht der Minister für Forschung, Energie, Industrie und Verteidigung
  • Hat ein Jahresbudget von etwa 5,8 Milliarden Euro
  • Beschäftigt über 21.000 Mitarbeiter
  • Betreibt 9 Forschungszentren in Frankreich

Finanzierungsmodell von CEA-Leti

CEA-Leti wurde nach dem Prinzip “ein industrieller Franc für einen Franc Subvention” gegründet. Dieses Verhältnis hat sich weiterentwickelt:

  • Ca. 80% der Einnahmen stammen aus externen Forschungsverträgen
  • Jahresumsatz 2022: 332,5 Millionen US-Dollar
  • Patenterlöse: Über 286 neue Patente pro Jahr

Erfolgreiche Spin-offs und Startups

CEA-Leti hat seit 1973 über 78 Startups gegründet, von denen 75% noch heute aktiv sind.

Börsennotierte Unternehmen

UnternehmenGründungsjahrBeschreibung
STMicroelectronics1972 (als EFCIS)Europas größter Halbleiterhersteller
Soitec1992Weltmarktführer für SOI-Wafer
Kalray2008Intelligente Prozessoren für datenintensive Anwendungen
Tronics1997MEMS-Komponenten (2016 von TDK übernommen)

Aktuelle Erfolgsbeispiele

  • Quobly: Quantencomputer auf Basis von Silizium-Spin-Qubits; 19 Millionen Euro Erstfinanzierung (Rekord für CEA-Leti-Startups)
  • SteerLight: LiDAR-Systeme für autonomes Fahren (gegründet 2022)
  • Primo1D: RFID-Chips in Textilien (gegründet 2013)

Konkurrenz und Marktumfeld

CEA-Leti gehört zu den weltweit führenden fünf Halbleiter-Forschungsorganisationen (RTOs – Research and Technology Organizations).

Europäische Wettbewerber

OrganisationLandSchwerpunkt
IMECBelgienNanoelektronik, fortschrittliche Logik-Nodes
Fraunhofer-GesellschaftDeutschlandAnwendungsorientierte Forschung
VTTFinnlandTechnologieforschung
TecnaliaSpanienAngewandte Forschung

Internationale Wettbewerber

  • SUNY Polytechnic Institute / CNSE (USA): College of Nanoscale Science and Engineering
  • Verschiedene asiatische Forschungsinstitute

Kooperationen statt Konkurrenz

Trotz des Wettbewerbs arbeiten die europäischen Institute eng zusammen:

  • 2019: SEMI-Partnerschaft mit IMEC, CEA-Leti und Fraunhofer
  • European Chips Act: Gemeinsame Pilotlinien (NanoIC-Gruppe) mit einer Investition von 2,68 Milliarden US-Dollar
  • KI und Quantencomputing: Gemeinsame Forschungsprojekte mit IMEC

Industriepartnerschaften

CEA-Leti arbeitet mit zahlreichen globalen Unternehmen zusammen:

Strategische Partner in der Region Grenoble

  • STMicroelectronics: Langjährige Forschungspartnerschaft
  • Soitec: Substrate Innovation Center für Siliziumkarbid-Halbleiter (seit 2018)
  • Lynred: Gekühlte und ungekühlte Infrarotdetektoren

Internationale Großunternehmen

  • Intel
  • Schneider Electric
  • Siemens
  • Valeo
  • Renault
  • SAFRAN
  • Michelin
  • Diverse GAFAM-Unternehmen

Quellen

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